Apple MacBook 2015 Test: Die Ergebnisse der ersten Reviews

Apples MacBook 2015 zeichnet sich durch diverse Neuerungen aus, die es sonst so an keinem anderen Notebook gibt. Ohne Lüfter, mit einem hochauflösenden 12 Zoll Display und dem einsamen USB-C-Adapter hat es einige Besonderheiten an Bord, an die man sich erst gewöhnen muss. Die Kritik der ersten, mit einem Testmodell ausgestatteten Blogger, fällt daher insgesamt auch ein wenig gemischt aus.

Apple MacBook Hands on 18

Apple MacBook 2015

“Schön” ist es, das sagen eigentlich alle Tester. Das Design kommt also allgemein mal wieder sehr gut an, was kein unwichtiger Faktor ist. Technisch gesehen ist das MacBook vor allem in seiner Akkulaufzeit den meisten Windows-Books überlegen, wenngleich “das neue” etwas weniger lang durchhält, als die Vorgängermodelle der letzten Jahre. Mehr als einen knappen Arbeitstag könne man dem 12 Zoll Modell nicht entlocken, heißt es recht einhellig…da dürften viele Windows-Anwender tatsächlich staunen. In dieser Beziehung ist natürlich auch der USB-C-Anschluss ein starkes Argument, lässt sich das MacBook damit doch über Akkupacks oder andere, entsprechende USB-Stromquellen jederzeit nachladen.

Doch dass das lästige Suchen nach Steckdosen damit entfällt, weiß auch nicht jeder so hoch zu schätzen. Dan Ackerman von CNET beispielsweise kritisierte das nötige Handling mit Adaptern und auch David Pogue von Yahoo! Tech nennt die weggefallenen Anschlüsse “eine schlechte Nachricht”.

Das Display (16:10; 2304×1440), die Leistung der Core-M Prozessoren und eben das Design wurden einhellig gelobt, was man dann für 1.450 bzw. 1.700 Euro auch erwarten können darf. Mit der kürzeren Laufzeit kamen die meisten auch zurecht, missfallen hat allerdings überwiegend die neue Tastatur.

Flachtastatur besonders gewöhnungsbedürftig

Das neue Tastaturmodell an Apples MacBook 2015 unterscheidet sich wohl ganz erheblich von der bisherigen Bauart, doch das kommt nicht so gut an. Die Tasten sind wieder zusammen gerückt, flacher und auch weniger eindeutig zu erfühlen. Das dürfte Apple nicht erfreuen, denn wenn “man mehrere Tage braucht, um den eigenen Fingern wieder zu vertrauen”, liegt der Wunsch danach “dass sich das künftig ändert”, natürlich nah und potenzielle Käufer könnten bis zum nächsten Modell warten wollen.

Apple-iPad-Air-1Ein unschöner Wermutstropfen im ansonsten sehr positiven Testberichte-Pool also, der Apple ärgern dürfte. Wahrscheinlich haben wir aber einfach mal wieder den Sinn des Geräts noch nicht richtig verstanden, belehrt uns Daring Fireball über das neue MacBook. Dieses sei doch eher als “verlängertes iPad für MacOS-Anwender” zu verstehen, denn als Notebook klassischer Art – darauf muss man auch erst mal kommen.

Zu welchem Schluss kommen nun die Tester im Einzelnen? Wir haben ein paar Stimmen aus den Reviews für euch zusammengetragen:

 

CNET

Bei CNET staunt man darüber, wie dünn und schlank das neue MacBook geraten ist und bewertet die Qualität dementsprechend hoch. Nicht so begeistert war man von der Performance, der Akkulaufzeit und der Tatsache, dass man lediglich einen Anschluss verbaut hat:

Its performance and battery life falls short of the MacBook Air and Pro. The new keyboard is shallow and takes some getting used to, and sharing a single port for all accessories as well as the power cord is almost immediately frustrating.

Dennoch zieht man ein recht positives Fazit – CNET vergibt 8,2 Punkte.

The Verge

Auch bei The Verge hat man sich das neue MacBook selbstverständlich direkt vorgeknöpft. Auch hier wieder Begeisterung angesichts des Formfaktors und der gewohnt starken Verarbeitung. Wie John Gruber schlägt auch The Verge in die gleiche Kerbe und zieht einen Vergleich zum iPad Air:

The MacBook is what happens when the iPad Air decides to up and grow a keyboard, hinge, and trackpad. It’s a thin, compact, and light sliver of a machine with no loose pieces and no unconsidered lines. The same precision we’ve seen on Apple’s phones and tablets has been applied here — it’s genuinely a level above any other laptop Apple has ever made, to say nothing of other hardware makers.

It is, in a word, beautiful.

