Livestream zur Apple Keynote auf der WWDC: Apple muss jetzt endlich liefern!

Nach einer gähnend langweiligen Keynote im vergangenen Jahr muss Apple bei der diesjährigen Entwicklerkonferenz #WWDC17 endlich liefern. Die Konkurrenten Amazon, Google und Microsoft ziehen mit ihren Sprachassistenten Alexa, Home Assistant und Cortana davon, während man in Cupertino mit Siri nicht wirklich vorankommt. Zudem benötigen die iPads und MacBooks ein Upgrade.

Am Pfingstmontag um 19 Uhr startet im kalifornischen San José Apples Entwicklerkonferenz WWDC. Tim Cook & Co. werden die geladenen Gäste in einer Keynote auf die kommenden Tage einstimmen und zeigen, an was Apple seit ein paar Wochen oder Monaten bastelt. Wie in den Vorjahren wird die Veranstaltung live gestreamt – wir zeigen euch, wo ihr den Livestream sehen könnt und was wir vermutlich an Neuigkeiten sehen werden.

Nachdem die WWDC-Keynote in den vergangenen Jahren in San Francisco abgehalten wurde (und verdammt langweilig war), lässt Apple die Gäste im Jahr 2017 nach San José anreisen und sucht damit zumindest die Nähe zum neuen Hauptquartier, das kurz vor der vollständigen Belegung mit Angestellten und Büros steht. Der ein oder andere wird sicherlich die Gelegenheit für einen Ausflug nutzen und einen Blick auf das ziemlich beeindruckende Gebäude werfen wollen, von dem es bisher nur ein paar exklusive Bilder und ein paar interessante Drohnen-Videos gibt.

iOS 11, macOS, watchOS und Siri

Wie es sich für eine Entwicklerkonferenz gehört wird der Themenschwerpunkt auch in diesem Jahr auf Software und Diensten liegen. Neue Hardware wie das nächste iPhone stellt Apple normalerweise erst im Herbst vor. Dennoch könnte es am Pfingstmontag die ein oder andere Überraschung geben, denn Apple steht in einigen Bereichen unter Zugzwang und muss gegenüber den Konkurrenten Google, Amazon und Microsoft Boden gut machen.

Die Geheimhaltung bei Apple funktioniert im Jahr 2017 ziemlich gut, deshalb gibt es vorab kaum Informationen zu den anstehenden Neuerungen. Einige Entwicklungen der vergangenen Monate sind aber so offensichtlich bzw. zwangsläufig, dass man ihre Umsetzung mit relativ großer Sicherheit vorhersagen kann – und darauf hoffen muss, dass Apple nicht schon wieder einfach nur dreist irgendwelche Features von anderen Anbietern kopiert.

Mehr oder weniger klar ist, dass Apple die eigene Sprachassistentin Siri mit allen Betriebssystemen – iOS, macOS, watchOS und tvOS – enger verknüpfen wird. Die Künstliche Intelligenz aus Cupertino zeichnet sich momentan noch durch hohe Fehlerquoten bei der (internationalen) Wort- und Spracherkennung aus und liefert im Gegensatz zu den bereits verfügbaren Lösungen von Google, Amazon und Microsoft nur selten wirklich zufriedenstellende Ergebnisse. Schon im vergangenen Jahr hatten wir darauf gehofft, dass sich die Übernahme von VocalIQ endlich in irgendeiner Weise bemerkbar macht.

Google Assistant für iOS: Das iPhone wird eindlich intelligent

Zudem hapert es an der plattformübergreifenden Integration der Software und mit der Unterstützung von Drittanbieter-Apps sieht es auch noch nicht sonderlich gut aus. In diesem Bereich wird Apple die anwesenden Entwickler unbedingt begeistern müssen, damit diese in den kommenden Monaten möglichst viele Apps und Anwendungen programmieren, die Siri möglichst gut integrieren. Das hierzu genutzte Lockmittel liegt auf der Hand: der Apple App Store ist eine Cash Cow und für den größten Teil der mobil erzeugten Umsätze und Gewinne verantwortlich, davon profitieren auch erfolgreiche Programmierer und Unternehmen.

