Analyse
Apple Quartalszahlen Q3: Umsatz übertrifft die Analysten-Erwartungen

Neue Quartalszahlen von Apple und wieder klingelt es ordentlich in Cupertino. iPhone X und Dienste wie Apple Music spülen erneut tonnenweise Geld in die eh schon gefüllten Kassen.

Es läuft bei Apple! Mit diesem einen Satz könnte man zwar eh jede Quartalszahlen-Meldung Apples zusammenfassen, aber in diesem dritten Quartal des Fiskal-Jahres der Kalifornier sieht es wirklich rosig aus. In Zeiten, in denen andere Smartphone-Größen inklusive Samsung ins Straucheln geraten, kann Apple immer noch zulegen und seine Umsätze sogar noch deutlich steigern.

Spätestens seit den Quartalszahlen vor einem Vierteljahr wissen wir, dass Apple das iPhone X allen Unkenrufen zum Trotz wie geschnitten Brot verkauft und dieser Trend hat sich in den letzten drei Monaten sogar noch verstärkt: Einen Durchschnittspreis pro iPhone von 694 US-Dollar erwarteten die Analysten — Apple lag mit 724 Dollar deutlich darüber.

Das hat sich sowohl auf den erzielten Gewinn als auch auf den gesamten Umsatz positiv ausgewirkt. Entsprechend begeistert äußerte sich CEO Tim Cook und sparte dabei auch wieder nicht mit Superlativen — immerhin ist der beste Juni der gesamten Konzern-Geschichte gelungen.

We’re thrilled to report Apple’s best June quarter ever, and our fourth consecutive quarter of double-digit revenue growth, Our Q3 results were driven by continued strong sales of iPhone, Services and Wearables, and we are very excited about the products and services in our pipeline. Tim Cook, Apple-CEO

In nackten Zahlen stellt sich das wie folgt dar: Der Konzern aus Cupertino konnte den Umsatz im Jahresvergleich um 17 Prozent auf etwa 53,3 Milliarden Dollar steigern. Noch massiver fiel der Anstieg beim Gewinn aus: Der Quartalsgewinn stieg um 32 Prozent auf etwas mehr als 11,5 Milliarden Dollar! Das Kunststück brachte Apple fertig, obwohl man lediglich ein Prozent mehr iPhones verkaufen konnte.

Wie immer listen wir euch die Quartalsergebnisse des Unternehmens in unserer Übersicht auf, die bis zum Jahr 2009 zurückgeht:

Apple Verkaufszahlen Q3/18: Kaum mehr iPhones, dennoch deutlich mehr Kohle

Apple beherrscht so manchen Zaubertrick, bei dem die Konkurrenten andächtig davor stehen und sich fragen, wie die Leute in Cupertino das wieder mal hinbekommen haben. Niemand außer Apple versteht es beispielsweise, ein Smartphone zu bauen, welches über das Jahr gesehen kaum was von seinem Wert verliert. Ebenso bekommt es niemand hin, Smartphones anzubieten, die stets sofort bei Erscheinen eines neuen Betriebssystems ein entsprechendes Update erhalten — niemand außer Apple, versteht sich.

Auch bei den aktuellen Quartalszahlen gelingt Apple wieder ein solcher Trick, bei dem die Kinnladen der Konkurrenten reihenweise herunterklappen dürften. Der Trick geht so: Man verkauft nur unwesentlich — ein Prozent — mehr Smartphones als im Vorjahresquartal. Bedeutet, dass Apple in Q3/18 41,3 Millionen Smartphones verkauft hat, während es im letzten Jahr 41,026 Millionen Einheiten waren. Und der Knalleffekt dieses Tricks: Der Umsatz ist bei diesem einem Prozent mehr verkaufter Hardware dennoch um — Trommelwirbel — 20 Prozent gestiegen von 24,8 auf 29,9 Milliarden US-Dollar!

Das ist absolut erstaunlich und dürfte damit zusammenhängen, dass Apple im Vergleich zu den anderen Modellen das iPhone X noch besser verkauft hat in den letzten 12 Wochen. Gratulation, Apple — sowas muss man bei all den gesättigten Märkten erst mal hinbekommen.

