Apple: Die größten Design-Fails

Das Apple iPhone 6s sieht plötzlich aus, als hätte es einen Rucksack auf? Dann liegt das am Smart Battery Case, welches die Akkulaufzeit signifikant erhöhen dürfte, dessen Design aktuell aber zumeist für Spott und Häme sorgt im Netz. Ja, Apple kann auch hässlich.

Wenn wir über Apple-Produkte reden, dann ist das Design meistens doch außerhalb jeder Diskussion. An einem Betriebssystem können sich die Geister scheiden, auch an einzelnen Komponenten, Funktionen etc. – aber beim Design sind sich fast Alle einig, schnalzen anerkennend mit der Zunge und loben die Stil-Sicherheit der Kalifornier. Das gilt auch – vielleicht sogar gerade – für das iPhone 6s, dem aktuellen Ableger der berühmtesten Smartphone-Reihe dieses Planeten.

Aber wie gesagt, gibt es jenseits des Designs auch bei Apple manches Mal Dinge, die sich kritisieren lassen – beispielsweise ein Smartphone-Akku, der nicht lange genug durchhält. Genau dagegen hat sich das Unternehmen aus Cupertino nun was überlegt: Das Smart Battery Case soll nicht nur schützen, sondern eben auch kostbare Energie ins Handset pumpen, so dass man mehr Zeit mit dem iPhone hat, bis man wieder eine Steckdose ansteuern muss. Haken an der Sache ist das Design, denn mit diesem Case erhält das iPhone plötzlich einen unschönen Buckel:

Wer es vorher nicht glauben wollte, erhält damit nun den Beweis: Ja, auch Apple – die Godfathers of epic Design – kann sich durchaus mal verhauen und ein Produkt veröffentlichen, welches vorsichtig gesagt mal richtig bescheiden aussieht. Wir haben einen Blick in die Tech-Geschichtsbücher geworfen und festgestellt, dass das beileibe keine Premiere war für Apple – hier habt ihr ein paar Design-Fail-Beispiele. Falls euch weitere einfallen – immer rein damit in die Kommentare!

Smart Battery Case

Apple Smart Battery Case von vorne, hinten und der Seite

Ich hab es oben bereits angesprochen – das Smart Battery Case, mit welchem Apple sich erneut dumm und dämlich verdienen dürfte. Wieso? Weil scheinbar viele iPhone-Nutzer danach lechzen, ein Smartphone zu besitzen, dessen Akku länger durchhält und da natürlich auch gern zu einem Apple-Produkt greifen, anstatt sich irgendein Zubehör eines Drittherstellers an Land zu ziehen. Für dieses Accessoire, mit dem ihr künftig bis zu 18 Stunden lang im Netz surfen könnt laut Apple-Angaben, werden allerdings auch ziemlich stolze 119 Euro fällig in Deutschland.

Und die seidig weiche Außenseite aus Silikon fühlt sich toll an und liegt ebenso gut in der Hand. Apple, Produktbeschreibung

Vermutlich würde kaum jemand drüber reden, wenn Apple einen Makel – zu kurze Akkulaufzeit – beseitigt und dafür gewohnt tief in die Nutzer-Taschen greift. Dummerweise ist aber dieses Mal das Design so gewöhnungsbedürftig ausgefallen, dass sich die Häme eimerweise im Netz über Apple ergießt. Wieso das so ist? Vermutlich, weil das iPhone – die Smartphone-Stilikone schlechthin – nun zum Buckligen verkommen ist. Immerhin ist man in der Produktbeschreibung nicht so frech, das gelungene Design anzupreisen – immerhin was.

Apple iPhone 5C

Verschiedene Loch-Cases für das iPhone 5C

Ach ja, das gab es ja tatsächlich auch vor zwei Jahren: Das vermeintliche „Billig“-iPhone bzw. das als solches vorab erwartete. Wirklich günstig war es dann eigentlich nicht, bot Vorjahres-Technik in einem ungewohnt bunten Bonbon-Design. Als größter Verkaufs-Erfolg Apples wird dieses Teil sicher nicht in die Geschichte eingehen, als schönstes iPhone sicher auch nicht.

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Besonders viel wurde über die Cases gelästert, die mit einem ungewohnten Dot-Muster aufwarten konnten. Blöd fanden viele, dass der auf der Rückseite aufgedruckte „iPhone“-Schriftzug nicht mehr komplett zu sehen war – übrig blieb ein sichtbarer Teil, der nun das Wörtchen „non“ darstellte.