Siri “Home” Lautsprecher?

Apple Music hat sich in den Monaten seit der Vorstellung offenbar hervorragend entwickelt und Siri steht vermutlich im Mittelpunkt der Entwicklerkonferenz – das schreit geradezu nach einem Lautsprecher, der als Wohnzimmer-Gadget die multimedialen Ambitionen von Apple ergänzen soll. Nachdem Amazon mit den überaus populären Geräten “Echo” und “Echo dot” Erfolge feiert, Google mit dem “Home” nachgelegt hat und Microsoft zusammen mit Harman/Kardon eine vergleichbare Lösung für Cortana vorstellte muss Apple nun unbedingt nachziehen. Denkbar ist, dass Apple eine mehr oder weniger nahtlose Integration in das bestehende HomeKit-Portfolio vorsieht und wie die Konkurrenten versuchen wird, die eigenen renditestarken Dienste zu pushen.

Google Assistant und Siri im direkten Vergleich

Kein iPhone, aber aktuelle iPads und MacBooks

In den vergangenen Wochen und Monaten haben sowohl Microsoft als auch einige mit den Redmondern verbündete Hersteller eine Reihe von Convertibles, 2in1s und Surface-Books vorgestellt, die sowohl der iPad-Reihe als auch den MacBooks durchaus gefährlich wurden. Besonders im in den USA durchaus relevanten Bildungsbereich (Schulen, Universitäten, Schüler und Studenten) haben nicht nur Googles Chromebooks sondern auch die etwas höherpreisigen Geräte in dem für Apple wichtigen Sektor ordentlich gewildert.

Tim Cook & Co. werden wohl versuchen, dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen und dürften deshalb sowohl das iPad als auch das MacBook auf den neuesten Stand bringen. Denkbar ist, dass neben aktuelleren Prozessoren und besseren Pencils (Eingabestiften) auch größere bzw. hochauflösendere Displays präsentiert werden. Ein großes Thema könnten auch die Akkukapazitäten und -laufzeiten werden, die Apple sowohl in puncto Hardware als auch durch Optimierungen der Software (macOS, iOS) weiter verbessern dürfte.

Quo vadis in puncto Datenschutz, Apple?

Apples bisherige Zurückhaltung in puncto Siri und Künstlicher Intelligenz basierte u.a. auf den selbst auferlegten Beschränkungen bei der eigentlich notwendigen Vernetzung. Das Unternehmen sieht sich führend in puncto Datenschutz und will tunlichst jeden Verdacht ausräumen, dass man Daten des Benutzers zur weiteren Verarbeitung auf Server des Unternehmens überträgt. Mit der im vergangenen Jahr vorgestellten Fotos App hatte Apple unterstrichen, dass man möglichst viele der “intellligenten” Aufgaben lokal – auf dem Gerät des Benutzers – ausführen möchte und nur in Ausnahmefällen auf “die Cloud” und die dort bereit gehaltenen Algorithmen setzen will.

Ob sich dieser Ansatz mit einer fortschreitenden Entwicklung von Siri weiter verfolgen lässt sei dahingestellt. Machine Learning Systeme und Künstliche Intelligenzen spielen ihre Power eigentlich nur dann voll aus, wenn sie auf ein von vielen Nutzern zusammengetragenes Wissen zugreifen können und darauf basierend Regelmäßigkeiten identifizieren und Vorhersagen treffen können. Zudem erfordert die eigentlich zwingend notwendige Integration von Drittanbieter-Anwendungen immer häufiger, dass Apple das Törchen zum Walled Garden ein wenig weiter öffnet.

Der Livestream zur Apple Keynote lässt sich nach jetzigem Stand nur über die Website von Apple abrufen und dürfte – was echt affig ist, Apple! – mal wieder ausschließlich mit den Browsern Safari und Microsoft Edge abrufbar sein. Sollten wir in der Zwischenzeit auf einen funktionierenden Livestream stossen, der sich auch mit dem Chrome Browser oder Firefox abrufen lässt, werden wir euch einen entsprechenden Hinweis geben.