Auch das noch! SpOn und Frau Sibylle kicken VW in die Gender Grube

Als waere VW mit dem Abgas-Skandal nicht schon genug gestraft. Jetzt duerfen sich die Wolfsburger auch noch dem Vorwurf des Sexismus aussetzen. Genau den wittert naemlich SpOn-Kolumnistin Sibylle Berg nach der aktuellen Personal-Entscheidung.

Kolumnisten, zumindest die, die regelmaessig abliefern muessen, haben ein Problem. Und damit spreche ich nicht die offensichtliche Affinitaet zu hochprozentigen Getraenken eines uns allen bekannten BILD-Kolumnisten an, sondern den immensen Druck immer wieder interessante Geschichten zu liefern. Nein, das ist nicht zu unterschaetzen und man munkelt, dass ich mir hierzu durchaus schon ein oder zwei Gedanken gemacht habe. Wenn die oeffentlich zur Schau getragene, krampfhafte Ueberwindung der Schreibblockaber jedoch in einer dieser „mir faellt gerade nichts ein, machen wir doch irgendwas zur Gleichberechtigungs-Diskussion“ Kackophonien endet, dann wuenscht man sich letztendlich doch, dass die Gnade eines globalen Serverausfalls die muehsam zusammengeschusterten Zeilen dahin verschwinden laesst, wo sie hingehoeren. Und damit meine ich nicht die Titelseite von Spiegel Online.

Genau dort findet sich, und das meiner Meinung nach voellig zu recht, die Kolumne von Sibylle Berg, die mich dutzendfach zum Schmunzeln anregte und immer wieder wunderbare Diskussionen provozierte. Ich mag sie, also ihre Kolumne und dadurch letztendlich ja auch irgendwie sie, trotzdem wir uns bisher nie naeher gekommen sind, als es ein zwischengeschalteter Browser und 2 Displays erlauben. Was sie jetzt aber zum VW-Skandal ins Backend von SpOn gehaemmert hat, ist so unglaublich ermuedend, langweilig und vor allen Dingen vorhersehbar. Die alte Leier der vermeintlich modernen Feministin. Die selbe Schallplatte, die Alice Schwarzer schon vor 40 Jahren aufgelegt hat und sie letztendlich als Gerichtsreporterin (!) auf der BILD enden liessen… wohlgemerkt direkt neben dem barbusigen Seite 1 Girl. Ein Hoch auf die Evolution und die Tatsache, dass die eigenen Ansprueche auch im 21. Jahrhundert eine sehr dynamische Beziehung mit den versprochenen Autorengehaeltern haben.

Frau BergJetzt also „Frau Sibylle“, die sich den VW-Skandal vornimmt. Juti, das Eisen muss geschmiedet werden, denn trotz aller Aufregung und Empoerung wird die Nummer den Herbst nicht ueberleben und mal ganz ehrlich… es sind doch schon alle polemischen Massenbomber durch die Medien geflogen worden. Wieviel Saft steckt da also noch in der Misere, die sich zur Zeit ueber den Wolfsburgern ergiesst? Fuer Sibylle Berg offensichtlich nicht mehr ganz so viel und somit holt sie zum ultimativen Finale aus und bescheinigt der Fuehrungsriege des weltgroessten Automobil-Herstellers dann auch noch mal eine fette Prise Sexismus. Respekt Sibylle! Was fuer ein genialer Schachzug und ein Stunt, den ich mir im Traum nicht haette ausdenken koennen. Wobei… ich denke mal das geht auch allen anderen mehr oder weniger Berufenen so, die sich hierzu in den letzten Tagen aeussern konnten, mussten und zum Teil (leider) durften.

Nach ihrer Ansicht besteht die Management-Ebene bei Volkswagen aus einer eingeschworenen Bande von Puff-Gaengern, die sich gegenseitig hochgesoffen und in die diversen Aemter geschubst haben. Und wenn sie dann mal nicht drueber nachdenken, wie sie einen weiteren „Zipfelmann“ in die Vorstandsetage schleusen, pfeiffen sie Frauen nach und geilen sich an schmutzigen Phantasien auf.

WOW! Abermals, Respekt Sibylle Berg. Da gehoert schon eine ganze Menge Unverfrohrenheit, aber auch Mut zu, sowas im Jahre 2015 noch zu denken und dies dann auch in einer Kolumne eines angesehenen Nachrichten-Magazin zu verarbeiten.

Aber geben wir uns da keiner Illusion hin. So tickt eine radikale Minderheit an selbsternannten Feminismus-Retterinnen, die sich vor allen Dingen im Web in die immer gleichen Stereotypen fluechten. Mann = boese, Frau = unterdrueckt. Ich kann es nicht mehr hoeren.

Mal davon abgesehen, dass sie nicht eine Alternative fuer die Wahl des neuen VW-Chefs abliefern kann, so oedet mich diese fuerchterlich negative Grundstimmung, diese fatale Positionierung nur noch an. „Seht her Maedels, ihr habt eh keine Chance, auch wenn ihr noch so gut seid“. Dieser Tenor ergiesst sich in einer Tour durch die Kanaele der Fem-Lautsprecher des 21. Jahrhunderts und genau das ist das falsche Signal.

Warum spricht Frau Berg nicht darueber, dass kaum Frauen in Maschinenbau und Elektrotechnik-Studiengaengen zu finden sind? Wenn dort 2-stellige Prozentzahlen erreicht werden, dann waren aber 2/3 der maennlichen Studenten nicht anwesend (Frau Berg wuerde das bestimmt mit einen Hangover aufgrund eines naechtlichen Saufgelages erklaeren wollen). Warum ermutigt sie nicht junge Frauen, sich fuer Technik zu interessieren und warum gibt sie nicht sachdienliche Hinweise, welche Moeglichkeiten derartige Ausbildungen und Studiengaenge bieten?

Warum schreiben eigentlich in den Technik-Kolumnen der Spiegel Netzwelt nicht mehr Frauen? Wieso gibt es hier nicht Tipps und Tricks fuer interessierte Studienanfaengerinnen und wieso muss ich dies hier eigentlich ueberhaupt noch erklaeren?

Diese disruptiven Energien einiger frustrierter Empoerungs-Bloggerinnen sind genau das, was wir nicht brauchen. Sibylle Berg steht wie Anne Wizorek, Yasmina Banaszczuk und Juliane Leopold fuer einen Feminismus der ewig Gestrigen. Fuer eine Idee und Szene, die sich nur noch um die paar dutzend Netzlobbyistinnen dreht, die immer noch nicht begriffen haben, dass sie rechts und links von jungen und motivierten Frauen ueberholt wurden, die sich mit den Steinzeit-Ideologien dieser Betonkoepfe so gar nicht identifizieren koennen.

Wer zum Wasserball mit 10 Nichtschwimmerinnen antritt, muss sich nachher nicht wundern, wennn man in den Armen von David Hasselhoff aufwacht. Obwohl, die Schock-Therapie waere fuer die zuvor genannten Ladies wohl weitaus gehaltvoller, wenn es Pamela Anderson waere ;)

pamela-anderson-pro_447671a-985x576