Allo: Tipps und Tricks für den intelligenten Messenger

Allo heißt der neue, intelligente Messenger von Google. Wir haben uns jetzt ein paar Tage mit dem Chat-Tool beschäftigt und haben ein paar Tipps und Tricks für euch zusammengetragen.
von Carsten Drees am 27. September 2016

Seit einigen Tagen ist Allo auch in Deutschland angekommen. Allo ist der neue, smarte Messenger aus dem Hause Google, der mit seiner künstlichen Intelligenz punkten möchte. Schon bei der Vorstellung im Mai als auch bei der Veröffentlichung von Allo vor wenigen Tagen wiesen wir euch auf diese intelligenten Features – die Smart Replies und der Google Assistant – hin. Während die Replies intelligente Vorschläge sind, wie ihr auf eingehende Nachrichten und Fotos antwortet, ist der Google Assistant quasi der verlängerte, smarte Arm der Google Suche in diiesem Chat-Tool.

Ein Alleinstellungsmerkmal dürfte auch notwendig sein, denn die Konkurrenz – in Deutschland wohl vor allem WhatsApp und der Facebook Messenger – haben so viele Millionen Nutzer, dass es für Google schwierig sein dürfte, da so ohne weiteres einen Fuß in die Tür zu bekommen.

Allerdings liegt es nicht nur an der Funktionalität, ob ein Messenger erfolgreich ist oder nicht. Nehmt das Beispiel Samsung mit ChatON: Dieser Messenger funktionierte systemübergreifend und konnte auch lange vor WhatsApp auf einen Desktop-Client verweisen. Irgendwie sah dort alles ein bisschen schmucker aus als bei vielen anderen Messengern und es gab auch echt nette Features, die man so woanders nicht gesehen hatte. Dennoch hat Samsung den Messenger längst wieder eingestampft – es fanden sich einfach zu wenig Nutzer auf der Plattform ein.

Genau deshalb wird es spannend sein zu sehen, wie sich Google da nun mit seinen neuen Messengern Allo und auch Duo bewähren wird. Wir spekulieren ein wenig darauf, dass sie sich künftig schon vorinstalliert auf Android-Geräten finden werden, was der Nutzerbasis natürlich zuträglich sein dürfte. Erst mal muss Google aber darauf vertrauen, dass Allo spannend genug ist, dass sich genügend Leute vorstellen können, von WhatsApp und Co zu wechseln, oder Allo zumindest als zusätzliche Chat-Alternative eine Chance zu geben.

Wir haben uns jetzt ein paar Tage mit Allo beschäftigen können und in der Tat gibt es einige sehr interessante Ansätze, allerdings auch noch ein bisschen Luft nach oben. Wir möchten euch hier Grundlegendes zum Messenger mit auf den Weg geben, sowie Tipps und Tricks zur Nutzung. Auf diese Weise wollen wir auch euch den Einstieg erleichtern und wer weiß: Vielleicht wird Allo ja tatsächlich der Messenger eures Vertrauens.

Google Allo
Google Allo
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos
Google Allo
Google Allo
Entwickler:
Preis: Kostenlos

Allo – Installation und Einrichtung

Allo ist an eine Telefonnummer gebunden, so dass ihr den Dienst leider nur auf einem einzigen Device nutzen könnt. Kritiker sagen, dass Google da Chancen verschenkt, weil es Alternativen gibt, die auf mehreren Geräten gleichzeitig genutzt werden können. Andererseits geht die Installation dadurch auch sehr schnell über die Bühne: Ihr bekommt einen SMS-Bestätigungscode und dann kann es im Grunde schon losgehen.

Wie ihr an den Bildern der Galerie seht, werdet ihr beim ersten Aufrufen von Allo in wenigen Schritten durch die App geschleust, bis ihr euch dann ans Einrichten eures Profils begeben könnt.

allo-screenshot-05Das geht dann ebenfalls sehr flott – allein schon deswegen, weil eure Profilseite sehr rudimentär gehalten ist: Ihr könnt einen Namen angeben (den auch jederzeit wieder ändern) und ein Profilfoto auswählen oder knipsen – das war’s dann auch schon.

