Android O: Erste Beta, Programmiersprache Kotlin wird unterstützt

Bei der Google I/O wurde Android O heute als offene Beta veröffentlicht. Zudem gab das Unternehmen bekannt, dass ab sofort auch die Programmiersprache Kotlin unterstützt wird.

Update vom 17. Mai 2017 – Google I/O:

Android goes Kotlin

Die Google I/O ist heute gestartet – beste Gelegenheit, um unseren Android O-Artikel zu aktualisieren. Der 17. Mai wird nicht nur im Google-Hauptquartier gefeiert, sondern ganz sicher auch in Tschechien, wo das Software-Unternehmen JetBrains seinen Sitz hat. Die sind für die sehr funktionelle Programmiersprache Kotlin verantwortet und wie Google heute im Rahmen der Google I/O-Keynote offiziell bekanntgab, wird erstmals auch Kotlin neben Java von Android zum Programmieren von Apps unterstützt. Google kündigte dazu an, eng mit JetBrains zusammenarbeiten zu wollen.

Gute Neuigkeiten sind das sowohl für Entwickler als auch für uns Nutzer. Neben toller IDE-Unterstützung schätzen Entwickler an Kotlin, dass Kotlin direkt mit Java operieren kann und nicht nur über die JVM (Java Virtual Machine). Wir als Verbraucher bzw. als Nutzer von Android-Geräten profitieren insofern, als Kotlin beim Kompilieren auf Java-Bytecode nicht zwingend Java 8 voraussetzt, sondern sich auch mit Java 6 zufrieden gibt. Auch ältere Devices, die nicht über Android Nougat verfügen, profitieren somit von den modernen Möglichkeiten, die sich mit Kotlin eröffnen.

Android O ab sofort in der offenen Beta erhältlich

Bereits im März und damit sehr früh gab Google die erste Developer Preview für Android O frei. Seitdem können Entwickler und Interessierte sich also bereits mit dem kommenden OS bzw. der neuen Iteration beschäftigen. Heute anlässlich der Entwicklerkonferenz Google I/O schließlich wurde Android O dann auch in die offene Beta-Phase entlassen.

Das bedeutet, dass diese Beta nun auf alle unterstützten Devices (Nexus 5X, Nexus 6P, Nexus Player, Pixel C, Pixel, Pixel XL) installiert werden kann. Die Programmierer haben seit dem März natürlich hart an Android O gearbeitet, so dass es sich jetzt schon ganz anders präsentiert, als das noch im März der Fall war. So wurde damals zwar bereits die Bild-im-Bild-Funktion für Android angekündigt, war aber in der Preview noch nicht mit an Bord – jetzt ist diese Funktion im Rahmen der Android O-Beta mit von der Partie.

Alles Wichtige zum Beta-Programm zu Android O erfahrt ihr hier. Denkt bitte vor einer Installation daran, dass ihr hier kein finales Android vorfindet, sondern eines, welches durchaus noch so manchen Bug vorweist. Auf einem Daily Driver ist diese Version von Android O damit nicht wirklich gut aufgehoben.

Wie gewohnt wird Android O erst später im Jahr offiziell eingeführt, wobei Google grob den Spätsommer anpeilt. Wer gehofft hatte, dass Google heute auch bereits enthüllt, wofür das „O“ der neuen Version steht, wurde enttäuscht: Google lässt sich da noch nicht in die Karten schauen, aber auch das kam nicht wirklich überraschend.

Stattdessen erklärte man, dass auch mit der neuen Version die Sicherheit im Fokus stehen wird, das System schneller arbeiten soll und auch nochmals intuitiver und leichter zu bedienen sein soll. Die I/O läuft noch zwei Tage und es werden noch einige Sessions zu Android stattfinden. Ergeben sich daraus weitere News zur kommenden Version des Betriebssystems, werden wir das entsprechend in diesen Artikel hier einpflegen.

Quellen: JetBrains, Golem.de, Caschys Blog

 

Original-Artikel vom 22. März 2017:

Gestern kündigte Google – ziemlich aus dem Nichts – auf dem Android Developers Blog Android O offiziell an. Überraschend ist dabei natürlich nicht, dass eine neue Version ansteht, die dann dem Alphabet folgend mit „O“ beginnt, sondern dass es bereits die erste Developer Preview gab, die auch zum Download bereitgestellt wurde. Diese ersten Downloads richten sich ausdrücklich nur en Entwickler, sind also noch fehlerbehaftet und nicht für den täglichen Gebrauch nutzbar.

Heruntergeladen werden können die Dateien auf dieser Seite, unterstützt werden folgende Geräte: Nexus 5X, Nexus 6P, Nexus Player, Pixel C, Pixel und Pixel XL. Bedeutet im Umkehrschluss, dass natürlich viele ältere Nexus-Devices auf der Strecke bleiben werden und keine Android O-Unterstützung erhalten. Auch, wenn ihr keine Entwickler seid, könnt ihr natürlich eure Hardware flashen – falls ihr die oben genannten Geräte besitzt – aber ihr tut es auf eigene Gefahr und besonders empfehlenswert ist es wie gesagt nicht.

Im Vergleich zu den Vorjahren haben sich ein paar Dinge natürlich nicht verändert: Selbstverständlich steht der Name der neuen Iteration noch nicht fest und wird erst später im Jahr bekanntgegeben (was uns natürlich nicht davon abhält, schon mal zu spekulieren, wie die Version heißen könnte – Oreo, anyone?). Außerdem hat Google mit dieser Preview die Büchse der Pandora noch nicht komplett geöffnet, soll heißen: Wir bekommen zwar erste Hinweise auf Dinge, die sich gegenüber Android 7.0 Nougat verändern, aber die Liste ist noch lange nicht komplett. Gerade Design-technische Änderungen wird Google wohl wieder erst später vornehmen.

