5 Gründe, wieso Smartwatches Mirasol-Displays statt LCD benötigen

Smartwatches überschwemmen den Markt und wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass sie allesamt auf eine Technologie vertrauen, die schlicht ungeeignet ist für Wearables. Ja, die Rede ist von LCD-Displays - eine Lösung, an die sich die Hersteller klammern, ohne zu bemerken, dass es die denkbar schlechteste Option für Geräte dieser Art ist. 

Es gibt gleich mehrere Gründe, wieso wir glauben, dass es bessere Alternativen gibt. E-Ink ist eine der Alternativen, die auf der Hand liegt und die zum großen Erfolg der Pebble beigetragen hat. E-Ink hat neben vielen Vorteilen aber auch einen Nachteil – die fehlende Farbe. Deswegen glauben wir, dass Mirasol-Displays (oder eine vergleichbare Technologie) die beste Option für Wearables wäre.

Wir werden euch erzählen, wieso die Mirasol-Technologie von Qualcomm so überragend ist, aber vorher klären wir erst einmal, was überhaupt ein Mirasol-Display ist.
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Was ist ein Mirasol-Display?

Am kürzesten könnte man das beantworten mit: Eine Art farbiges E-Ink-Display. Die längere Antwort: Es ist ein Bildschirm mit interferometrisch arbeitendem Modulator, genannt IMOD (Interferometric modulator display). Es ist sehr interessant, wie dieses Display funktioniert: Licht wird hier nicht abgestrahlt, sondern reflektiert mithilfe winziger Spiegel. Elektrostatisch kann der Abstand zwischen zwei reflektierenden Lagen verändert werden und konstruktive bzw. destruktive Interferenzen erzeugen. Auf diese Weise wird ein Pixel einer Farbe entweder sichtbar oder bleibt eben dunkel.

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Es ist ein komplexes, aber sehr starkes Konzept – lasst uns den Bereich der Erklärung verlassen und stattdessen darüber reden, welche Vorteile diese Technologie mit sich bringt.

 

Mirasol: Besonders gut lesbar unter direkter Sonneneinstahlung

Dadurch, dass das Display durch die Reflexion des Lichtes funktioniert, wirkt sich das unter direkter Sonneneinstrahlung sogar noch positiv auf den Screen aus. Etwas, was man von den LCD-Displays wahrlich nicht behaupten kann. Aktuelle LCD-Screens wirken eher gedämpft unter Sonneneinstrahlung oder generell sehr hellen Umgebungen. Wir haben es hier immerhin mit einer Uhr zu tun – da ist es schlicht nicht akzeptabel, dass man Probleme dabei hat, sie draußen abzulesen.

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Überragende Akkulaufzeit

Edgar von unserer .com-Seite hat eine Smartwatch mit einem Mirasol-Display. Es handelt sich dabei um die Qualcomm Toq, ein Konzept, welches Qualcomm 2013 bereits vorstellte und die hervorragend funktioniert. Jetzt gerade wollen wir aber nicht darüber reden wie sie funktioniert, sondern wie lange.

Kennt ihr auch welche von den Android Wear-Nutzern, die wirklich schwer begeistert sind davon, dass ihre Smartwatches zwei Tage durchhalten, bis sie an die Steckdose müssen? Edgar kann darüber nur schmunzeln, denn seine Qualcomm Toq hält vier Tage durch – wenn er sie intensiv nutzt! Er kommt auch schon mal 6 Tage hin, bis der Akku wieder aufgeladen werden muss und diese Effizienz ist großteils der Mirasol-Technologie zu verdanken.

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LCD-Displays sehen toll aus, die Farben werden sehr akkurat wiedergegeben und generell ist die Qualität klasse – aber es geht halt auch ordentlich auf den Akku. Die Qualcomm Toq mit ihrem Mirasol-Display ist hingegen bezüglich der Akkulaufzeit auf Augenhöhe mit der Pebble und das sagt schon eine Menge aus.

Das Display ist „always on“

Das Display ist übrigens ständig an und damit meinen wir wirklich ständig – so lange, bis der Akku platt ist. Im Gegensatz zu LCD-Displays müssen Mirasol-Displays nicht ausgeschaltet werden, um Energie zu sparen. Egal, ob ihr im Auto unterwegs seid, Sport macht oder einfach nur auf der Couch rumhängt: Ein Blick auf die Uhr reicht und ihr wisst, was los ist – es muss kein Button gedrückt oder aufs Display getippt werden, damit ihr die Infos seht.

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Ihr müsst nicht auf Farbe verzichten

Wie sieht das Display aus? Okay – an die Qualität eines LCD-Panels reicht das Mirasol-Display wirklich nicht heran, so viel steht fest. Die Farben sehen oft schon ein klein wenig verfälscht aus, aber braucht man auf einer Uhr tatsächlich eine absolut präzise Farbwiedergabe? Vermutlich nicht.

Es ist jedoch wichtig, dass man bestimmte App-Icons und andere Bilder erkennen kann und das geht mit einem farbigen Display nun mal deutlich besser. Daher ziehen wir das Mirasol-Display auch einem E-Ink-Display vor.

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Großartige Performance

Ein weiteres Plus der Mirasol-Technik ist die Performance. Ein E-Ink-Panel reagiert deutlich langsamer, auch wenn diese Displays zuletzt verbessert wurden – die Schaltzeit bei einem Mirasol-Display liegt unterhalb einer Mikrosekunde.

Mirasol-Displays funktionieren einfach einwandfrei. Edgar nutzt das Touch-Display der Qualcomm Toq ständig, um zu scrollen und zwischen Benachrichtigungen zu switchen. Es gibt keine spürbaren Verzögerungen oder andere Schwierigkeiten. Auch die Übergänge sind fließend, so dass das Mirasol-Display auch in diesem Punkt als eine klare Alternative für Smartwatches zu nennen ist.

Lasst uns einen Blick auf die Demo unserer Freunde von Droid-Life werfen. Bei 1.55 seht ihr das Display in Action und ihr könnt dort erkennen, wie flüssig es läuft.

Was denkt ihr?

Wir wundern uns immer noch darüber, dass andere Smartwatch-Hersteller noch nicht auf den Mirasol-Zug aufgesprungen sind. Sobald ein Android Wear-Device mit Mirasol-Display erscheint, werdet ihr vermutlich die versammelte Mobile Geeks-Crew in der Schlange wiederfinden. Es ist nicht das preisgünstigste Display und die Produktionskosten würden steigen, aber im Endeffekt würde man für diese Vorteile doch bereitwillig ein wenig mehr zahlen, oder nicht? Was sagt ihr?

 

Dieser Beitrag ist im Original auf Mobilegeeks.com erschienen.