 

Chat starten

Wenn ihr nun loslegen wollt, habt ihr gleich verschiedene Möglichkeiten, die sich euch bieten: Natürlich könnt ihr einfach auf einen eurer Kontakte klicken und so einen 1:1-Chat initiieren. Wichtig dabei: Dieser ist nicht von Ende zu Ende verschlüsselt! Wollt ihr einen verschlüsselten Chat starten, müsst ihr euch für die Option “Inkognito-Chat starten” entscheiden. Außerdem habt ihr die Möglichkeit, einen Gruppenchat zu starten, oder direkt den Google Assistant als Chatpartner auszuwählen.

Individuelle Benachrichtigungstöne, Stummschalten, Blockieren

Bei Allo könnt ihr verschiedenen Kontakten auch unterschiedliche Benachrichtigungstöne zuordnen. Das kann beispielsweise dabei helfen, eure Kontakte zu priorisieren und unterscheidbar zu machen. Um diese Töne einzustellen, müsst ihr den Chat mit der entsprechenden Person aufrufen und oben den Namen antippen, um in die Einstellungen zu gelangen.

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Dort könnt ihr dann die Auswahl der Benachrichtigungstöne aufrufen und in diesen Einstellungen findet ihr auch die Möglichkeit, einen Kontakt entweder stummzuschalten oder ihn gar zu blockieren.

Inkognito-Chat mit zeitlich begrenzten Nachrichten

Wie bereits erwähnt, könnt ihr einen Inkognito-Chat auswählen, um euch verschlüsselt mit einem Kontakt auszutauschen. Dieser Chat ist optisch ein wenig anders, dunkler aufgemacht und ihr verzichtet auf die Funktionalität des Google Assistant. Nettes zusätzliches Feature: Ihr habt Einfluss darauf, ob ihr eure Nachrichten zeitlich begrenzen wollt oder nicht. Egal, ob ihr eine Lebensdauer von fünf Sekunden bis zu einer Woche auswählt, oder diese Selbstzerstörung komplett ausschaltet – ihr habt die freie Wahl. Über das Uhr-Symbol oben im Chat wählt ihr die entsprechende Zeit aus, die euer Gegenüber zum Lesen der Nachricht erhält.

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Google-Account: Verbindung aufheben

Von Anfang an seid ihr bei Allo mit eurem Google-Account verbunden. Ihr würdet zwar auf Funktionalität verzichten, könnt aber grundsätzlich die Verbindung aufheben (auch, wenn ihr einen anderen Account nutzen wollt). Dazu müsst ihr lediglich oben links über das Menü die Einstellungen aufrufen und unten auf den “Verbindung aufheben”-Button drücken.

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Schriftgröße ändern, Emojis, Sticker

Eine sehr nette Option im Chat ist das jederzeit mögliche Verändern der Schriftgröße. Ihr schreibt euren gewünschten Text und bevor ihr die Nachricht abschickt, nutzt ihr den Senden-Button rechts. Tippt ihr nur kurz drauf, sendet ihr die Nachricht ab, haltet ihr das Symbol aber gedrückt, könnt ihr den Finger nach oben bewegen, um die Schrift zu vergrößern bzw. nach unten, um eine kleinere Schrift zu wählen.

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Außerdem könnt ihr nicht nur mit unterschiedlichen Schriftgrößen den Chat interessanter gestalten. Die üblichen Möglichkeiten – Standort senden, massig Emojis, viele Sticker – stehen euch ebenfalls zur Verfügung. Wie beim Facebook Messenger könnt ihr euch auch neue Sticker-Kollektionen aufs Smartphone holen.

Suchfunktion im Messenger nutzen

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Ihr habt bei Allo selbstverständlich auch eine Suchfunktion, die ihr nutzen könnt. Die könnt ihr im jeweiligen Chat mit einer Person aufrufen, wenn ihr rechts oben auf das Profilbild eures Chatpartners tippt. Neben der Möglichkeit, den Chat-Verlauf zu löschen oder den Kontakt stumm zu schalten, findet ihr dort auch die Suche.

