Apple Quartalszahlen: 1. Rückgang seit 13 Jahren, iPhone-Verkäufe sinken erstmals

Apple legt die Quartalszahlen für Q2 vor, schwimmt weiterhin im Geld, muss aber beim iPhone erstmals überhaupt rückläufige Zahlen hinnehmen. Auch der Umsatz geht gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück, der erste Umsatzrückgang seit 2003.

Die lang erwarteten Zahlen für Apples zweites Quartal dieses Finanzjahrs sind da und wie zu befürchten war, gab es mächtig einen vor den Bug der erfolgsverwöhnten Jungs und Mädels aus Cupertino. Ausgerechnet das iPhone – stets die treibende Kraft hinter den Erfolgszahlen der letzten Jahre – konnte die hohen Zahlen des Vorjahres nicht mehr bestätigen und brach ein auf 51,2 Millionen verkaufte iPhones im abgelaufenen Quartal.

appledollarDas ist eine stolze Summe, nach der sich jeder andere Hersteller die Finger lecken würde und sogar etwas mehr, als Analysten prognostiziert hatten – aber eben auch exakt 10 Millionen Einheiten niedriger als das, was Apple im gleichen Quartal des Vorjahres abgeliefert hat. Cupertino muss somit erstmals einen Absatzrückgang beim iPhone verzeichnen und bestätigt somit, dass sich auch Apple den Gesetzen der Wirtschaft unterordnen muss und nicht beliebig weiter wachsen kann.

iPhone – Apples Damoklesschwert

Das, was man bei Apple nie öffentlich zugeben würde, wird durch diese jüngsten Zahlen eindrucksvoll bestätigt: Das Apple iPhone ist das Herz, der Motor des Unternehmens – wenn es hier nicht läuft, dann bekommt Apple das mit keiner Produktsparte auch nur im Ansatz kompensiert. Oder anders gesagt: Das iPhone ist das Damoklesschwert, welches ständig über Apple baumelt – wenn das herunter rauscht, dann tut das dem Unternehmen richtig, richtig weh.

Das verrät euch auch der Blick auf unsere Tabelle: Dort könnt ihr die Umsatz- und Gewinnentwicklung seit 2009 sehen und erkennt, dass der Umsatz in diesem Quartal gegenüber dem Vorjahr von 58 Milliarden Dollar auf 50,6 Milliarden Dollar und der Gewinn auf 10,5 Milliarden Dollar gesunken ist – im Vorjahr waren es im gleichen Quartal noch 13,6 Milliarden Dollar! Der Umsatz ging damit um 13 Prozent zurück, der Gewinn sogar um 22 Prozent.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Apple nun am Hungertuch nagt. Dennoch ist es der erste Umsatzrückgang für Apple seit dem Jahr 2003 und das erste Mal, dass es beim iPhone einen Rückgang zu verzeichnen gibt. Das honorierte auch die Börse in New York, wo die Apple-Aktie direkt nach Verkündung der Zahlen an der Wall Street um etwa fünf Prozent verlor.

So entwickelten sich die einzelnen Produktsparten

Wir sagten es bereits: Apple steht und fällt derzeit mit dem iPhone! Tim Cook hat fantastische Produkte angekündigt, geliefert hat er bis dato aber im Wesentlichen nur die Apple Watch, die auch weiterhin nicht im Ansatz die Rückgänge beim iPhone kompensieren kann und in der Apple-Statistik auch nach wie vor nur unter „Other Products“ gelistet ist. Immer noch werden zwei Drittel des kompletten Unternehmens-Umsatzes mit dem iPhone erwirtschaftet.

In der Tabelle könnt ihr nochmal ablesen, dass die iPhone-Verkäufe von 61,2 Millionen Geräten im Vorjahr auf etwa 51,2 Millionen Geräte im abgelaufenen Quartal zurückgegangen sind. Das ist gegenüber dem Vorjahr eine Verschlechterung um 16 Prozent. Apple hat das clever durchgezogen die letzten Jahre: Immer mehr Märkte haben das iPhone bekommen, so dass immer neue Verkaufsrekorde eingestellt werden konnten. Jetzt geraten die Märkte in China ins Stocken, was Apple sehr deutlich merkt, zudem tritt eine Sättigung ein, was hochpreisige Smartphones wie das iPhone angeht – auch das machte sich in den Quartalszahlen bemerkbar.

Auch beim iPad hält die Talfahrt an: Im achten Quartal hintereinander ging es runter von 12,6 Millionen Einheiten auf nun mehr 10,3 Millionen Tablets – das entspricht einem Minus von 19 Prozent. Für die Mac-Sparte mit jetzt noch knapp über 4 Millionen verkauften Geräten ging es um 12 Prozent hinunter.

Deutlich rauf hingegen ging es übrigens in der Sparte „Services“, wo sich auch der Streaming-Dienst Apple Music befindet, ebenso Apple Pay, iTunes etc. Nach eigenen Angaben verzeichnet Apple Music mittlerweile 13 Millionen Nutzer. Das sind zwar zwei Millionen mehr als noch im Februar, hinter Spotify – die allerdings auch viel früher gestartet sind – hinkt man dennoch deutlich hinterher.

Und wie weiter?

Als wären diese Rückgänge für Apple nicht schon ärgerlich genug, konnte man seinen Anlegern und Fans auch nicht Mut machen, was das nächste Quartal angeht. Die eigene Prognose lautet, dass die Umsätze im nächsten Quartal nochmals sinken auf dann geschätzte 41 Milliarden Dollar.

Das iPhone wird – Rückgänge hin oder her – der Motor bleiben, der Apple antreibt und es wird spannend sein zu sehen, wie sich das iPhone SE in der nächsten Statistik bemerkbar machen wird.  Weder Apple Watch noch iPad Pro konnten besondere Impulse setzen, dafür ziehen vielleicht die Services weiter an. Die Kriegskassen bei Apple sind nach wie vor prall gefüllt, dennoch scheint sich abzuzeichnen, dass die ganz fetten Jahre vorbei sind.

Quelle: Apple