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Airbnb: 13 Tipps, mit denen Du zur perfekten Unterkunft findest

Wenn einer eine Reise tut, dann war das früher quasi immer mit einem Hotelaufenthalt verbunden. Irgendwann gab es dann mal Couchsurfing und mittlerweile buchen viele ihre Unterkunft privat über Vermittlungsdienste wie Airbnb. Ich habe das selbst auch schon öfters ausprobiert und muss sagen, dass ich das gerade bei Städtereisen Hotels immer mehr vorziehe. Jakob Steinschaden hat sich die Plattform mal genauer angesehen und gibt Tipps, die vor allem für Neulinge mit Airbnb und Co nützlich sind.

Geschrieben von Jakob Steinschaden:

Die Unterkunfts-Plattform Airbnb (kurz für “Airbed & Breakfast”) ist mit 25 Millionen Nutzern neben Uber das Flaggschiff der so genannten Sharing Economy, bietet weltweit mehr Zimmer an als die Hilton-Gruppe (mehr als eine Million) und hat vor kurzem mit der Deutschen Telekom einen Deal abgeschlossen, damit die App auf Android-Smartphones in 13 Ländern vorinstalliert wird. Grund genug, sich die Airbnb-App und die Internet-Plattform einmal genauer zu Gemüte zu führen und die vielen Funktionen kennenzulernen, die sie bietet:

1. Echte Locals finden

Den besonderen Reiz, den Airbnb ausmacht, ist die Möglichkeit, statt eines schnöden Hotels bei echten Einheimischen zu leben. Da die Plattform über die Jahre immer professionalisierter geworden ist, gibt es viele findige Geschäftsleute, die gleich ein Dutzend Unterkünfte inserieren. Gastgeber, die viele Zimmer vermieten, wird man kaum zu Gesicht bekommen, die Schlüsselübergabe findet dann meist durch eine Putzkraft statt. Ein guter Hinweis, ob man mit Locals wirlich zusammenlebt, sind auch die Bewertungen, die andere User hinterlassen haben.

2. Wishlists anlegen

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Wenn man mit einer Gruppe Freunden aber auch alleine verreisen will, ist das Anlegen einer “Wishlist” sehr sinnvoll. Denn bei Airbnb sucht man sich zumeist eine Handvoll Unterkünfte aus, die in Frage kommen, und kontaktiert dann die Vermieter. Eine Wishlist startet man, indem man bei einem Inserat auf das kleine Herz klickt: Jetzt kann man sich eine neue Liste anlegen (z.B. “Toskanaurlaub”) oder das Inserat zu einer bereits angelegten Liste hinzufügen. So kann man sich in Frage kommende Unterkünfte gesammelt merken. Am Desktop auf der Webseite kann man bei den Wishlists außerdem Notizen hinzufügen, in denen man sich z.B. Vor- und Nachteile der Unterkünfte notiert. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn man die Wishlist mit den Mitreisenden teilt.

3. Die richtigen Fragen stellen

In der Regel sind Airbnb-Vermieter sehr gründlich bei der Beschreibung ihrer Unterkünfte, was die Ausstattung (WLAN, TV, Zahl der Schlafplätze, etc.) angeht. Die Informationen einer Unterkunft sollte man vor der Kontaktaufnahme genau durchlesen, dann muss man nicht Fragen stellen, die darin ohnehin geklärt werden. Doch wichtige Punkte wie die Zahl der verfügbaren Schlüssel-Sets, Versorgung mit Handtüchern und Bettzeug, Parkplatz fürs Mietauto, Kaution und genaue Check-in- und Check-out-Zeit muss man meist noch einmal genau im Privatchat mit dem Vermieter klären. Der Standort, der in den Inseraten angegeben wird, ist aus Datenschutzgründen nur eine grobe Annäherung an die richtige Adresse. Im Privatchat kann man Genaueres über die konkrete Adresse erfahren.

4. Vor dem Buchen Kontakt aufnehmen

Bei Airbnb kann man zwar mit einem Klick sofort eine Buchung anfragen, in der Regel ist es aber besser, dem Gastgeber zuerst zu schreiben. Einerseits gibt es meistens Fragen (siehe Punkt 2), die noch ungeklärt sind, zum anderen schätzen es Gastgeber, mit dem Gast vorher zu schreiben, um Vertrauen zu ihm aufzubauen – immerhin will man demnächst in seinen heiligen vier Wänden nächtigen. Den Gastgeber kann man anschreiben, indem man sein Profil aufruft und dort auf “Nimm Kontakt auf” klickt.

5. Viele Unterkünfte kontaktieren

Meiner Erfahrung nach muss man pro Reise meistens fünf oder mehr Gastgeber gleichzeitig kontaktieren. Nicht alle füllen ihre Kalender vollständig aus, was bedeutet, dass Airbnb angibt, dass die Unterkunft frei ist, diese dann aber doch schon gebucht wurde. Schreibt man nur einen Vermieter an, kann es leicht sein, dass die Buchung nicht zustande kommt – da ist es besser, eine Handvoll Ausweich-Optionen parat zu haben.

