Apple Quartalszahlen 3/17: Das iPhone legt erneut zu, das iPad lebt

Neue Quartalszahlen von Apple: In Q3/17 wurden mehr iPhones als im Vorjahresquartal verkauft, auch das iPad verkaufte sich überraschend gut. Nicht so rosig lief es hingegen in China.

Während wir die Quartalszahlen der anderen Tech-Größen mehr oder weniger im Vorbeigehen zur Kenntnis nehmen, ist die Spannung bei Apple angesichts der Bekanntgabe dieser Zahlen doch immer noch was anderes. Das ist in diesem Jahr nicht anders – im Gegenteil: Das Warten auf das iPhone 8 macht die ganze Nummer noch aufregender.

So hätte man meinen können, dass die Absätze beim iPhone einknicken angesichts der großen Erwartungshaltung der Apple-Kundschaft, aber dem war nicht so. Es wurden sogar mehr Mobiltelefone verkauft als im gleichen Quartal des Vorjahres. Das führte dazu, dass Apple sich über 45,4 Milliarden US-Dollar Umsatz freuen konnte. Das ist zwar — wie generell im dritten Fiskal-Quartal bei Apple — weniger als im zweiten Quartal, aber sieben Prozent besser als das Vorjahresresultat (42,36 Milliarden US-Dollar).

Davon profitierte auch der Gewinn: Der stieg nämlich von 7,8 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal auf jetzt 8,72 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs von 11,9 Prozent entspricht. In unserer Übersicht der Quartalszahlen seit 2009 sieht das dann wie folgt aus (in Gelb seht ihr den Umsatz, die rote Farbe markiert den Reingewinn):

Apple Verkaufszahlen Q3/17 – erstaunlich viele iPhones

Wir wollen selbstverständlich auch wieder darauf schauen, wie diese Quartalszahlen zustande gekommen sind oder anders gesagt: Was ging bei Apple in den letzten drei Monaten wie oft über die Ladentheke und hat für Umsatz gesorgt. Zusammenfassend können wir sagen, dass sowohl die Performance beim iPhone als auch die beim iPad überraschend stark ist. Die Macs stagnieren auf einem soliden Level mit minimalem Zugewinn, die Services ziehen erneut deutlich an. Aber der Reihe nach:

Apple iPhone: Verdammt, wieso kaufen die immer noch?

Wenn uns allen eines klar war vor dem von so vielen heiß erwarteten iPhone 8, dann ja wohl die Tatsache, dass sich alle Apple-Fans weltweit mit dem Kauf eines neuen Modells solange zurückhalten, bis der neue Hobel vorgestellt wird. Tja, Pustekuchen – die Zahlen strafen uns lügen, denn das aktuelle iPhone verkauft sich weiterhin blendend.

So konnte das Niveau des Vorjahres nicht nur gehalten werden — mit 41,03 Millionen verkauften Einheiten konnte man sich in Cupertino sogar über zwei Prozent mehr Absatz freuen als bei den 40,34 Millionen iPhones im selben Quartal des Jahres 2016. Bei etwa 45 Milliarden Dollar Umsatz insgesamt und davon knapp 25 Milliarden Dollar allein mit dem iPhone wird klar, dass der Erfolg des Unternehmens immer noch mit diesem Smartphone steht und fällt.

Davon zeigte sich auch die Börse überrascht: Nachdem die Apple-Aktie im letzten Quartal nach der Verkündung der jüngsten Zahlen trotz blendenden Verkäufen leicht einknickte, ging es dieses Mal nachbörslich zwischenzeitlich sogar um sechs Prozent hoch. Erfahrungsgemäß dürften die Verkäufe im nächsten Quartal leicht anziehen, die neue Hardware wird sich aber dann erst in Q1/18 drastisch auswirken erwartungsgemäß.

Apple iPad: Totgesagte leben länger

Huch – sehen wir hier das Comeback des Jahres? Das iPad durchlebt ja schon seit Jahren eine einzige Talfahrt, aber plötzlich lassen die Zahlen wieder aufhorchen: In Q3 des letzten Jahres landete das iPad unterhalb der Marke von zehn Millionen verkauften Geräten, in Q2 dieses Jahres waren es sogar weniger als neun Millionen.

Jetzt meldet es sich zurück wie Phönix aus der Asche mit immerhin 11,42 Millionen verkauften Einheiten im abgelaufenen Quartal. Das sind 15 Prozent mehr iPads als im Vorjahresquartal und sogar 28 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2017. Wenn wir auf Apples PDF-Datei blicken, fällt aber auch auf, wieso wir dieses Comeback mit einem dicken „Aber“ kommentieren müssen.

Ja, es wurden 15 Prozent mehr Tablets abgesetzt im abgelaufenen Quartal — es wurde gleichzeitig aber lediglich zwei Prozent mehr Umsatz erzielt. Deutlich mehr verkaufte iPads generieren nahezu keinen zusätzlichen Umsatz. Das bedeutet, dass die Leute zwar gewillt sind, auch im Jahr 2017 gerne noch Tablets zu kaufen — aber nur, wenn der Preis stimmt. Mit günstigeren Angeboten konnte Apple den Verkauf in dieser Sparte also wieder ankurbeln.

