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10 Innovationen, die die Geschichte verändert haben

Der Begriff "Innovation" wird sehr inflationär genutzt. Wir wollen euch Beispiele der Geschichte nennen, die wirkliche Innovationen darstellen.

von Nicole am 5. November 2018

Früher wurde der Begriff „Innovation“ eher mit Erfindungen in Verbindung gebracht und nicht mit Produktneuheiten. Werfen wir also einen Blick auf zehn Innovationen, die die Geschichte der Menschheit vollkommen verändert haben.

1. Die Druckerpresse

Vor dem Internet sorgte vor allem eine Erfindung für die Verbreitung und Demokratisierung von Wissen – die Druckerpresse, die 1440 von Johannes Gutenberg in Mainz entwickelt wurde. Gutenberg verbesserte das Prinzip bereits existierender Druckpressen mithilfe seines selbstentwickelten Handgießinstruments, das die einfache Herstellung von beweglichen Lettern ermöglichte.

So ließen sich mit nur einer Presse ganze 3600 Seiten pro Tag drucken. Bis zum Jahr 1500 waren in Europa bereits über 1000 Gutenbergpressen im Einsatz und bis zum Jahr 1600 wurden über 200 Millionen neue Bücher gedruckt. Dank Gutenbergs Erfindung wurden Bücher erschwinglicher und auch für Leute aus niedrigeren Einkommensschichten zugänglich. Außerdem war sie ein wichtiger Grundstein für das Zeitalter der Aufklärung, da sie die Verbreitung von neuen und kontroversen Ideen erheblich erleichterte.

Im Jahr 1518 nutzen die Anhänger von Martin Luther die Druckerpresse, um seine 95 Thesen zu verbreiten, was schließlich die Reformation einleitete und zu Konflikten wie dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) führte. Die Druckerpresse war eine solch einflussreiche Erfindung und führte zu so viel Revolution, Reformation und wissenschaftlichem Fortschritt, dass Mark Twain später schrieb: „Was die Welt heute ist, gut und schlecht, verdankt sie Gutenberg.“

Gutenbergs Druckerpresse ist ein Paradebeispiel für eine Innovation mit ungeahnter Wirkung.

2. Die Lupe

Als die Leute anfingen zu lesen, erkannten sie schnell, dass viele von ihnen unter Weitsichtigkeit litten. Ein Problem, das zuvor kaum jemandem aufgefallen ist, da sich ein Großteil der Bevölkerung noch nie mit solch kleinen Details wie gedruckten Buchstaben beschäftigt hatte. Die Nachfrage nach Lesehilfen war plötzlich groß. Dieser Umstand gab vielen Erfindern die Gelegenheit, mit Vergrößerungsgläsern zu experimentieren und wenig später fand man heraus, wie sich mithilfe der richtigen Brenngläser Teleskope oder Mikroskope konstruieren ließen.

Kurz darauf kam es durch diese Erfindungen zu einer Vielzahl von wissenschaftlichen Revolutionen. Beispielsweise die Entdeckung der Zelle und die Entdeckung der Jupitermonde durch Galileo. Gutenbergs Erfindung hatte also auch einen ungeahnten Effekt auf die Wissenschaft, der eigentlich gar nichts mit dem Inhalt der gedruckten Bücher zu tun hatte.

3. Der Kompass

Seitdem es Satelliten und GPS-Systeme gibt, ist der Kompass mehr oder weniger überflüssig. Seine anfängliche Auswirkung auf die Seefahrt war jedoch enorm. Erfunden wurde der Kompass in China und ab dem 14. Jahrhundert ersetzte er auf den meisten Schiffen die astronomische Navigation. Der Kompass stellte für die Entdecker ein äußerst zuverlässiges Navigationsgerät dar und läutete so das Zeitalter der Entdeckungen ein.

So konnte Europa die Macht und den Reichtum erlangen, die später für die industrielle Revolution notwendig waren. Die Möglichkeit, konstant über die Ozeane navigieren zu können, sorgte für vielerlei Interaktionen – sowohl friedliche als auch weniger friedliche – zwischen vormals isolierten Kulturen.

4. Papiergeld

Bevor wir uns dafür entschieden hatten, dass ein Stück Papier einen bestimmten Geldwert besitzt, mussten wir ständig Edelmetalle, Münzen, Biberfelle, Tiere oder andere Tauschgüter mit uns herumschleppen. Da Papiergeld eigentlich keinen Wert besitzt, musste sich unsere Gesellschaft zunächst über seinen Wert einig werden.

Papiergeld war bereits im neunten Jahrhundert in China weit verbreitet, wurde in Europa aber erst im späten 16. Jahrhundert genutzt, da Banken aufgrund des häufigen Mangels an Münzen Banknoten herausgaben, die eine spätere Zahlung in Edelmetallen versprachen. Ab dem späten 19. Jahrhundert hatten viele Nationen damit begonnen, staatlich geregelte Zahlungsmittel herauszugeben, die nicht länger in Gold oder Silber umgetauscht werden konnten.

Die Papierwährung war der entscheidende erste Schritt in Richtung eines neuen Währungssystems, was schließlich zur Entstehung von Krediten, elektronischen Bankgeschäften und sogar Kryptowährungen führte.

5. Das elektrische Licht

Die Möglichkeit, die Nacht zum Tag zu verwandeln!

Nachdem Humphry Davy im frühen 19. Jahrhundert mit seiner Kohlebogenlampe Pionierarbeit auf diesem Gebiet geleistet hatte, wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts dank der Bemühungen zahlreicher Erfinder wie Warren de la Rue, Joseph Wilson Swan und Thomas Alva Edison eine Vielzahl von elektrischen Lampen erfunden. Edison und Swan patentierten 1879 und 1880 die ersten langlebigen Glühlampen, wodurch unsere Zivilisation nicht länger vom Tageslicht abhängig war.