6. Den Preis richtig lesen

Wenn man Airbnb nach Unterkünften durchstöbert, wird immer ein Preis pro Nacht angezeigt. Doch Vorsicht, dieser Preis ist nur als Richtwert zu verstehen. Bei der finalen Buchung kann dazu noch eine Reinigungsgebühr, eine Gebühr für zusätzliche Gäste und eine Gebühr für die Währungsumrechnung dazukommen. Außerdem nimmt Airbnb auch eine Servicegebühr für Gäste, die zwischen sechs und zwölf Prozent des Mietpreises beträgt. Außerdem muss Airbnb seit 1. Januar 2015 eine Mehrwertsteuer für Nutzer aus der EU einheben. Sie wird anhand der Rate berechnet, die im Land des Wohnsitzes des Gastes gilt. Schließlich gibt es auch Gastgeber, die eine Kaution verlangen – auch das sollte man in seinem Reisebudget berücksichtigen.

7. Ausweis beim Buchen bereithalten

Manche Gastgeber verlangen, dass Gäste beim Buchungsprozess einen Ausweis zur Identifikation einscannen. Dabei muss man dann seinen Ausweis in die Webcam halten und abfotografieren lassen – eine Software liest dann Daten wie den Namen aus. Airbnb zufolge werden diese Daten verschlüsselt übertragen.

8. Reiseversicherung abschließen

Es könnte sein, dass Du mal gelesen hast, dass Airbnb auch eine Versicherung an Bord hat. Vorsicht: Diese Versicherung betrifft nur die Gastgeber, falls ihre Unterkunft zu Schaden kommt, nicht aber die Gäste. Für ganz vorsichtige Reisende, die auf Nummer sicher gehen wollen, empfiehlt sich deswegen eine herkömmliche Reiseversicherung, die man etwa als Kreditkarteninhaber bekommt.

9. Das Profil verifizieren

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Es ist natürlich immer eine heikle Angelegenheit, wenn man persönliche Daten preisgibt. Bei Airbnb bietet das aber konkrete Vorteile, wenn man sein Profil verifizieren lässt. Neben der E-Mail-Adresse und der Telefonnummer kann man das Airbnb-Profil unter dem Punkt “Profil” -> “Vertrauen und Verifizierungen” mit seinem Facebook-, Google- und LinkedIn-Profil verknüpfen. Aus Sicht eines Gastgebers ist das nicht unwichtig: Je mehr Informationen ein potenzieller Gast hergibt, desto eher ist er gewillt, die Buchung zu bestätigen.

10. Referenzen sammeln

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Vor allem neue Nutzer ohne eine einzige Buchung und mit null Bewertungen durch Gastgeber haben es manchmal schwer, eine Buchungsanfrage bestätigt zu bekommen. Denn Gastgeber lesen sich sehr gerne die Bewertungen der Nutzer durch, um zu entscheiden, ob sie ihn bei sich zu Hause begrüßen. Deswegen bietet Airbnb die Möglichkeit, sich Referenzen von anderen Airbnb-Nutzern einzuholen (“Profil” -> “Referenzen”). Wenn diese eine (hoffentlich positive) Referenz verfassen, scheint diese im eigenen öffentlichen Airbnb-Profil auf.

11. Facebook und Google aussperren

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Airbnb bietet den Login via Facebook und Google an, was an sich eine praktische Sache ist. Die Verknüpfung mit Facebook nutzt die Plattform auch dazu, um dem User zu zeigen, was seine Facebook-Freunde schon gebucht haben, oder teilt automatisch vom User erstellte Wishlists in seinem Facebook-Profil. Wer das nicht will, nimmt die entsprechenden Häkchen unter dem Punkt “Account” -> “Privatsphäre” weg. Außerdem kann man hier Airbnb verbieten, das eigene Airbnb-Profil in Suchmaschinen wie Google oder Bing zu listen.

12. Beim Weiterempfehlen Geld verdienen

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Airbnb ist ziemlich geschickt darin, seine Nutzer zu Markenbotschaftern zu machen. Wer den Service weiterempfiehlt, bekommt dafür Geld. Über die Website https://www.airbnb.at/invite kann man via E-Mail oder Facebook neue User anwerben. Wenn ein angeworbener Neukunde seine erste Nächtigung bucht, bekommt man 22 Euro, wenn er das erste Mal seine eigene Unterkunft vermietet, bekommt man 67 Euro gutgeschrieben.

13. Eigenes Logo kreieren

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Wer so richtig zur Airbnb-Community gehören will, der kreiert sich sein eigenes Airbnb-Logo, das dann in seinem Profil angezeigt wird. Zum Logo-Basteln geht es hier lang: https://create.airbnb.com/de


Jakob Steinschaden

Jakob Steinschaden ist seit 2006 publizistisch auf Papier und Pixel tätig. Er arbeitet in Österreich als Journalist und hat die beiden Sachbücher „Phänomen Facebook – Wie eine Webseite unser Leben auf den Kopf stellt“ (2010) und „Digitaler Frühling – Wer das Netz hat, hat die Macht?“ (2012) veröffentlicht. In seinem Blog “Jakkse.com” und in Vorträgen schreibt und spricht er gerne über die Menschen und ihr Internet – von Social Media über Netzaktivismus bis zu Start-ups.