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Apple iPad Pro

iPad Pro mit Ständer

Das nackte iPad Pro an sich ist wieder ein absolut schön anzusehendes Tablet – da kann man Apple nun wirklich nichts vorwerfen. Ein bisschen anders sieht es da aber aus, wenn man auf das Zubehör schaut, welches beim iPad Pro ja eine elementare Rolle einnimmt. Kauft ihr euch die Tastatur zum iPad Pro dazu, werdet ihr feststellen, dass es nicht wirklich praktikabel ist, mit dem Gerät auf dem Schoss zu arbeiten.

Ungewohnt wacklig und instabil wirkt das ganze Konstrukt, ist dabei zudem auch nicht annähernd so flexibel justierbar wie es Microsoft mit dem Surface Pro 4 hinbekommen hat. Einer unserer Gründe, wieso wir das Surface Pro 4 für besser halten als das iPad Pro. Auch der Umstand, dass ihr nirgends wirklich den Apple Pencil lassen könnt, wenn ihr nicht gerade mit ihm arbeitet, wurde in diversen Tests mit dem Hinweis versehen, dass da Design-technisch noch Luft nach oben wäre. Dass man den Pencil direkt in den Lightning-Anschluss unterhalb des Tablets stopfen muss zum Laden, macht es auch nicht wirklich besser.

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Apple Magic Mouse 2

Apple Magic Mouse 2 beim Laden

Und dann war da noch die Maus, die man nicht mehr nutzen kann, wenn sie geladen wird. Die Magic Mouse 2 von Apple besitzt den Lightning-Anschluss auf der Unterseite, womit er die meiste Zeit natürlich schön unsichtbar ist, ein Nutzen der Maus während des Ladens aber unmöglich macht, da das Eingabegerät dabei dann wie ein Käfer auf dem Rücken liegen muss. Ist jetzt nicht sonderlich tragisch, weil bereits zwei Minuten Ladezeit ermöglichen, dass man die Maus wieder Stunden nutzen kann, pfiffiges Design ist aber was anderes – immerhin wäre ja ein Port an der vorderen, vom Nutzer entfernten Seite durchaus eine Option gewesen, oder?

Apple iPhone 6 – Bentgate

Bentgate - iPhone 6 Plus 3

Auch das Bentgate anlässlich des Releases des iPhone 6 Plus liegt noch nicht so lange zurück. Schön aussehen tut es zweifellos wie immer, nur mehrten sich seinerzeit die Vorwürfe, dass sich die Kräfteverhältnisse angesichts der Größe des Geräts verschoben hätten. So sollte es sich leichter verbiegen als vorherige iPhones, bedingt durch die schlanke Bauweise und eben die Größe des iPhone 6 Plus. Das ist aber ein Problem, welches Apple selbstverständlich nicht exklusiv hat – verbogene Phablets anderer Hersteller haben wir spätestens seit dem #bentgate haufenweise zu sehen bekommen. So oder so: Der Image-Schaden war mächtig, denn Bilder von verbogenen iPhones schafften es selbst in große Nachrichten-Sendungen.

Apple iPhone 4 – Antennagate

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Ja, ja – Apple und seine „Gates“. Einige Jahre zurück liegt das Antennagate. Vor fünf Jahren musste Apple sich eingestehen, dass man die Antennen entlang des Rahmens doch äußerst ungünstig angebracht hatte – Nutzer klagten darüber, dass das bloße Halten des Smartphones bewirken konnte, dass der Empfang beim Telefonieren abbricht. Sauber – ein Smartphone, welches göttlich aussieht, mit dem man halt nur nicht so richtig telefonieren konnte. In der Folge war Apple wieder in der Kamikaze-Abteilung unterwegs: Von anfänglichem Abstreiten über das Loben der sensationellen Antenne bei einem eigens dafür organisierten Presse-Events bis hin zum Verteilen von kostenlosen Bumpern war alles dabei. Das Highlight war aber wohl definitiv die Ansage, dass es die Nutzer schlicht falsch halten – klar, wer soll auch sonst schon Schuld sein? Apple etwa?

 

Vermutlich kann man diese Reihe mit ein bisschen gutem Willen noch ein wenig fortsetzen, aber auch so sieht man schon, dass es eben auch in Cupertino Menschen sind, die die Produkte entwickeln und auch dort Fehler möglich sind und gemacht werden. Habt ihr aber noch ein Produkt auf der Pfanne, welches unbedingt in unsere Liste aufgenommen werden soll, lasst es uns in den Comments wissen. Wie sind sonst eure Meinungen zum Thema: Findet ihr die Beispiele vielleicht gar nicht so dramatisch? Gibt es Gründe, wieso sich diese Missgeschicke gerade in den letzten Jahren zu häufen scheinen?