Apple iPhone 6 Plus – Erfahrungsbericht

Nach knapp 7 Wochen bin Smartphone-technisch von iOS zurück auf Android gewechselt.
Das iPhone 6 Plus wurde durch ein Nexus 6 ersetzt. Nachfolgend möchte ich von meinen Erfahrungen mit dem iPhone und den Gründen für meine Entscheidung berichten. Einen direkten Vergleich mit dem Nexus 6 wage ich hier jedoch nicht, so lang habe ich letzteres auch noch nicht.

Vorgeschichte

Jahre lang war ich Android-Fanboy, allerdings gab’s in letzter Zeit immer wieder Dinge, die mich zunehmend an Android gestört haben,u.a. die Inkonsistenz in Design und Bedienung.

Als sich dann ein größeres iPhone mit etwas offenerem iOS (alternative Tastaturen, verbessertes Sharing) ankündigte, begann die Idee aufzukommen, mir erstmalig ein iOS-Smartphone zuzulegen.

Ich bin größere Smartphones gewöhnt – zuletzt hatte ich das LG G2, das Sony Xperia Z2 und das OnePlus One. Ein 5,5″-iPhone sollte also keine zu große Umstellung darstellen, zumal ich iOS schon vom iPad Air kannte, allerdings nutze ich mein Tablet ja ganz anders wie mein Smartphone. Ich war bereit für das Experiment.

 

Licht und Schatten

Zu den größten Stärken des iPhone 6 Plus zählt für mich definitiv der Akku. Ich musste wirklich nicht einen Tag auf den Akku-Stand schauen um „zu haushalten“ – abends hatte ich immer noch genug Saft, um spontan etwas zu unternehmen und konnte mich dabei immer auf das iPhone verlassen.

Akku-Statistik
Das iPhone 6 Plus ist ein echter Dauerläufer

 

Als nächstes die Kamera. Sie startet unglaublich schnell und löst auch extrem schnell aus.
Generell: Die Hardware weiß zu gefallen! Sehr schön designt und echt dünn. Allerdings konnte ich das iPhone ohne Hülle (Apple Leather Case) kaum einhändig bedienen. Zu glatt und etwas zu sperrig. Im Vergleich zur Android-Konkurrenz muss sich das iPhone 6 Plus in meinen Augen mit seiner Display-to-body-ratio von unter 70% echt geschlagen geben. Das macht sich im Handling ziemlich bemerkbar.

iPhone_6_plus_front
Nur mit Apple Leather Case halbwegs sicher einhändig zu bedienen – das iPhone 6 Plus ist sperrig.

Und die Software? Ja, iOS ist simpel, aber auch nicht immer so konsistent und übersichtlich, wie man es annehmen würde… Aber man gewöhnt sich an alles. Oder?

 Ausschlaggebend für den Kauf war bei mir Apples Ankündigung, in iOS 8 Drittanbieter-Tastauren zu ermöglichen. Fazit: Sehr ausbaufähig. Und das liegt eindeutig nicht an den App-Entwicklern, denn schließlich hatten alle von mir eingesetzten Keyboards immer wieder Probleme, z.B. die Tastatur manchmal überhaupt einzublenden. Ich hab die Klassiker SwiftKey und Swype getestet, bin dann aber bei TouchPal hängen geblieben.

Mein Gesamteindruck von iOS 8 wurde von mehreren langjährigen iPhone-Usern bestätigt, die im sämtliche iPhones und iOS-Versionen genutzt haben: „iOS 8 ist das mit Abstand schlechteste iOS bis jetzt“. Ich will Apple hier auf keinen Fall bashen – aus dem Alter bin ich schon lange raus. In der kurzen Zeit, in der ich das iPhone hatte, gab es immerhin auch 3 Updates, zuletzt iOS 8.1. Aber: Das iPhone hing immer wieder mal, reagierte teilweise gar nicht mehr. Die Tastatur würde wie bereits erwähnt manchmal nicht geladen, gerade bei Spotlight trat das Phänomenbeinahe regelmäßig auf. Das iPhone, ab und zu auch das iPad verbinden sich ab und zu nicht mit bekannten WLANs in Reichweite.
Den größten Schnitzer hat sich Apple meines Erachtens mit den gezoomten Apps geleistet – die 4fach-Belegung des Home-Buttons lass ich jetzt mal bewusst außen vor, denn die ist ja optional – also dass Apps, die maximal die Auflösung des iPhone 5s unterstützen, auf dem iPhone 6 und iPhone 6 Plus vergrößert dargestellt werden. Das wirkt unfertig, ist inkonsitent hoch 10 und sieht einfach nur scheußlich aus!

 

Warum der Schritt zurück?

Sicher hätte ich mich mit den meisten Macken arrangieren können. Und die Bugs und Verzögerungen traten nicht ständig auf, aber immerhin so oft, dass es auch anderen auffiel, die weniger techaffin sind und fast ausschließlich Apple-Geräte nutzen.

Viele Apps wurden nun auch schon an die höhere Auflösung der beiden neuen iPhones angepasst. Ich hätte mir einfach einen anderen Ansatz bei Apple gewünscht. User, die sich an den „it just works“-Livestyle gewöhnt haben so eine Workaround-Lösung vorzusetzen ist schon hart. Nicht zuletzt legt Apple selbst bei anderen als auch bei sich einen hohen Maßstab an, aber mit den neuen iPhones und iOS 8 wird man diesem einfach nicht gerecht.

Es ist ein Jammern auf hohem Niveau. In Summe gab es für mich persönlich einfach zu viel, was mich gestört hat oder „womit ich hätte Leben müssen“.

Damit war der Schritt zurück zu Android für mich nur logisch. Oder ist Android Lollipop einen Schritt vorwärts? We will see.