…und jenseits des iPhone?

Ich weiß gar nicht, wie lange wir schon darüber diskutieren, dass Apple die Last auf mehrere Stützpfeiler verteilen möchte, also weniger abhängig von einem Mobiltelefon sein möchte. Die Überlegung ist richtig und Apple ist hier auch nach wie vor auf dem richtigen Weg, aber dennoch überstrahlen die Zahlen bezüglich des iPhone alles andere.

Das soll uns aber nicht daran hindern, auch auf die anderen Sparten zu blicken. Sowohl bei den iPads als auch bei den Macs ging der Umsatz um fünf Prozent nach unten. Das ist aber aus verschiedenen Gründen nachvollziehbar und im Grunde wenig bedenklich für Apple. Bei den iPads konnte man immerhin ein Prozent mehr Geräte verkaufen, was zu bedeuten hat, dass die Leute verstärkt zu günstigeren iPad-Modellen greifen. 11,42 Millionen Geräte spülten knappe fünf Milliarden US-Dollar in Apples Kasse.

Bei den Rechnern hat man mit 3,72 Millionen Geräten sogar 13 Prozent weniger unters Volk bringen können als im selben Quartal des letzten Jahres. Das hängt in diesem Fall aber damit zusammen, dass die neuen Macbook Pro-Modelle noch nicht berücksichtigt werden. Geht also davon aus, dass die neue Hardware, die sich wieder deutlich mehr ans professionelle Publikum wendet, die Zahlen fürs nächste Quartal wieder anziehen lassen.

Bleiben noch die “Other Products”, zu denen vor allem die Apple Watch gehört und selbstverständlich die Services, unter denen sich Dienste wie Apple Pay, Apple Care, Apple Music und iTunes versammeln. Gerade hier zeigt Apple zuletzt immer wieder, wie viel mehr Potenzial noch in diesem Unternehmen steckt und dass man eben nicht nur ein Hersteller von Premium-Smartphones ist.

Ich würde mir tatsächlich wünschen, dass Apple mal die Zahlen zur Apple Watch explizit auflistet. So können wir nur spekulieren, inwieweit die Smartwatch “Schuld” daran ist, dass sich der Umsatz in dieser Sparte innerhalb eines Jahres um fette 37 Prozent auf 37,4 Milliarden Dollar verbessert hat.

Ähnlich beeindruckend die Zahlen bei den Services: Hier ging es um 31 Prozent nach oben beim Umsatz, was nun mittlerweile fast 9,55 Milliarden US-Dollar entspricht. Nicht mehr lange und wir reißen hier die 10-Milliarden-Dollar-Marke und spätestens dann sollten wir bei unseren Analysen mal überlegen, diese Services auch in unsere Diagramme einzupflegen. Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob ich ab dem nächsten Quartal die Services mit berücksichtigen soll in der Übersicht der Verkaufszahlen. Bis dahin seht ihr hier erst nochmal den gewohnten Überblick, in welchem ihr die Entwicklungen bei iPhone, iPad und Mac seht:

Was bleibt noch zu sagen? Apple kündigte an, dass Apple Pay noch dieses Jahr auch nach Deutschland kommen wird. Also dürfen wir auch hier erwarten, dass die Services weiter zulegen werden im nächsten Quartal. Neue Hardware befindet sich ebenfalls in der Pipeline und auch die jüngste Macbook-Pro-Generation wird bereits in den nächsten Quartalszahlen zum Tragen kommen.

Bedeutet unterm Strich, dass man bei Apple derzeit absolut zuversichtlich in die Zukunft blicken kann. In Cupertino erwartet man fürs vierte Quartal einen Umsatz von 60 bis 62 Milliarden US-Dollar und möchte gern wie im dritten Quartal die Prognosen der Analysten wieder übertreffen. Die Börse honorierte die guten Ergebnisse und sorgte dafür, dass die Apple-Aktie nachbörslich um mehr als drei Prozent angezogen ist. Alles gut im Apfel-Land!

Quelle: Apple