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Aktuelle Amazon Prime Serien

Amazon Prime Empfehlungen September 2016

Mit diesen vier vorgestellten Serien ist Abwechslung garantiert: Ash vs. Evil Dead, The Affair, Luzifer und UnREAL – für jeden ist das Passende dabei.

von Jessica Mancuso am 22. September 2016

Ich persönlich empfinde mich derweil noch als Netflix-Mädchen, denn Amazon macht es einem nicht leicht, die passenden Serien für sich zu finden. Zum einen gibt es die Falle der Videos, die man zusätzlich bezahlen muss und zum anderen solche Sektionen wie »Pilot-Folgen«, die ich anfangs nicht direkt als solche identifizieren konnte und nach der ersten Folge einfach nur enttäuscht war, als es nicht weiterging. Also habe ich gewühlt, gesucht und bin fündig geworden: Hier also exklusiv für euch meine Amazon Prime Empfehlungen, die es in sich haben!

Ash vs. Evil Dead (2015)

Diese Serie basiert auf den Film »The Evil Dead« (deutsch: Tanz der Teufel) von 1981, welcher bis August dieses Jahres wegen massiver Gewaltdarstellungen in Deutschland beschlagnahmt und indiziert wurde. Die filmischen Fortsetzungen sind »Tanz der Teufel II« (1987) und »Armee der Finsternis« (1993). Der damalige Hauptdarsteller Bruce Campbell spielt auch in der Serie die Hauptfigur Ash, was die Fans der Reihe zurecht begeistert.

Es ist 30 Jahre her, dass Ash den Höllenmonstern entkommen und sich vor ihnen verstecken konnte. Doch während eines Drogenrauschs liest er laut aus dem Nekronomikon vor und lässt damit erneut die Dämonen frei, die ein einziges Ziel verfolgen: Die Menschheit zu zerstören.

Beim Nekronomikon handelt es sich um die wohl berühmteste Schöpfung des US-Autors H.P. Lovecraft, der Anfang des 20. Jahrhunderts lebte. Dieses fiktive Buch ist Teil des Cthulho-Mythos, wobei es in die Horror- und Fantasyliteratur eingegangen ist wie kaum ein anderes. Zahlreiche andere Autoren wurden zu Geschichten um dieses Werk inspiriert, wobei es seinen ganz eigenen Mythos entwickelt hat.

Bei dieser Serie handelt es sich um eine Comedy-Horror-Serie, die mit einigen Splatter-Elementen gut für Laune sorgt. Köpfe fliegen durch die Gegend, während eine Motorsäge andere Schädel spaltet. Es ist wie damals im Schulsport: Jeder gegen jeden, nur eben mit Waffen, die mehr ausrichten als ein gewöhnlicher Ball.

Mir persönlich hat es das Nekronomikon besonders angetan. Es erinnert an das Buch aus »Charmed – zauberhafte Hexen« oder andere Werke, die man bloß aus dem Bereich der schwarzen Magie kennt. Es ist nämlich ein Beschwörungsbuch, verfasst in einer altertümlichen Schrift, was so viele Rätsel beinhaltet, dass man davon nur gebannt sein kann. Im Laufe der Serie kommt es auch zu einer Begegnung mit einem Schamanen, der in einer Art Indianerressort wohnt, wo alles voll mit Federn und toten Tieren behangen ist, um das Böse fernzuhalten. Eine schöne Kombination von Faszination für das Unerklärliche und Übernatürliche plus der Komik der Protagonisten gepaart mit dem unterhaltsamen Umgang der jeweiligen Situationen.

The Affair (2014)

Wie der Titel schon verrät, geht es in dieser Serie um eine Affäre, und zwar zwischen dem Autor Noah und der Kellnerin Alison. Die beiden begegnen sich im Sommer in Montauk, einem idyllischen Örtchen einige Autostunden von New York entfernt, wo Noah mit seiner Frau und den gemeinsamen 4 Kindern Urlaub macht.

Urlaub, soweit es eben möglich ist, wohnen schließlich seine Schwiegereltern dort und machen ihm das Leben schwer. Denn Noah, der 10 Jahre für seinen mäßig erfolgreichen Debütroman gebraucht hat, wird finanziell vom dem erfolgreichen Autor und Schwiegervater unterstützt und muss sich daher häufiger anhören, dass er für einen Versager gehalten wird.

In Montauk lebt ebenfalls Alison, eine ehemalige Krankenschwester, die vor nicht allzu langer Zeit ihren einzigen Sohn bei einem Unfall verloren hat. Seitdem kriselt es in ihrer Ehe mit Cole, der eine Ranch mit seiner Familie betreibt, fühlt sie sich schließlich schuldig, dass sie ihren Sohn nicht retten konnte.

Ausgehend von diesen beiden sehr unterschiedlichen Partnerschaften, verlieren sich Noah und Alison in einer Affäre, die Auswirkungen auf ihre Ehen, Partner und Familien haben wird. Nun ist das Thema der Affäre nichts besonderes, wurde es doch schon oft thematisiert, verschriftlicht und verfilmt – aber nicht so. Und hier kommt das Besondere an dieser Serie: die Erzählweise.