Man kommt zu dem Schluss, dass das MacBook das Notebook der Zukunft ist – als solches aber leider auch seiner Zeit voraus. Hier und jetzt braucht man – so The Verge – mehr als diesen einen Anschluss, mehr Prozessor-Power und ein niedriger Preis wäre auch von Vorteil. Sei es drum: Neben Design und dem hochauflösenden Display lobt man die Tastatur (die woanders teilweise stark kritisiert wird), bemängelt aber Prozessor, Akkulaufzeit und die Hitzeentwicklung. Damit reicht es bei The Verge für 8,4 Punkte in der Endabrechnung.

Ars Technica

Es fällt auf, dass das neue MacBook von vielen Testern als sowas wie ein Neuanfang eingeschätzt wird – sowas wie der nächste Level bei den Notebooks. Bei Ars Technica kann man lesen:

The size, weight, and screen are all stunning and the space gray (or gold, if that’s your thing) finish makes this the best-looking Mac in the lineup.

Allerdings beklagt man auch hier den einzigen verbauten Anschluss:

The port situation is the biggest problem. The question isn’t whether people canlive with only one port, but whether they’ll want to put up with it when there are so many other options available.

Zu welchem Fazit kommt Ars Technica? Auch hier sieht man das MacBook als ein großartiges Notebook, dessen Zeit vermutlich einfach noch nicht gekommen ist. Wer sich mit dem einen Anschluss arrangieren kann, soll bedenkenlos zuschlagen können und auch in diesem Fall lobt man den Formfaktor und zeigt sich auch vom Display und dem neuen Trackpad sehr begeistert. Kritisiert wird neben der Anschluss-Armut der Umstand, dass man einzelne Komponenten nicht upgraden kann sowie die allenfalls durchschnittliche Webcam.

The Loop

Beim Keyboard scheiden sich scheinbar die Geister – einige mögen es sehr, andere eben noch nicht. In diesem Fall wird die Tastatur als gewöhnungsbedürftig bezeichnet und man muss sich erst einmal 1-2 Tage daran gewöhnen:

When you first start using the keyboard, you may get the feeling that you didn’t actually hit the key, but you really did. This is what will take some getting used to—I am typing very quickly with the MacBook now, but it took a day or two in order for my mind to trust my fingers were hitting all the keys.

Das Fazit fällt positiv aus, das neue MacBook wird als starke Allzweckwaffe allen “normalen” Ansprüchen gerecht:

The new MacBook is a gorgeous computer that expertly fills a niche that many need. It’s powerful enough to do all of the regular work you’ll need to get done at home, the office, or on the road.

 

Wall Street Journal

Beim WSJ hat sich Joanna Stern mit dem neuen MacBook auseinandergesetzt. Auch sie spricht von einem Notebook der Zukunft, weshalb sie das MacBook mit einer Zeitmaschine vergleicht:

You won’t find it in Apple’s advertisements, but the new MacBook is a time machine. It’s much simpler than Doc Brown’s DeLorean: All you have to do is look at it to observe the future—the future of the laptop, that is.

Sie lässt sich nicht blenden durch das gelungene Design und spricht einige Kritikpunkte an: Wieso beispielsweise kann ihr “Laptop aus der Zukunft” sie nicht per Fingerabdruck erkennen, wenn es doch ihr iPhone auch schon schafft? Darüber hinaus beklagt sie die durchwachsene Performance, die Akkulaufzeit und – wer hätte es gedacht – die fehlenden Anschlussmöglichkeiten:

It’s nearly impossible not to be seduced by this MacBook’s beauty, its dazzling screen and perfect trackpad. But don’t give in. Like the original MacBook Air, introduced in 2008, there are too many key compromises—in battery life, speed and port access—for the early-adopter price.

Wired

Wenn ihr die Notebook-der-Zukunft-Ansage noch mal hören wollt: Bei Wired findet ihr sie auch:

I don’t know just who Apple’s newest laptop is for. Rich people who fly coach? People with one laptop who want a second, gold one? Maybe. But I do know two things about the new MacBook: This is what the future of laptops looks like, and I want one very badly.

Neben all dem, was auch Wired überzeugt, finden wir aber auch den selben Haken, den wir auch bei den anderen Testern gesehen haben: Wir haben nur einen Port:

You must use that port for charging, connecting a hard drive, running a second monitor—everything. Right now, that kind of sucks…call me crazy, but I like to charge my computer and plug in a second monitor at the same time. I can buy Apple’s $80 adapter and use my existing USB devices, but carrying a bunch of adapters sucks almost as much.

Das Fazit gleicht den vorher bereits erwähnten: Wir sehen das Notebook der Zukunft, welches lediglich ein bisschen zu wenig Leistung mitbringt, einen zu schwachen Akku besitzt und dafür etwas zu teuer geraten ist. Bei Wired ist man guter Dinge, dass schon mit dem nächsten Modell diese Kinderkrankheiten von Apple beseitigt werden.