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Auto Shanghai 2017

Elektrischer Audi e-tron Sportback concept kommt 2019

Mit dem e-tron Sportback stellt auch Audi auf der momentan stattfindenden Shanghai Auto-Show einen sportlichen CUV vor, der Bestandteil der zukünftigen Elektrostrategie der Ingolstädter sein soll. Eine Reichweite von rund 500 Kilometern (NEFZ) und diverse Fahrerassistenzsysteme sowie ein neues Innenraumkonzept mit digitalen Elementen zeigen, wohin sich die Branche in dieser Fahrzeugklasse entwickelt.

von Bernd Rubel am 19. April 2017

Mit dem viertürigen Gran Turismo “e-tron Sportback concept” stellt Audi auf der Auto Shanghai 2017 einen weiteren Vertreter der neuen Elektrofahrzeug-Strategie des Unternehmens vor. Das Modell soll bereits im Jahr 2019 und somit früher als der VW I.D. “Crozz” der Konzernschwester Volkswagen auf den Markt kommen. Schon 2018 – also im kommenden Jahr – soll hingegen der “normale” Audi e-tron quattro concept als Elektro-SUV auf den Markt kommen.

Für den elektrischen Antrieb nutzt der e-tron Sportback eine Systemkonfiguration, die auch in anderen Serienfahrzeugen mit elektrischem Antrieb zu finden sein wird. Je ein Elektromotor an der Vorderachse und zwei Elektromotoren an der Hinterachse treiben den e-tron an – Allradantrieb in quattro-Manier, sozusagen. Die Systemleistung liegt bei 320 kW und kann im Boost-Modus sogar auf 370 kW steigen, womit der Wagen in 4,5 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer beschleunigt werden kann.

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Die Akkus mit 95 Kilowattstunden sollen nach heutigem Stand für eine Reichweite von mehr als 500 Kilometer (NEFZ) sorgen, wobei die flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Batterien zwischen Vorder- und Hinterachse und somit unter der Fahrgastzelle untergebracht sind. Durch diese nicht nur von Audi präferierte Bauweise soll das Fahrzeug einen äußerst tiefen Schwerpunkt und eine ausgewogene Achslastverteilung (52% vorne, 48% hinten) erhalten, was wiederum den Fahrkomfort und die Sicherheit erhöht. Laden lassen sich die Zellen entweder per Wechselstrom (AC) oder per Gleichstrom (DC), möglich macht’s das Combined Charging System. Zur Ladedauer äußert sich Audi bisher nicht.

Optisch nutzt Audi ein paar Freiheiten, die sich durch den erheblich niedrigeren Luftbedarf des Elektromotors ergeben. So kann beispielsweise die ansonsten große Öffnung an der Frontpartie entfallen. Rechts und links gibt es schmale Leuchtbänder unterhalb der Motorhaube, das sind die Tagfahrlichter. Mit einer Kombination aus LED und einer mit Mikrospiegeln versehenen Oberfläche kann eine spezielle Steuertechnik im e-tron Sportback zahlreiche animierte Bewegungen der Lichter erzeugen.

Das von allen Seiten immer noch Audi-typische Design der Karosserie bringt es auf äußere Abmessungen von 4,90 x 1,98 x 1,53 Meter (Länge x Breite x Höhe). Mit einem Radstand von 2,93 Meter soll der e-tron Sportback im C-Segment positioniert sein, also nahe am Audi A7.

Einen Ausblick auf die vermutlich umfangreich enthaltenen Assistenzsysteme geben die Außenspiegel – oder vielmehr das Fehlen derselbigen. Statt den Außenspiegeln gibt es kleine Kameras, was u.a. zu einer verbesserten Umströmung und zu einer Reduzierung der Windgeräusche führen soll. Zudem verspricht Audi, dass damit der tote Winkel nach hinten und die Sichtverdeckung nach schräg vorn nahezu vollständig eliminiert werden sollen. Die Anzeige erfolgt über separate Displays in den Türen, was definitiv im Serieneinsatz enthalten sein soll.