„Es gibt keine wahre Aussage, denn die Position des Menschen ist die Unsicherheit des Schwebens. Wahrheit wird nicht gefunden, sondern produziert. Sie ist relativ.“ – Friedrich Schlegel

Jede Episode besteht aus zwei etwa gleich langen Teilen. Der erste Teil zeigt das Geschehen aus Noahs Sicht und der Zweite aus Alisons Sicht. Teilweise wird ein und dieselbe Situation erzählt, doch eben aus zwei Perspektiven. Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen ist das Geniale daran, dass der Zuschauer selbst in die Pflicht rückt, zu entscheiden, welche subjektive Wahrnehmung eher stimmen könnte. Fakt allerdings ist, dass immer alles subjektiv ist, selbst die Wahrheit. Aus anderen Augen betrachtet, kann sie direkt anders wirken und genau das macht diese Serie so spektakulär! Möglich ist alles, doch wem oder was schenkt man mehr Glauben?

Eine Serie, die tief unter die Haut geht und gerade für sensible Gemüter zu einem echten Thrill werden kann. Mehr Drama gab es zuletzt schon lange nicht mehr. Allein für das Perspektivenexperiment eine Empfehlung, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Luzifer (2016)

Was macht der Teufel, wenn ihm in der Hölle die Decke auf den Kopf fällt? Richtig, er kommt auf die Erde und eröffnet einen Nachtclub. Was auch sonst.

Los Angeles – im Club namens »Lux« feiern die Menschen ausgiebig unter den Augen des Teufels und sündigen, was das Zeug hält. Luzifer, der seinen Höllenthron aufgegeben hat, bekommt Hilfe von einem Dämon namens Mazikeen, die als Barkeeperin ein Auge auf den Club aber vor allem ihren Chef hat. Doch er lässt sich nicht babysitten und frönt dem menschlichen Leben. Dabei geht er, wie der Zufall es so will, dem LAPD zur Hilfe und unterstützt mit seinen übersinnlichen Fähigkeiten Detective Chloe Decker dabei, Mordfälle zu lösen. Verrückt, dieser Teufel.

Wenigstens hat er so die Gelegenheit, weiterhin Schuldige zu bestrafen, wie er es von zu Hause aus kennt. Und in seinem Zuhause, der Hölle, bricht währenddessen das Chaos aus. So muss sein Bruder, der Engel Amenadiel, seinen Job übernehmen und ist davon überhaupt nicht angetan. Zusätzlich macht sein Vater, Gott, mächtig Druck auf seinen gefallenen Sohn, seine Verpflichtungen wieder anzunehmen.

Luzifer, der auf der Erde allmählich das Menschsein für sich entdeckt, sucht sich Hilfe bei der Psychotherapeutin Linda. So viele Gefühle, so viel Mitgefühl – das muss behandelt werden!

Eine niedliche und recht seichte Serie, die aber durchaus unterhaltsam für jeden ist, der schräge Geschichten über den Teufel mag (ich denke dabei an »Little Nicky«, der unübertroffen in seiner Kategorie bleibt) und auch nichts dagegen hat, wenn er nebenher Mordfälle löst. Die Serie ist sehr frisch und von diesem Jahr, hält aber seit dem 19. September eine 2. Staffel bereit.

UnREAL (2015)

Rachel Goldberg kommt mit dem Druck und den Lügen hinter den Kulissen ihres Jobs nicht mehr klar: Als Produzentin des Realityformats »Everlasting«, welches stark an »Der Bachelor« angelehnt ist, erleidet sie einen formvollendeten Nervenzusammenbruch und schmeißt hin.

Die Serie beginnt mit den Aufbauarbeiten zur nächsten Staffel »Everlasting«, in denen Rachel eines Nachts beim Außendreh reinplatzt. Alle Mitarbeiter drehen sich zu ihr um, starren, tuscheln – Rachel hat tatsächlich ihren Job wieder aufgenommen.
Alle wissen, dass sie nach der letzten Show den Zusammenbruch hatte, die Kulissen demolierte und deswegen vom Sender verklagt wurde. Zusätzlich kämpft sie gegen ihre Alkoholabhängigkeit und soll nun wieder Nachtdienste neben ihrem Exfreund, dem Kameramann Jeremy, absolvieren. Kann das gut gehen?

Diese Serie ermöglicht dramatische, sicherlich überspitzte Einblicke hinter die Kulissen eines Reality-Erfolgsformats, bei denen die Produzenten durch starkes Einwirken ihrerseits die Geschehnisse beeinflussen, wobei ihnen jedes Mittel recht ist.
Für besonders heftige Fernsehbilder werden die Kandidatinnen alkoholisiert, ausgehungert, bestraft oder mit Gerüchten konfrontiert, die sie vor den Kameras zum Ausrasten bringen sollen. Es geht einzig und allein darum, die krassesten Bilder und O-Töne einzufangen und die Frauen bis aufs Schlimmste bloßzustellen.

Und genau in diese Welt rutscht Rachel, die so stark von Geldnöten geplagt wird, wieder rein, dass sie diesen Produzentenjob als einzige Chance für sich sieht. Schließlich winken den Produzenten hohe Summen, wenn sie durch ihr Einwirken der Show zu besonders hohen Quoten verhelfen. Diese Geldprämien und die Aussicht auf eine bessere Zukunft mit einem besseren Job, Rachel möchte eigentlich Dokumentationen mit Mehrwert drehen, binden sie letztendlich an »Everlasting« und Quinn King, der eigentlichen Strippenzieherin der Show und Hausdrache der Redaktion.

Durchaus eine Serie für all jene, die das Drama hinter den Kulissen mögen und sich von einer möglichen Storyline entführen lassen möchten, die einem zeigt, wie skrupellos mit Menschen vor und hinter der Kamera umgegangen werden kann. Weil manche alles dafür tun würden, um von Quoten zu profitieren und berühmt zu werden. Oder habt ihr euch noch nie gefragt, wie es kommt, dass bei Realityshows immer nur Idioten mitmachen?