Apple Mac und Apple Services

Da schon seit einiger Zeit die iPods nicht mehr explizit ausgewiesen werden und Geräte wie Apple TV oder die Apple Watch ebenfalls nur unter „Sonstige Produkte“ geführt werden, bleiben uns lediglich noch die Sparten Mac und Services, auf die wir zu blicken haben. Der Mac hält sich da auf sehr konstantem Niveau, was die Abverkäufe angeht: 4.292.000 Rechner konnten im abgelaufenen Quartal an den Mann bzw. die Frau gebracht werden — 4.252.000 waren es im Vorjahr im gleichen Quartal.

Das entspricht einem Zuwachs von einem Prozent oder gerade einmal 40.000 Einheiten, die mehr abgesetzt werden konnten. Im Gegensatz zum iPad sorgt dieser Zuwachs aber für deutlich mehr Gewinn: Knapp 5,6 Milliarden US-Dollar Umsatz verdankt Apple der Mac-Sparte, was einem Plus von sieben Prozent entspricht.

Der heimliche Superstar, bezogen auf die Umsatzentwicklung, ist auch dieses mal wieder die Service-Sparte. Kurz und knapp zusammengefasst: 7.266.000 Milliarden Dollar wurden hier eingespielt, was einem Plus von drei Prozent gegenüber Q2/17 entspricht und sogar einem Zuwachs um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Services, unter denen sich Dienste wie Apple Music befinden und alle Umsätze, die beispielsweise per ApplePay oder AppleCare generiert werden, entwickeln sich zu einem immer wichtigeren Standbein für das Unternehmen aus Cupertino.

Die einzeln ausgewiesenen Hardware-Sparten iPhone, iPad und Mac haben wir — wie immer — auch in Form eines Diagrammes für euch parat:

Und was war da mit China?

Immer wieder hat Apple betont, wie wichtig der riesige Absatzmarkt in China für das Unternehmen sei. Aber genau da ist der sonst so perfekt surrende Apple-Motor ins Stocken geraten. Normalerweise ist das iPhone auch trotz starker Konkurrenz stets das meistverkaufte Smartphone im Reich der Mitte gewesen. Das hat sich im letzten Jahr geändert (wir berichteten), als sich nämlich OPPO auf den Smartphone-Thron schwingen konnte mit dem Modell R9.

Dass die Lage in China schwierig ist, belegt auch ein Blick auf diese jetzt veröffentlichten Zahlen: Überall kann Apple seinen Umsatz steigern, teils sogar im zweistelligen Prozentbereich. So gibt es in Europa einen Zuwachs von 11 Prozent, in der Asia-Pacific-Region (ohne China und Japan) sind es sogar 13 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. China hingegen ist die einzige Region auf diesem Planeten, auf dem die Zahlen rückläufig sind — Apple ist hier sogar um zehn Prozent eingeknickt umsatztechnisch!

Somit bestätigt sich wieder einmal, dass China nicht nur ein großer und wichtiger, sondern auch ein sehr schwieriger Markt ist. Es bleibt abzuwarten, ob Apple mit dem iPhone 8 das Ruder wieder herumreißen kann. Angesichts der starken Smartphone-Konkurrenz aus Shenzhen ist das allerdings nicht selbstverständlich.

Ein vorsichtiger Ausblick

Wie geht es jetzt weiter bei Apple? Die jetzt veröffentlichten Zahlen dürften dafür gesorgt haben, dass in der Chefetage in Cupertino vermehrt der Sound von knallenden Sektkorken zu vernehmen war. Dass sich so massig iPhones verkaufen würden im Q3 war in dieser Ausprägung nun wirklich nicht zu erwarten.

Vielmehr hatte man sowas wie die Ruhe vor dem Sturm erwartet — vor jenem Sturm, der auf den Namen iPhone 8 hört. Hier ist die Frage jetzt lediglich, ob Apple dieses Smartphone zusammen mit den regulären Modellen bereits im September auf die Menschheit loslässt, oder ob es zu den befürchteten Verzögerungen kommt.

Deuten wir die optimistischen Töne, die Apple mit Blick auf die nächsten Monate jetzt verlauten lässt, richtig, dann scheint man die Lage wohl im Griff zu haben. Soll heißen: Die Produktion scheint wie gewünscht zu laufen und neben dem iPhone 7s und 7s Plus wird wohl auch das iPhone 8 zeitnah nach der Vorstellung zu haben sein.

Sollte dem tatsächlich so sein, dann tippe ich mal vorsichtig darauf, dass Gewinne und Umsätze nochmal schwer durch die Decke gehen werden in Cupertino. Das wird dann allerdings noch nicht im nächsten Quartal der Fall sein, sondern erst in Q1/18. Bei den iPads erwarte ich eher, dass dieses Zwischenhoch nur ein Strohfeuer war, welches sich in dieser Form nicht im nächsten Quartal wiederholt, während speziell die Services auch in den nächsten Quartalsberichten eine immer wichtigere Rolle spielen werden.

Quelle: Apple