Alternativ dazu könnt ihr aber auch über die Übersichtsseite nach einem Wort oder einer Phrase suchen und durchsucht dann alle Chats bei Allo gleichzeitig. Dazu klickt ihr einfach oben rechts auf das Lupen-Icon und gebt den gewünschten Suchbegriff ein.

Google Assistant im Chat nutzen

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Auch, wenn er noch nicht auf Deutsch funktioniert: Der Google Assistant ist das Feature, mit dem Google sich vom Rest der Messenger-Meute absetzen möchte und ihr könnt ihn nicht nur separat aufrufen, wie oben unter “Chat starten” bereits erwähnt – er kommt euch auch im Chat mit Freunden zu Hilfe, wenn ihr möchtet. Dort richtet ihr dann eine entsprechende Anfrage kurzerhand an @google und sobald steht euch das gesammelte Google Search-Wissen auch im normalen Chat zur Verfügung, beispielsweise um die Frage nach der Stammkneipe zu klären.

Aktuell ist dieser Service als Preview innerhalb von Allo verfügbar. Ihr könnt euch dort beispielsweise Veranstaltungen, Sehenswürdigkeiten oder aber auch Restaurants in eurer Nähe anzeigen lassen.

Der Assistant kann auch regelmäßig bestimmte Inhalte liefern, so dass ihr euch täglich einen Witz, ein Zitat oder auch ein Video schicken lassen könnt. Auf dem Bild unten rechts seht ihr, was passieren kann, wenn man dann in der Tat den Service in Anspruch nimmt, sich von dem Messenger Musik-Videos von YouTube schicken zu lassen:

Persönliche Daten aufrufen

Allo greift auf das geballte Google-Wissen zurück und das beinhaltet auch, dass der Google Assistant euch auf Wunsch eure Fotos von Google Photos oder auch eure Mails anzeigt. Ihr müsst aktuell den Assistant noch auf Englisch ansprechen und könnt euch dann mit “Show my photos” oder “Show my mails” entsprechende Infos anzeigen lassen.

Natürlich könnt ihr bei den Bildern auch direkt aus Allo in die Foto-Plattform von Google wechseln, wenn ihr möchtet, bekommt zudem innerhalb der Chat-App auch vorgeschlagen, explizit nach Bildern von Personen, Landschaften etc. zu suchen – also die identische Suchfunktion, die ihr auch über Google Fotos nutzt.

Erinnerungen anlegen, Termine anzeigen, Wecker stellen

Auch auf den Google Kalender habt ihr Zugriff und könnt euch somit über das Kommando “Show schedule” oder “Show agenda” anzeigen lassen könnt. Wenn ihr Flüge gebucht habt, könnt ihr euch die ebenfalls anzeigen lassen, außerdem könnt ihr euch Erinnerungen anlegen – beispielsweise, wenn ihr dringend am nächsten Morgen Bier kaufen müsst ;)

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Auch einen Alarm könnt ihr euch einrichten, wobei euch zunächst auch Optionen vorgeschlagen werden, so dass meistens schon ein Tipp mit dem Finger reicht, um die richtige Uhrzeit auszuwählen. Habt ihr wie ich eine separate App installiert, werdet ihr auch noch gefragt, über welche Anwendung ihr den Wecker stellen wollt.

Spiele im Messenger spielen

Wer mag, kann Allo auch nutzen, um kleinere Games zu zocken. Dabei handelt es sich wirklich nur um recht simple Spielchen wie Solitär, die ihr aus der App heraus spielen könnt. Gespielt werden kann mit Chat-Partnern, aber auch alleine. Zum Beispiel könnt ihr euch vom Google-Assistenten Filmtitel in Emoji-Form anzeigen lassen, ihr müsst dann den entsprechenden Titel erraten.

Wie so manch andere Möglichkeit, die uns der Assistant bietet, wirken auch diese Games eher wie eine nette Spielerei und nicht gerade als ein Killer-Feature, welches die WhatsApp-Nutzer in Scharen zu Allo treiben wird. Es zeigt aber zumindest schon mal, dass Google den klassischen Messenger ein wenig weiter denkt.