Apple MacBook Touch Bar: Diese Apps und Funktionen werden unterstützt

Das Highlight des neu vorgestellten Apple MacBook Pro ist unumstritten die Touch Bar. Wir erklären euch, was die Touch-Leiste zu leisten vermag und wie ihr sie nutzen könnt.

Letzte Woche hat Apple mit dem MacBook Pro endlich mal wieder ein neues Notebook vorgestellt. Dabei war die größte Neuerung vorher schon bekannt geworden: Durch ein Leak gab es schon Bilder zu sehen, die nämlich die Touch Bar abbildeten. Diese befindet sich über dem Keyboard, ersetzt die klassischen Funktionstasten und ihr findet sie bislang ausschließlich im 13″ und 15″ MacBook Pro, wobei es auch eine 13-Zoll-Ausführung mit klassischen Funktionstasten gibt und darüber hinaus davon auszugehen ist, dass Apple auch andere Hardware künftig mit Touch Bar ausstatten wird. Diese Leiste erhielt den Vorzug vor einem ganz normalen Touch-Display, wie es sich auch viele Nutzer wünschen würden. Jony Ive sagt dazu:

When we were exploring multitouch many, many years ago, we were trying to understand the appropriate application and opportunities for [it]. We just didn’t feel that [the Mac] was the right place for that…. It wasn’t particularly useful or an appropriate application of multitouch. Jony Ive, Apple

Entgegen der vorab geäußerten Befürchtungen sind weder die klassischen Funktionstasten komplett verschwunden, noch der ESC-Button – beides ist nun halt eben in einer Software-Ausführung nutzbar.

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Aufbau der Touch Bar

Bei der Touch Bar handelt es sich um eine Ergänzung der bisherigen Eingabe-Möglichkeiten in Form eines schmalen OLED-Displays in „Retina“-Auflösung von 2.170 x 60 Pixeln, oberhalb der Tastatur. Apple legt Wert darauf, dass die Touch Bar tatsächlich nur in technischer Hinsicht ein Display ist, welches sich produktiv gesehen lediglich als Eingabe-Medium versteht.

Es gibt dazu entsprechende Richtlinien an Developer, die gewährleisten sollen, dass der Blick nicht zu sehr vom eigentlichen Display abgelenkt wird und die Darstellung möglichst konsistent ist:

  • Die Touch Bar soll also nicht wie ein Display genutzt werden, sondern als eine Erweiterung von Keyboard und Trackpad betrachtet werden. Vermieden werden sollen: Warnungen, Nachrichten, Scrolling- oder statische Inhalte und generell soll alles vermieden werden, was eure Aufmerksamkeit zu sehr erregt und vom eigentlichen Bildschirm ablenkt
  • Entwickler sollen bei der Gestaltung der Touch Bar berücksichtigen, dass sie ein möglichst der Tastatur entsprechendes Erscheinungsbild aufweist, was Größe und Farbgebung der Kontrollelemente angeht.
  • Funktionen sollen nicht ausschließlich auf die Touch Bar gelegt werden. Da nicht alle Geräte über diese Leiste verfügen und Nutzer auf Wunsch bestimmte Funktionen in der Touch Bar deaktivieren können, muss gewährleistet werden, dass jeder Befehl auch über Tastatur und Trackpad bewerkstelligt werden kann.
  • Das Nutzen der Touch Bar-Elemente sollte so unmittelbar wie möglich zu Ergebnissen führen. Es sollen also Arbeitsschritte gegenüber der üblichen Nutzung eingespart werden. Elemente wie Popovers, die zusätzliche Auswahl-Optionen bieten, sollen sparsam eingesetzt werden.
  • Die Touch Bar sollte generell keine üblichen Shortcuts wie Finden, Alles auswählen, Auswahl aufheben, Kopieren, Ausschneiden, Einfügen, Rückgängig, Wiederherstellen, Neu, Speichern, Schließen, Drucken oder Beenden ausführen.

Weitere Punkte könnt ihr auf der entsprechenden Apple Developers-Seite nachlesen. Mit diesen Regeln beschneidet sich Apple natürlich ein wenig in den Möglichkeiten, will dadurch aber das Nutzen- und Design-Level hochhalten.

Der Aufbau der Touch Bar splittet sich in drei Abschnitte: Links ist der mit 128 Pixeln sehr schlanke „System Button“-Bereich. Dort findet ihr den „Cancel“- bzw. „ESC“-Button, oder auch eine „Bestätigen“-Taste. Auf der rechten Seite haben wir den (maximal) 608 Pixel breiten „Control Strip“, den ihr konfigurieren könnt und wo sich normalerweise der Siri-Button befindet, oder aber auch die Lautstärke-Regelung und der Button für die Display-Helligkeit. Dazwischen – mit einer Breite von 1.370 Pixeln – liegt der größte Bereich: Die eigentliche „App Region“, in der sich die Entwickler austoben und den obigen Regeln folgend ihre Kontrollen und Icons unterbringen können.

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Auf der rechten Seite befindet sich auch – erstmals bei einem Apple Notebook – der Touch ID Fingerabdruckscanner. Den könnt ihr zum Entsperren und zum Account-Wechsel nutzen, aber auch, um online einzukaufen bzw. den Kauf über Apple Pay abzuwickeln.

