Apple präsentiert den „HomePod“: Konkurrenz für „Echo“ und Co.?

Mit dem "HomePod" hat Apple auf der WWDC seine Antwort auf die Konkurrenzprodukte von Amazon, Google und Microsoft präsentiert. Cupertino will vor allem mit der Soundqualität des Lautsprechers punkten und hebt die Fähigkeiten der integrierten Sprachassistentin Siri weitaus weniger hervor als die anderen Anbieter.

Mit dem HomePod hat Apple auf der soeben beendeten Keynote zur WWDC17 seine Antwort auf Alexa Echo, Google Home Assistant und harman/kardon Invoke von Microsoft vorgestellt – selbstverständlich nicht ohne zu betonen, man habe trotz dieser drei bereits existierenden Systeme mit dem HomePod die Musik daheim “neu erfunden”.

Wider erwarten – aber irgendwie auch nicht – will sich Apple mit dem HomePod auf die Musikqualität und weniger auf die Fähigkeiten der ebenfalls integrierten Sprachassistentin Siri konzentrieren. Während Amazon, Google und Microsoft stets die Künstliche Intelligenz hervorheben, die Alexa, Cortana und der Assistant bereithalten, scheint man bei Apple eine andere Strategie zu verfolgen. Denkbar wäre in diesem Zusammenhang, dass man in Cupertino einfach noch nicht so weit ist, es mit den Konkurrenten in diesem Gebiet aufnehmen zu können und deshalb eher zwangsläufig als gewollt versucht, das Gerät irgendwie “anders” an den Mann oder die Frau zu bringen.

Also blies Apples Phil Schiller bei der im Vergleich zum restlichen Programm recht kurzen Vorstellung des HomePod zum Angriff und verkündete, dass man mit dem Echo von Amazon schließlich keinen guten Lautsprecher erhalte, während die – unbestritten hervorragend klingenden – Lautsprecher von Sonos eben nicht “intelligent” seien. Mit dem HomePod wolle man beides vereinen, allerdings mit dem Fokus auf die Audioqualität.

Der HomePad ist in weiß bzw. lichtgrau und in schwarz bzw. anthrazit erhältlich und ähnelt in seiner Form den Mac Pros, was selbstverständlich sofort für ein paar lustige Vergleiche sorgte. Im Innern der kleinen Rolle befindet sich High-Tech: neben einem A8 Prozessor von Apple befinden sich an der Unterseite insgesamt sieben Hochtöner, etwas weiter oben insgesamt sechs Mikrofone sowie ganz oben ein 4-inch Subwoofer.

Der Prozessor soll im Zusammenspiel mit den Mikrofonen die Raumgröße berechnen und den HomePod dann automatisch auf die beste Soundqualität einstellen, wobei das Gerät auf einen integrierten Equalizer sowie eine Echo-Unterdrückung zurückgreifen kann. Das System “scannt” also sozusagen den Raum, in dem es sich befindet und kann dann die Ausgabe der rundum angeordneten Lautsprecher möglichst über ein in Echtzeit berechnetes Akustikmodell optimal justieren.

Apple HomePod: Technische Daten

  • Abmessungen: 172 x 142 Millimeter (Höhe x Breite)
  • Gewicht: circa 2,5 Kilogramm
  • Multiroom Speaker Support mit AirPlay 2
  • Netzwerk: 802.11a/b/g/n/ac Wi‑Fi (MIMO)

Die von Apple stets hervorgehobene Rücksichtnahme auf die Privatsphäre des Nutzers will man beim HomePod wahren, in dem das Gerät erst auf ein deutliches “Hey Siri” reagiert. Das machen Google, Amazon und Microsoft mit ihren Geräten allerdings nicht anders, auch hier beginnt eine Datenübertragung an den Hersteller erst, wenn die entsprechende Aufforderung erfolgt, dauerhaft “lauschen” tut entgegen einem weitverbreiteten Missverständnis bisher keines der Modelle. Phil Schiller hob hervor, dass während der dann verschlüsselten Kommunikation mit Apple eine eindeutige, aber anonymisierte “Siri ID” benutzt werde – was auch immer das im Detail heißt. Jedenfalls sorgt Siri dafür, dass Apple Music die vom HomePad erfassten Sprachbefehle interpretieren kann und somit versteht, wenn man “Spiele mehr von diesem Interpreten!” oder “Ich mag dieses Lied!” sagt.

Koppeln kann man den HomePod selbstverständlich in erster Linie mit den hinlänglich bekannten Apple Devices, also z.B. mit dem iPhone, dem iPod oder den AirPods. Selbstverständlich verfolgt Apple mit dem Gerät den gleichen Ansatz wie Amazon und Google und will (so wie diese Play Music und Google Music) vorwiegend den eigenen Musikstreaming Dienst “Apple Music” pushen. Immerhi entwickeln sich die Services für Apple in den vergangenen Monaten zur echten Cash Cow und spielen in den Bilanzen eine immer größere Rolle.

Angesichts dieser Positionierung als “Ausgabegerät” für den eigentlich gewinnbringenden Dienst wirkt der Preis für den HomePod ambitioniert. Man könnte auch sagen: der Preis ist dreist, satte 349 US-Dollar veranschlagt Apple in den beiden verfügbaren Farbvarianten. Der Verkauf startet vorerst in den USA, in Großbritannien und in Australien – andere Länder werden den HomePod nach den bisher vorliegenden Angaben erst Anfang 2018 erhalten. Ein Grund für die verzögerte Auslieferung dürfte vermutlich auch sein, dass Siri bisher in anderen Sprachen eher eingeschränkt funktioniert.