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Apple Quartalszahlen: Weniger Umsatz, Gewinn und iPhones, mehr Service

Apple veröffentlicht neue Quartalszahlen und bleibt sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn unter den Vorjahreswerten. Überraschend kommt das jedoch nicht.

von Carsten Drees am 1. Mai 2019

Hurra, die neuen Quartalszahlen sind da. Auch Apple veröffentlicht vierteljährlich den Nachweis darüber, wie man in den letzten drei Monaten gewirtschaftet hat und erfahrungsgemäß ist das beim Unternehmen aus Cupertino immer ein Mix aus Zahlen in atemberaubender Höhe und einem sich-selbst-auf-die-Schultern-klopfen mit dem Verkünden irgendwelcher Rekorde.

Dieses mal lässt sich das alles irgendwie ein bisschen nüchterner an, wenn ich das auf den ersten Blick richtig interpretiere. Sowohl Gewinn als auch Umsatz liegen relativ deutlich unter dem Vorjahresergebnis. Allerdings haben die Experten noch weniger erwartet, so dass das Resultat unterm Strich eben doch positiv bewertet wird.

Einen Rekord gibt es dennoch zu vermelden in Q2 des Jahres 2019: Dieser Rekord betrifft — wenig überraschend — die Services. Mit 11,5 Milliarden US-Dollar ist der mit den Services erzielte Umsatz höher als jemals zuvor. Das iPhone hingegen kam anscheinend nicht mehr so gut weg. Wie ihr wisst, nennt uns Apple ja keine Zahlen mehr zu den verkauften Einheiten seiner Hardware. Diese Zahlen hätten keine Aussagekraft, hieß es dazu seinerzeit, aber wir wissen natürlich, dass die Jungs und Mädels in Cupertino pfiffig sind und genau wissen, wieso sie diese Zahlen lieber nicht mehr nennen.

Apple Q2/2019 – Umsatz und Gewinn

Im Grunde spiegeln die aktuellen Zahlen ein wenig das Resultat des ersten Quartals: Auch da waren Gewinn und Umsatz rückläufig, aber insgesamt leicht über den Erwartungen. Wieder muss Apple erklären, dass man etwa fünf Prozent weniger Umsatz gemacht hat als im selben Quartal des letzten Jahres. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Im letzten Jahr waren es round about 61,1 Milliarden US-Dollar Umsatz, jetzt “nur” 58 Milliarden.

Beim Gewinn sieht es sogar noch ein bisschen deutlicher aus, denn der entwickelte sich sogar über 15 Prozent schlechter als im Vorjahr. 11,56 Milliarden US-Dollar Gewinn konnte man erwirtschaften, im Vorjahr waren es noch 13,82 Milliarden. Die Stückzahlen der einzelnen Produktkategorien können wir euch leider nicht mehr aktualisieren, aber nichtsdestotrotz lasse ich euch hier jetzt wie gehabt einen Blick auf die Entwicklung von Umsatz und Gewinn seit 2009 werfen.

Services, Wearables und iPad hui – iPhone und Mac pfui

Die Quartalsergebnisse der einzelnen Sparten habe ich in eine schmissige Zwischen-Headline gepackt, wie ihr seht. Zumindest das gibt der Bericht von Apple nämlich noch her, wenn es schon keine Stückzahlen gibt: Die iPhones brachten Apple einen Umsatz von etwas mehr als 31 Milliarden Dollar.  Das ist immer noch eine Irsinnssumme, aber eben dennoch etwa 6,5 Milliarden Dollar weniger als das, was die Smartphones noch im Vorjahr in die Kasse gespült haben. Auch das Geschäft mit dem Mac war rückläufig, aber dafür konnten die iPads deutlich anziehen.

Bei den Tablets gab es nämlich einen Sprung auf fast 4,9 Milliarden Dollar Umsatz, nachdem es in Q2/18 lediglich 4 Milliarden Dollar waren. Ebenfalls auf dem Vormarsch ist die Kategorie “Wearables, Home und Zubehör”, denn der Umsatz stieg hier sehr deutlich von 3,9 auf 5,1 Milliarden US-Dollar.

Der derzeitige Star im Quartalszahlen-Himmel bleibt bei Apple aber die Service-Sparte: Von 9,85 Milliarden Dollar Umsatz im Vorjahr ging es rauf auf 11,45 Milliarden – ungefähr ein Fünftel des Umsatzes erwirtschaftet Apple also mittlerweile mit den Services, zu denen Dienste wie Apple Music oder Apple Pay gehören.

Im Gegensatz zum letzten Quartal, als die Aktie kolossal einbrach, hat sich die Börse nun aber wohl langsam damit abgefunden, dass das iPhone schwächer und schwächer wird in den Bilanzen und Apple verstärkt auf eben jene Services setzt. Die Aktie erholte sich fabelhaft in den letzten Monaten und obwohl Apple nun zwei mal in Folge rückläufige Zahlen präsentieren musste, reagierte die Börse heute deutlich entspannter. Nachbörslich zog die Apple-Aktie sogar ordentlich an.

Wir können jetzt diskutieren, wie viel weniger iPhones Apple verkauft hat, oder ob der geringere Umsatz damit zusammenhängt, dass die Leute einfach zu günstigeren Modellen greifen. Zielführend wäre das aber nicht, zumindest meiner Meinung nach. Zumindest die Börse und die Aktionäre stellt Apple nachweislich zufrieden und der Wandel zur Service-Company scheint in vollem Gange zu sein.

Natürlich hat Apple für dieses Jahr noch neue Hardware in der Pipeline, aber vor allem die Service-Kategorie wird auch im nächsten und übernächsten Quartal wieder für die Lichtblicke sorgen, dessen bin ich mir sicher.

Quelle: Apple via Caschys Blog