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So funktioniert die Touch Bar

Bei der Vorführung der Touch Bar bei der Keynote in der letzten Woche konnten wir bereits einige in MacOS integrierte Systemanwendungen sehen und wie die Touch Bar dort genutzt wird. Aber auch externe Anwendungen von Drittherstellern wurden bei der Präsentation berücksichtigt, beispielsweise Adobe Photoshop und DJay Pro.

Anpassen der Touch Bar

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Customization ist ein Thema bei der Touch Bar, sprich: Ihr könnt sie nach euren Bedürfnissen anpassen. Auf dem eigentlichen Display seht ihr dabei die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten, für die Systemeinstellungen im Control Strip Buttons zu ergänzen oder zu entfernen, aber auch die Short Cuts innerhalb der jeweiligen Apps könnt ihr auf diese Weise nach euren Wünschen konfigurieren.

Fotos

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In der Fotos-App liefert euch die Touch Bar Bilder in einem Album oder einer Sammlung bereits in einer Vorschauansicht an, durch die ihr seitlich scrollen und somit sehr flott zum gewünschten Bild gelangen könnt. Darüber hinaus stehen euch rudimentäre Kontrollen zur Verfügung wie Filter (ebenfalls mit Vorschau), Aus-/Zuschneiden und Drehen von Bildern. Außerdem könnt ihr durch Videos scrollen, Video-Wiedergabe initiieren, Bilder spiegeln, Farben bearbeiten und Einiges mehr.

Mail/Messages

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Wenn ihr schreibt, bekommt ihr natürlich die ganze Bandbreite an Emojis geboten, ihr könnt in iMessage die Tapbacks wie das Herz oder den „Like“-Daumen nutzen und auch Quick Type wird unterstützt. Ihr bekommt also sowohl Autokorrekturen als auch passende Wortvorschläge in der Touch Bar geliefert.

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Bei Mail bietet uns die Touch Bar noch einige Möglichkeiten mehr: Ihr könnt Mails über den Touch-Streifen in Ordner verschieben, archivieren, als ungelesen markieren. Logischerweise können darüber auch Mails sortiert und abgeschickt werden, außerdem könnt ihr flaggen und Replies nutzen.

Safari

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Selbstverständlich hat Apple bei der Integration der Touch Bar auch seinen Browser Safari berücksichtigt. Dank der Leiste könnt ihr durch eure offenen Tabs wechseln oder euch eure Favoriten anzeigen lassen. Dazu könnt ihr sogar ein Slider-Element nutzen, was die Kontrolle zusätzlich schneller und einfacher macht. Außerdem gibt es die gewohnten Browser-Elemente zur Navigation, also Buttons um die vorherige oder nächste Seite anzusteuern, eine Suchleiste und auch der ESC-Button wird angezeigt.

Pages/Numbers/Keynote

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Auch für diese Anwendungen gibt es bereits Updates, so dass sie alle drei bereits die Touch Bar unterstützen. So könnt ihr über diese hochauflösende Leiste zum Beispiel Farben ändern, generell Texte formatieren oder auch durch Slides skippen.

Final Cut Pro

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Auch Final Cut Pro wird bereits jetzt unterstützt und Apple gibt an, dass ihr dank der Touch Bar in der App nun über ein interaktives Display verfügt, mit welchem ihr durch die komplette Timeline eurer Projekte navigieren könnt.

Adobe Photoshop

Unterstützung für Photoshop von Adobe ist auch auf dem Weg und wie es heißt, werdet ihr dabei zum Beispiel durch die Historie eurer Änderungen bei einem Bild navigieren können mithilfe eines Sliders. Außerdem könnt ihr zwischen verschiedenen Ebenen hin- und herspringen und andere Tasks ausführen.

Calendar

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Logisch, dass auch der Kalender unterstützt wird. In diesem Fall könnt ihr bequem den aktuellen Tag aufrufen oder durch einzelne Wochen scrollen.

Funktionstasten

Ihr könnt nicht ohne die typischen Funktionstasten? Glück gehabt, denn auch via Touch Bar könnt ihr sie aufrufen. Dazu müsst ihr lediglich die FN-Taste gedrückt halten und schon habt ihr die gewohnten Buttons von F1 bis F12 wieder am Start.

FaceTime

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Auch Anrufe bzw. FaceTime-Calls könnt ihr kinderleicht über die Touch Bar annehmen. Dort habt ihr fette Buttons, um den Anruf anzunehmen oder aber auch abzulehnen, außerdem bekommt ihr weiter links angezeigt, wer der Anrufer ist.

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Diese Liste der Anwendungen ist natürlich noch nicht komplett. Ihr werdet auch bei iTunes Songs abspielen/skippen können, die Touch Bar kommt bei GarageBand, Maps und iMovie zum Einsatz und wir dürfen uns auch auf breite Unterstützung von Dritt-Anbietern freuen. So ist eine Touch Bar-Unterstützung für Microsoft Office angekündigt und viele Apps wie Sketch, DJ Pro und DaVinci Resolve werden die Touch Bar nutzen. Geht mal davon aus, dass die Liste der unterstützten Anwendungen stetig und schnell länger wird.