Elektrische Lampen werden mittlerweile fast überall verwendet; zur Wohnungsbeleuchtung, als Straßenlaternen bis hin zu Taschenlampen und Autoscheinwerfern. Die komplexen Kabelnetze, die für den Betrieb früherer Glühlampen errichtet wurden, führten auch zu den ersten Hausverkabelungen, was wiederum den Weg für unzählige andere Haushaltsgeräte ebnete.

6. Die Domestizierung von Wildtieren

Das Pferd, der beste Freund des Menschen und Nutztiere – das Zähmen von Wildtieren hat unsere Lebensweise für immer verändert. Mit dem Pferd ließen sich beispielsweise große Entfernungen leichter zurückzulegen. Ihre Domestizierung fand vor etwa 5.500 Jahren statt und erlaubte es Menschen aus verschiedenen Kulturen, miteinander Handel zu treiben.

Dank ihrer Kraft und Beweglichkeit, eigneten sich Pferde auch für den Gütertransport, den Ackerbau und für die Forstwirtschaft. Aber vor allem das Kriegshandwerk veränderte sich dank der Vierbeiner völlig. Nichts wurde mehr gefürchtet als ein Pferdewagen oder ein berittener Krieger. Und Völker, die den Einsatz von Kavallerie beherrschten, gingen meistens als Sieger aus der Schlacht hervor.

7. Transistoren

Der Transistor ist eine ziemlich unterschätzte Erfindung. Dabei ist er ein wesentlicher Bestandteil in nahezu jedem modernen elektronischen Gerät. Diese winzigen Halbleiterbauelemente wurden im Jahr 1947 von Bell Laboratories entwickelt und ermöglichen eine präzise Steuerung der Stromstärke und des Stromflusses durch Leiterplatten. Transistoren wurden ursprünglich in Radios eingesetzt und sind seitdem zu einem elementaren Bauteil in unzähligen elektronischen Geräten wie Fernsehern, Mobiltelefonen und Computern geworden.

8. Der Telegraph

Der Telegraph war der erste von vielen Durchbrüchen auf dem Gebiet der Kommunikation, zu denen auch das Radio, das Telefon und E-Mails gehören. Während des 18. und 19. Jahrhunderts gab es eine ganze Reihe von Erfindern, die auf diesem Gebiet Pionierarbeit leisteten. Man nutzte den berühmten Morse-Code, der von Samuel Morse entwickelt wurde, um Botschaften durch die gezielte Unterbrechung des Stromflusses entlang der Kommunikationsleitungen zu übertragen.

Die Anzahl der Telegraphenleitungen stieg in den 1850er Jahren rasant an und 1902 umrundete das transozeanische Kabel den Globus. Der Telegraph und seine drahtlosen Nachfolger waren die ersten großen Fortschritte in Sachen weltweiter Kommunikation. Die Möglichkeit, Nachrichten schnell über große Entfernungen zu senden, hatte enormen Einfluss auf Regierungen, Handel, Banken, Industrie, Kriege sowie die Medien und bildete das Fundament des Informationszeitalters.

9. Antibiotika

Antibiotika haben bereits Millionen von Menschenleben gerettet, indem sie schädliche Bakterien abtöten und deren Wachstum hemmen. Wissenschaftler wie Louis Pasteur und Joseph Lister waren die ersten, die Bakterien erkannt und versucht haben, sie zu bekämpfen. Alexander Fleming schaffte es schließlich, das aller erste Antibiotikum zu entwickeln, als er 1928 versehentlich einen bakterienhemmenden Schimmelpilz entdeckte, der heute als Penicillin bekannt ist.

Antibiotika stellten eine deutliche Verbesserung gegenüber Antiseptika dar, die damals verwendet wurden und neben Bakterien auch menschliche Zellen abtöteten. Die Anwendung von Antibiotika breitete sich deshalb während des 20. Jahrhunderts rasant aus. Nirgends war ihre Wirkung deutlicher als auf dem Schlachtfeld: während im Ersten Weltkrieg fast 20 Prozent der Soldaten, die an einer bakteriellen Lungenentzündung erkrankten, starben, sank die Zahl dank Antibiotika im Zweiten Weltkrieg auf nur 1 Prozent.

Antibiotika wie Penicillin, Vancomycin, Cephalosporin und Streptomycin bekämpfen fast alle bekannten Infektionsformen, einschließlich Influenza, Malaria, Meningitis, Tuberkulose sowie die meisten Geschlechtskrankheiten.

10. Die Dampfmaschine

Autos, Flugzeuge, Fabriken, Züge, Raumfahrzeuge – keines dieser Dinge wäre ohne die Erfindung der Dampfmaschine möglich gewesen. Die erste praktische Anwendung ihres Prinzips geht auf das Jahr 1698 zurück, als Thomas Savery eine Wasserpumpe mit Dampfantrieb entwickelte. Dampfmaschinen wurden dann im späten 18. Jahrhundert von James Watt perfektioniert und führte während der industriellen Revolution zu massivem technologischen Fortschritt.

So sorgte sie während des gesamten 19. Jahrhunderts für eine Verbesserung des Transportwesens, der Landwirtschaft und der Produktion und trieb den Aufstieg von Supermächten wie Großbritannien und den Vereinigten Staaten voran. Der wichtigste Punkt von allen ist jedoch, dass das grundlegende Prinzip der Dampfmaschine die Voraussetzungen für Innovationen wie Verbrennungsmotoren und Düsenturbinen schaffte.