Rekord-Quartal dank iPhone X
Apple Quartalszahlen: weniger verkaufte iPhones, mehr Kohle

Die neuen Quartalszahlen verraten es: Bei Apple hat es in Q1/18 wieder in der Kasse geklingelt - und das trotz rückläufiger Verkaufszahlen beim iPhone.

Das Apple iPhone X sollte alles ändern und Apple mit seinem Premium-Smartphone wieder an die Spitze einer Produktsparte bringen, die man seinerzeit mit dem ersten iPhone entscheidend vorangetrieben hat. Nun mehren sich die Meldungen, dass sich dieses iPhone X nicht so gut verkauft wie erhofft. Apple selbst konnte das nicht erschüttern und auch die jetzt veröffentlichten Quartalszahlen der Kalifornier sehen nicht so aus, als müsste das Unternehmen wirklich besorgt sein.

Zwar wurden weniger iPhones abgesetzt im ersten Quartal des Fiskaljahres 2018: Nach 78,29 Millionen verkauften iPhones im Vorjahresquartal sind es nun 77,32 Millionen Devices — also ein leichter Rückgang von ziemlich genau einer Million Smartphones bzw. um 1,24 Prozent. Dennoch bringt Apple das Kunststück fertig, daraus einen Rekordumsatz und auch einen Rekordgewinn zu generieren.

88,3 Milliarden US-Dollar Umsatz bedeuten ein Plus von 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn stieg in diesem Jahr erstmals über die 20-Milliarden-Dollar-Grenze und fiel damit mehr als zwei Milliarden Dollar höher aus als im gleichen Quartal des letzten Jahres. Auch ein weniger häufig verkauftes iPhone konnte Apple also nicht davon abhalten, das „stärkste Quartal der Firmengeschichte“ zu absolvieren. Wie sich das in der Grafik darstellt, seht ihr hier in unserer Übersicht:

Apple Verkaufszahlen Q1/18: Weniger verkaufen, mehr verdienen – ein Geniestreich?

Umsatz und Gewinn haben also noch einmal einen Satz nach oben gemacht, aber wie sieht es bei den Verkaufszahlen aus, wenn wir das nach unterschiedlichen Produkten und Sparten aufbröseln?

Apple iPhone: Kein Satz mit X

Zum iPhone haben wir uns oben schon geäußert: 77,3 Millionen Geräte haben die Jungs und Mädels aus Cupertino in diesem abgelaufen Quartal veräußern können, wobei uns Apple leider nicht den Gefallen tut, das nach Modellen aufzuschlüsseln. Dass sich das iPhone X dabei aber nicht so schlecht verkauft, wie teilweise berichtet wird, sieht man daran, dass eben der Umsatz dennoch gestiegen ist und der Durchschnittspreis des verkauften iPhones um 40 Dollar auf 796 Dollar.

Tim Cook erklärte anlässlich der neuen Quartalszahlen, dass das iPhone X alle Erwartungen im Unternehmen übertroffen habe und seit seinem Release im November Woche für Woche das am besten verkaufte iPhone-Modell wäre. Neben dem üblichen PR-Geklimper schwingt da natürlich auch Stolz und vermutlich auch ein wenig Erleichterung mit. Wir dürfen gespannt sein, wie sich a) die Absätze in diesem Jahr entwickeln und b) wie das diesjährige Smartphone-Line-Up aussehen mag.

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir schon vor einem Jahr davon sprachen, dass der ein oder andere mit dem Smartphone-Kauf aussetzen und stattdessen auf das Jubiläums-iPhone warten wollte. Dennoch wurden eben weniger Geräte abgesetzt und es dürfte spannend werden zu beobachten, wie sich das dann in diesem Jahr verhält, wenn kein Modell außer der Reihe erscheint.

iPad, Mac und Services

Um die Tablets aus Cupertino war es zuletzt eigentlich regelmäßig nicht so gut bestellt. Wie alle anderen Tablets auch, hat sich das iPad angesichts immer größer werdender Smartphones in seine etwas gemütlichere Nische zurückgezogen. Daher dürfte die Freude bei Apple groß sein, dass in diesem Quartal 13,17 Millionen iPads verkauft werden konnten. Das sind deutlich mehr als die 10 Millionen im letzten Quartal und sogar leicht mehr als im Vorjahresquartal.

Nicht ganz so positiv sieht es da in der Mac-Sparte aus: 5,11 Millionen verkaufte Rechner stehen hier zubuche und das ist sowohl weniger als die 5,37 Millionen Einheiten im Vorjahresquartal, als auch die 5,39 Millionen im letzten Quartal. Das Weihnachtsgeschäft hat hier also nicht annähernd so gut funktioniert wie in der Smartphone-Sparte.

Bleiben noch die Bereiche „Sonstiges“ und „Services“: Bei den „anderen Produkten“, zu denen zum Beispiel auch Apple TV, Air Pods und die Apple Watch zählen, konnte Apple ordentlich zulegen. 5,49 Milliarden Dollar Umsatz wurden hier erzielt. Gegenüber den etwas mehr als 4 Milliarden Dollar im Vorjahr bedeutet das ein sattes Plus von 36 Prozent. Zu ärgerlich, dass wir nicht feststellen können, welches Produkt des Unternehmens hier den Umsatz-Motor spielt.

Bleiben also noch die Services, die schon länger von Quartal zu Quartal anziehen. Hierzu gehören Dienste wie Apple Music, Apple Care oder auch Apple Pay und mit einem Plus von 18 Prozent und einem Umsatz von 8,47 Milliarden Dollar konnte man sich deutlich gegenüber dem Vorjahresquartal verbessern, schnitt allerdings minimal schlechter ab als in Quartal 4/17.

Apropos Apple Pay: Nicht wenige Anhänger des Unternehmens hofften darauf, dass der Conference Call den Startschuss für Apple Pay in Deutschland beinhalten würde, dem ist aber leider nicht so. In den letzten Tagen gab es entsprechende Gerüchte, dass der Deutschland-Start vor der Tür steht und so hoffen wir mal, dass Apple dann tatsächlich in naher Zukunft auch die Verfügbarkeit für unser Land signalisiert.

Auch zu der Hardware haben wir wie gewohnt eine Übersicht für euch, die die Verkaufszahlen für iPhone, iPad und Mac seit 2009 auflistet:

Ehrlich gesagt tue ich mich ein bisschen schwer damit, aus der jüngsten Entwicklung und den heutigen Quartalszahlen eine Entwicklung für die Zukunft abzuleiten. Festzustehen scheint lediglich, dass keine Hardware-Sparte auch nur annähernd in der Lage ist, beim Erfolg des iPhones nachzuziehen. Trotz Milliarden-Umsätzen in den jeweiligen Sparten fallen die Absätze sowohl bei den Uhren, Kopfhörern etc, aber eben auch bei den Macs und iPads kaum entscheidend ins Gewicht.

Deshalb wird es umso spannender sein, die Service-Sparte zu beobachten. Apple möchte künftig bekanntlich auch Streaming-Diensten wie Netflix mit eigenen Produktionen Konkurrenz machen — auch hier dürfen wir vermutlich erwarten, dass das dem Unternehmen aus Cupertino nochmal einen Umsatzschub verpasst, den wir in künftigen Quartalsberichten unter „Services“ ablesen können.

Quelle: Apple