Ein bisschen lässt sich das kalifornische Unternehmen aber bereits in die Karten schauen, so dass wir die wichtigsten bereits bekannten Neuerungen schon mal auflisten können. Hier sind die Punkte, die uns Google bereits verraten hat:

Background Limits

Mit Android O will sich Google zunächst mal um den Energieverbrauch der Hardware kümmern. Größere Sparsamkeit und somit längere Akkulaufzeit möchte man mit den „Background Limits“ erreichen. Mithilfe dieser Funktion sollen Apps limitiert werden, was die Tasks angeht, die im Hintergrund ablaufen. Aufgeteilt hat man die Limits in drei Bereiche:

  • implicit broadcasts
  • background services
  • location updates

Entwicklern gibt man damit neue mächtige Werkzeuge an die Hand, mit denen sie Apps viel spezifischer ausrichten können, so dass auch nur Ressourcen verbraucht werden, die auch benötigt werden. Welchen Impact das auf die Akkulaufzeit der Geräte hat, werden wir dann hoffentlich sehen, wenn im Herbst die Einführung von Android O anstehen dürfte.

Notification Channels

Auch mit den Benachrichtigungen setzen sich die Entwickler des Betriebssystems ein weiteres Mal auseinander. Die Benachrichtigungen werden auch optisch ein wenig anders dargestellt, so dass man noch einfacher auf einen Blick erkennen kann, was für eine Nachricht da gerade reinrauscht. Mit den neu eingeführten Notification Channels möchte man die Benachrichtigungen nun neu sortieren und den Entwicklern entsprechende Möglichkeiten an die Hand geben, um was für eine Art der Benachrichtigung es handelt.

Für uns als Konsumenten ist bei der Neuerung der Vorteil, dass wir sehr granular selbst justieren können, wie wir mit bestimmten Benachrichtigungen verschiedener Anwendungen verfahren wollen.

Autofill APIs

Vielleicht nutzt ihr auf eurem Smartphone ja auch bereits eine Passwort-Manager-App, die es euch erspart, jedes mal wieder aufs Neue Nutzername und Passwort eingeben zu müssen – beispielsweise bei Formularen oder wenn ihr Zahlungen vornehmt. Mit den Autofill APIs macht es Google sowohl den Entwicklern und auch uns Nutzern einfacher. So, wie ihr beispielsweise bei den verschiedenen Tastatur-Apps euren Favoriten auswählen könnt, wird das künftig dann dank dieser neuen Schnittstelle auch für die Autofill-Apps der Fall sein: Ihr wählt schlicht aus einem Menü die App aus, die eure Daten verwalten, speichern und einfügen soll.

Bild-im-Bild-Funktion für mobile Devices

Von Android TV kennt ihr den Bild-im-Bild-Modus ja vielleicht schon. Google weitet das nun aus auf Smartphones und Tablets, so dass ihr eine App starten und nutzen könnt, während das vorher gestartete Video in einem kleinen Fenster ständig präsent ist.

Praktisch ist das dann, wenn ihr beispielsweise eine Chat-Meldung reinbekommt, auf die ihr schnell antworten möchtet, ohne aber den Clip stoppen und später fortsetzen zu müssen. Wie praktisch das auf einem Smartphone ist, sei mal dahingestellt, für Tablets aber definitiv ein interessantes und begrüßenswertes Feature.

Adaptive Icons

Auch bei den Icons wird sich mit Android O was tun. Auf manchen Geräten kommt nacktes Android bzw. kaum angepasstes Android zum Einsatz, Unternehmen wie Samsung, Huawei oder HTC passen die Software aber deutlich nach ihren Vorstellungen an. Das bedeutet, dass u.a. auch die Icons unterschiedlich dargestellt werden. Die „Adaptive Icons“ ermöglichen es nun den Entwicklern, dass sie im jeweils passenden Gewand daherkommen, also egal, ob nun ein Icon eckig ist oder abgerundete Kanten hat usw.

Das wird funktionieren, indem die Developer ihr Design für ein Icon im Vordergrund platzieren, während der Hintergrund entsprechend ausgeschnitten wird, so dass er zur eigenen UI passt. Darüber hinaus erlauben die adaptive Icons, dass die Developer eine Menge visueller Effekte nutzen. So kann ein Icon einen Parallax-Effekt vorweisen oder pulsieren beispielsweise.

 

Das sind noch nicht alle Neuerungen, die Google bislang verraten hat. Zu dem oben genannten wird es auch noch Unterstützung für den LDAC-Codec geben oder für WiFi Aware, außerdem wird die Keyboard-Navigation verbessert. Nachlesen könnt ihr das auf dem Android Developers Blog oder direkt bei den Android Developers, wenn ihr als Entwickler tiefer in die Materie eintauchen wollt. Dort erfahrt ihr auch, wie ihr als Developer vorzugehen habt, um die neuen Möglichkeiten zu nutzen. Wenn die Google I/O stattfindet, werden wir dann entsprechende Workshops in Hülle und Fülle vorfinden. Die werden dann auch sicher nicht nur für Entwickler spannend sein, sondern uns auch weitere Einblicke in Android O und die Funktionsweise neuer Features gewähren. Spätestens dann können wir euch noch genauer darüber informieren, was uns mit der nächsten Android-Version erwartet.