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Computex 2019

ASUS ZenBook Pro Duo: Ist das ScreenPad Plus die bessere Touch Bar?

Im Rahmen der Computex hat ASUS mit dem ZenBook Pro Duo ein spannendes neues Notebook mit einem großen Screenpad über der Tastatur vorgestellt. Ist dieses Pad sinniger als die Touch Bar beim Apple MacBook Pro?

von Carsten Drees am 27. Mai 2019

Spannende Notebook-News — gibt es die überhaupt? Ich will die Errungenschaften der Hersteller nicht schmälern und neue Produkte nicht schlecht reden, aber was Innovationen auf dem Gebiet angeht, ist es in den letzten Jahren doch ziemlich dünn geworden. Selbst die 2-in-1s, die in verschiedenen Modi benutzt werden können, sind ja längst etabliert und lange nichts Neues mehr.

Ab und an sehen wir auf Events wie der jetzt startenden Computex in Taipeh, dass es durchaus mal eine frische Idee gibt. Dazu gehören beispielsweise Exoten, die komplett auf eine Hardware-Tastatur verzichten und stattdessen ein zweites Touch-Display verbauen. Selbst die Touch-Bar, die Apple auf dem MacBook Pro einführte, gehört zu diesen exotischen Technologien und selbst die hat mittlerweile ja schon drei Jahre auf dem Buckel.

Aber bleiben wir mal bei der Idee, die hinter der Touch Bar steckt: Es gibt — natürlich — weiterhin ein Hardware-Keyboard, die Funktionstasten aber weichen einem OLED-Panel, welches natürlich deutlich flexibler zu nutzen ist als besagte Funktionstasten. Das erzähle ich euch deswegen, weil ASUS mal wieder massig neue Hardware auf seinem Heim-Event, der Computex 2019 präsentiert und darunter auch das ZenBook Pro Duo. Das besitzt die sogenannte “ScreenPad Plus” — eine neue Variante der ASUS-ScreenPads.

Wer unsere Berichterstattung zur Computex auch im Vorjahr schon verfolgt hat, dem ist das ScreenPad bereits ein Begriff, welches das klassische Touchpad ersetzt. Falls nicht, lest euch ruhig nochmal diesen Beitrag zum ASUS ZenBook Pro 15 durch. Das ScreenPad Plus hingegen befindet sich — wie eben die Touch Bar von Apple — oberhalb der Tastatur, fällt aber größer aus als beim Konkurrenten aus Cupertino.

Was sehen wir auf dem Bild? Ein 15,6 Zoll großes 4K UHD OLED-Display und oberhalb der Tasten ein weiteres OLED-Display, ebenfalls mit 4K-Auflösung und 14 Zoll breit. Unter der Haube wird auch ordentlich aufgefahren: Mit an Bord sind unter anderem Intel Core i-Prozessoren der neunten Generation bis rauf zum Intel Core i7, außerdem gibt es eine GeForce RTX 2060 GPU sowie Wi-Fi 6. Beim Speicher ist in der Spitze eine 1 Terabyte große SSD mit von der Partie und es gibt bis zu 32 GB RAM.

ASUS kombiniert hier also eine spannende Idee mit bewährt starker Technik und spricht damit vor allem Menschen an, die auf hohem Niveau Inhalte erstellen, beispielsweise bei der Videobearbeitung. In der Pressemitteilung heißt es:

ScreenPad Plus offers endless creative possibilities for content creators, allowing productivity-enhancing workflows and easy multitasking. It integrates seamlessly with the primary display, and the built-in ScreenXpert software includes a wide selection of useful apps, tools and utilities that allow users to easily enjoy the efficiency benefits of ScreenPad Plus.

Die Taiwaner verweisen darauf, wie nahtlos beide Displays ineinander arbeiten und dass es dank ScreenXpert eben auch genügend Anwendungen gibt, die euch von diesem zweiten Display profitieren lassen. Zusätzlich zur starken Hardware hüllt ASUS das ganze wieder in sein ASUS NanoEdge-Design, so dass ihr diesen Boliden also auch sowohl ansprechend gestaltet als auch sehr kompakt präsentiert bekommt.

