Fast 1 Milliarde iPhones
Apple Quartalszahlen Q3/2016 – Der Sinkflug geht weiter

Es ist wieder Zeit für die Quartalszahlen des (noch) wertvollsten Technikunternehmens. In den vorangegangenen Quartalen schwächelten die Zahlen jedoch und es scheint noch weiter bergab zu gehen. Das heißt nicht, dass Apple nun am Hungertuch nagt, doch strafen Aktienmärkte gerne geringere Wachstumszahlen ab.

Noch haben die Anleger die Füße still gehalten und die Apple Aktie verzeichnet im Vorfeld der Bekanntgabe der Zahlen für das 3. Quartal kaum Schwankungen. Das könnte sich jedoch sehr schnell ändern, sobald die Märkte wieder geöffnet sind. Vor einem Jahr verlor das Unternehmen aus Cupertino kurzzeitig satte 70 Milliarden US$ an Wert, weil der Aktienmarkt trotz Rekordgewinn mit den Zahlen und der Nichterfüllung der Prognosen unzufrieden war. Für dieses Quartal waren, in Anbetracht der – für Apple – katastrophalen Zahlen aus Q2/2016, die Erwartungen von vorherein nicht sonderlich hoch. In einigen Fachblättern wird jedoch von Apples Horrorshow gesprochen, da ein weiterer Einbruch in den Verkaufszahlen erwartet wird. Glücklicher Weise ist es doch nicht ganz so schlimm gekommen, auch wenn es immer noch düster für ein solch Erfolgsverwöhntes Unternehmen aussieht.

Umsatz versus Gewinn

Im abgelaufenen Quartal konnte Apple einen Umsatz von 42,4 Milliarden US$ erwirtschaften, aus dem immerhin ein Gewinn von 7,8 Milliarden US$ resultiert. Dies ist zwar ein Rückgang zum Vorjahresquartal von 7,2 Milliarden US$, jedoch lange nicht so schlimm, wie von manchen Analysten erwartet. Die Aktie stieg somit vorbörslich um 4 %.

Fast 1 Milliarde iPhones

Seit nunmehr 9 Jahren ist das iPhone der Verkaufsschlager von Apple. Analysten erwarten noch dieses Jahr das milliardste verkaufte iPhone. Das ist eine Zahl, die man sich ruhig einmal auf der Zunge zergehen lassen kann. Man darf nämlich nicht vergessen, dass es sich hier um eine einzige Modellreihe handelt und nicht, wie bei den Mitbewerbern, um ein breites Portfolio unterschiedlicher Geräte. Doch gehen auch die Verkaufszahlen kontinuierlich zurück. Der Markt ist einfach gesättigt und solange Apple nicht mit Revolutionen sondern nur mit Evolutionen um die Ecke kommt, wird sich daran auch nicht viel ändern.

Immerhin konnten im dritten Quartal 40,4 Millionen Stück abgesetzt werden, welches die Erwartungen um gerade einmal 300.000 Stück übertrifft.

Das sinkende iPad

Auch bei der zweiten Geräteklasse, der Apple unbestritten den Weg in den Massenmarkt geebnet hat, sinken die Verkaufszahlen kontinuierlich. Allerdings geht dies nicht nur Apple so. Insgesamt scheint das Konzept eines Tablets dem Untergang geweiht. Lediglich 9,95 Millionen iPads gingen noch über den Ladentisch. Die Nutzer schauen hier wohl eher auf die 2 in 1 Lösungen anderer Hersteller, am besten noch mit einem vollwertigen Windows 10, um nahtlos zwischen mobilem und stationärem Arbeiten wechseln zu können, obwohl Apple hier anderer Meinung ist.

Kaum noch der Rede wert – die Apple Watch

Etwas über ein Jahr ist die Uhr aus dem Hause Apple nun erhältlich und sucht immer noch seinen Platz an den Handgelenken der Kunden. Nach einem ersten Boom nach Veröffentlichung, sinken auch hier die Verkaufszahlen kontinuierlich. Hier hat sich Apple sicher etwas anderes vorgestellt. So ist es nicht verwunderlich, wenn keine Verkaufszahlen genannt wurden, sondern diese lediglich in höchsten Tönen gelobt wurde.

Rettungsboot Apple Music?

Einzig bei den Serviceprodukten iTunes und Apple Music sehen Analysten eine Möglichkeit für Apple, die zweistelligen Verluste bei der Hardware aufzufangen und die Anleger lange genug bei der Stange zu halten, bis zum Beispiel 2017 mit dem iPhone 8 nicht nur ein Nachfolger für das iPhone 7 vorgestellt wird, sondern ein Gerät, welches Nutzer älterer iPhones zum Upgrade animiert. Mit der momentanen Modellpolitik, bei der nur kleine Änderungen in Optik und Austattung auf das Vorgänger Modell folgen, sind diese nämlich nicht dazu zu bewegen. Immerhin konnte Apple die Einnahmen um 19 % im Vergleich zum Vorjahr steigern.

Und wie geht es weiter?

Apple hat ein Problem und das heißt Innovationslosigkeit. Unter Steve Jobs hat das Unternehmen immer wieder bewiesen, wie man bekannte Hardware perfektioniert und dem Nutzer ein Erlebnis bereitet, welches ihn zum Fanboy werden ließ. Wenn nicht bald neue Signale aus den Laboren aus Cupertino kommen, steht der Apple Campus leer, kurz nachdem er bezogen worden ist.

Sascha wird euch morgen früh mit mehr Details auf dem laufenden halten.