Panorama-Bilder
Anleitung: 360 Grad Fotos für Facebook erstellen

Mit der Unterstützung von 360-Grad Bildern erweitert Facebook die Möglichkeiten zum Teilen interessanter Umgebungen. Wir zeigen euch, wie ihr die entsprechenden Bilder auch ohne Profi-Cam mit eurem Smartphone erstellt.

Mit dem Smartphone gemachte Bilder erreichen heutzutage nicht selten eine Qualität, die sich in allen Bereichen mit den Resultaten moderner Kompaktkameras messen können. Tipps und Anleitungen zum Erstellen besserer Bilder gibt es ebenfalls ohne Ende, so dass das Smartphone längst die normale Kamera ersetzt hat.

Doch eigentlich nutzen die meisten von uns nur einen Bruchteil der Features, die uns High-End Smartphones längst zur Verfügung stellen. Viele haben noch nie einen Blick in die erweiterten Kamera-Einstellungen geworfen, scheitern an den dort verwendeten und u.U. sogar fremdsprachigen Fachbegriffen oder mühen sich mit einer grottig schlechten App ab.

Eines der überraschend selten genutzten Features ist die Möglichkeit, 360 Grad-Fotos anzufertigen – ähnlich wie jene Bilder, die man bei Google Streetview zu sehen bekommt. Spätestens mit der Freischaltung des Supports von Rundumansichten bei Facebook ist das Argument entfallen, dass man diese Bilder Freunden und Verwandten nicht ohne Probleme zeigen kann. Seit einigen Wochen reicht der Facebook-Account hierzu aus: als Ersteller kann man die Bilder dort uploaden, jede dazu berechtigte Person kann sich die 360 Grad-Bilder in voller Pracht über die normale Facebook-App ansehen.

Wir zeigen euch in wenigen Schritten, wie man diese Bilder erstellt und geben euch ein paar Tipps, die den Einstieg etwas leichter machen.

Bevor ihr mit dem Anfertigen eigener 360° Bilder beginnt, solltet ihr euch ein paar exisitierende Bilder anderer Nutzer anschauen und euch evtl. davon inspirieren lassen. Euer Badezimmer mag ein interessanter Ort sein, für 360-Grad-Fotos eignet es sich nur bedingt. Sucht einfach via Google oder über die Suchfunktion von Facebook nach entsprechenden Beispielen und überlegt ein paar Minuten, wo es ein interessantes Motiv bzw. eine entsprechende Location geben könnte, die den Aufwand für euch und andere rechtfertigt.

Die richtige App: Google Streetview

Google Streetview 360 Grad Bilder

Facebook und andere Plattformen benötigen die von euch angefertigten 360° Bilder in einem speziellen Format, das nicht von jeder Foto-App beherrscht wird. Als Quasi-Standard hat sich die Google Streetview App etabliert, die nicht nur die in Deutschland so verpönten Strassenansichten bereitstellt, sondern eben auch die entsprechenden 360° Bilder erstellen kann. Pluspunkt: die App gibt es sowohl für Android als auch für iOS.

Google Street View
Google Street View
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos
Google Street View
Google Street View
Entwickler: Google, Inc.
Preis: Kostenlos

360 Grad-Bilder fotografieren: So geht’s

Öffnet also die Streetview App und achtet auf das (+) Symbol am unteren rechten Bildschirmrand, hierüber erstellt ihr ein neues 360° Bild. Ihr könntet an dieser Stelle auch eine professionelle Panoramakamera mit eurem Smartphone koppeln oder bereits existierende 360° in die Streetview App importieren, doch darauf gehen wir hier nicht näher ein.

Öffnet einfach den unteren Menüpunkt Kamera:

Google Streetview 360 Grad Kamera

Bei der Erstellung von 360° Bildern fotografiert ihr (vereinfacht ausgedrückt) so, also befändet ihr euch im Innern einer Kugel. Ihr fotografiert also nicht ein Bild, sondern mehrere. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme filmt ihr auch nicht mit einer fliessenden Rundum-Bewegung.

Stattdessen fertigt ihr Schritt für Schritt mehrere einzelne Bilder an, die eure Umgebung möglichst komplett erfassen.

Der Clou: die Google Streetview navigiert euch Bild für Bild über definierte Fixpunkte zu den jeweils verbleibenden Bildausschnitten und setzt die Einzelbilder abschliessend zu einem Gesamtmotiv in der erwünschten 360° Ansicht zusammen. Orientiert euch also immer an den Punkten und steuert diese mit dem Zielkreis möglichst genau an. Sobald ein Motiv erfasst ist, könnt ihr den nächsten Punkt ansteuern, bis „das Innere eurer imaginären Kugel“ komplett erfasst ist.

Praxis-Tipp: Es hat sich bewährt, sich zuerst einmal um 360 Grad im Kreis zu drehen und die Kamera dabei möglichst ruhig auf der gleichen Höhe zu halten. Erst danach widmet ihr euch dem Raum über euch, abschliessend dem Raum unter euch.

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Unsaubere Bildteile evtl. wiederholen: Falls ihr schon während dem Anfertigen der Einzelbilder erkennt, dass ein einzelnes Bildausschnitt nicht wirklich sauber erfasst wurde, könnt ihr dieses Einzelbild über das X unten rechts entfernen und den Ausschnitt nochmal neu aufnehmen. Allerdings stört das meistens die möglichst wackelfreie Anfertigung der gesamte Bilderserie, so dass man hier nicht allzu penibel sein sollte.

Simplerer Alternative: Google Cardboard Camera

Wer partout nicht mit diesem Prozedere zurecht kommt, kann alternativ die Google Cardboard Camera ausprobieren, die ebenfalls die Anfertigung von Panoramabildern Bildern beherrscht und dabei auf eine fliessende Rundumdrehung setzt.

Nachteil: Der Raum oben und unten wird nicht erfasst. Ihr bekommt also ein Panorama, aber keine richtige 360 Grad-Sphäre. Stattdessen lassen sich Audio-Dateien zum Panorama-Bild hinzufügen.

Cardboard Camera
Cardboard Camera
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Sobald die verwendete App das 360° Bild aus der Vielzahl der Einzelbilder zusammengesetzt hat, erhaltet ihr eine entsprechende Meldung. Ihr findet das Bild dann – wie jedes andere Bild – in der Fotogalerie eures Smartphones und könnt es von dort aus weiter verarbeiten bzw. teilen.

360 Grad-Fotos auf Facebook teilen

Das Teilen auf Facebook erfordert kein spezielles Prozedere, ihr shared das 360° Bild wie jedes andere Foto. Facebook erkennt, dass es sich um ein Panoramabild handelt und stellt über die App die Funktionen zum Betrachten zur Verfügung. Achtet auf die Freigaben und fügt optional entsprechende Ortsangaben zum geteilten Beitrag hinzu.

Bild: by DAVID ILIFF. License: CC-BY-SA 3.0