Besser und sinnvoller als das Apple MacBook Pro mit Touch Bar?

Die Frage, die sich uns — und vielleicht auch euch — jetzt stellt: Haben wir es hier tatsächlich mit einer spannenden und sinnigen Innovation zu tun, oder ist das ScreenPad Plus wieder einmal nur eine Spielerei, die man aufbietet, um überhaupt mal wieder was Neues bei einem Notebook probiert zu haben?

Apple MacBook Pro mit Touch Bar: Das sagen die Kollegen

Im Grunde hat Apple mit dem MacBook Pro ja einen sehr ähnlichen Ansatz verfolgt, aber bis heute ist der Touch Bar nicht so ein durchschlagender Erfolg vergönnt, selbst wenn so mancher durchaus gerne mit diesem Display-Streifen arbeitet. Der größte Kritikpunkt: Die Aufmerksamkeit wird vom Display abgelenkt und man muss sich auf der Touch Bar erst einmal komplett neu orientieren, was natürlich nicht positiv für den Workflow ist.

Hier zum Vergleich die Touch Bar des Apple MacBook Pro

ASUS will das besser machen, indem man ein vollwertiges Display anbietet, über das ihr auch frei verfügen könnt. Das heißt, ihr könnt euch auf diesem zweiten Screen anzeigen lassen, was ihr wollt, gerne auch mehrere Screens direkt nebeneinander. Ihr könnt sogar Tasks festlegen, so dass verschiedene Anwendungen gleichzeitig auf dem ScreenPad angezeigt werden.

Apps, Menüs oder Symbollleisten — alles, was das eigentliche Display zu sehr verstopft, könnt ihr einfach runterziehen aufs zweite Display, um auf dem Hauptscreen für mehr Ordnung zu sorgen. Grundsätzlich könnt ihr jede Windows-App auf diese Weise nutzen, die Anwendungen müssen also nicht explizit für ScreenPad Plus angepasst werden.

Wer mit einem Stylus arbeitet, kann auf der zweiten Fläche auch sehr bequem schreiben oder malen und das sollte in der Tat deutlich angenehmer in der Bedienung sein, als auf dem Hauptdisplay herumzumalen. Zumindest mal ist es ergonomischer.

Auch hier gilt natürlich generell: Ihr müsst dann natürlich auch wieder vom eigentlichen Screen wegschauen, um das ScreenPad zu nutzen, aber dank der Größe und Vielseitigkeit klingt dieses Konzept für mich wesentlich durchdachter als das, was Apple eher halbgar umgesetzt hat.

Da es zu dem ScreenPad Plus auch noch eine vollwertige herkömmliche Tastatur und zudem sogar ein Nummern-Pad besitzt, seid ihr äußerst flexibel bei der Art und Weise, wie ihr mit dem ZenBook Pro Duo arbeitet. Die Steigerung von Effizienz und Produktivität hat man sich bei ASUS auf die Fahnen geschrieben bei diesem Produkt und wenn ihr mich fragt, bietet dieses Konzept tatsächlich für sehr viele Kreative einen deutlichen Mehrwert, der diesen Second Screen rechtfertigt.

Ganz persönlich glaube ich auch, dass man damit Apple und seine Touch Bar aussticht, bzw. einen interessanten Ansatz logisch weiter entwickelt hat. Lasst uns gerne in den Comments wissen, ob ihr das eventuell ähnlich seht, oder aber komplett anders. Spannende Idee jedenfalls von ASUS und sobald dieses Notebook verfügbar ist, muss sich dann zeigen, ob es ein Produkt für eine kleine Nische ist, oder ob man auch in der Breite sein Publikum finden kann. Sobald wir Infos zu Preis und Verfügbarkeit haben, werden wir die natürlich ergänzen.