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Inoffizielle Roadmap

Audi Elektroautos im Überblick – Das planen die Ingolstädter bis 2022

Elektroantriebe stehen bei Audi modell- und lassenübergreifend ganz oben auf der Agenda. Bereits 2025 sollen Elektroautos einen Anteil von 20 bis 30 Prozent am Gesamtumsatz des Fahrzeugherstellers haben. Wir fassen zusammen, was Audi in den kommenden fünf Jahren - bestätigt und teilweise unbestätigt - plant.

von Bernd Rubel am 28. September 2016

Wenige Tage vor dem Beginn des Pariser Autosalons füllen sich die Postfächer der Fachzeitschriften mit den Vorankündigungen der Fahrzeughersteller. Besonders auffällig: die Automobilproduzenten scheinen aus dem (ohnehin nur vermeintlichen) Dornröschenschlaf erwacht, die Marketing-Maschinerie für die kurz- und mittelfristige Zukunft von Elektrofahrzeugen nimmt nun richtig Fahrt auf.

Audi hat sich in diesem Bereich recht frühzeitig positioniert und konnte sicherlich aus dem jahrelangen Engagement beim 24-Stunden in Le Mans wertvolle Erkenntnisse für die Forschung und Entwicklung ableiten. Die e-Tron Serie der Ingolstädter wird von Experten schon seit geraumer Zeit beobachtet und bot stets einen guten Anhaltspunkt für den momentanen Stand und die weitere Fortführung der Technologie.

Doch nun heisst es: Serie! Mit der Auflage des gemeinsamen Förderprogramms der Autohersteller und der Bundesregierung scheint der Startschuss gefallen zu sein. Nun müssen Fahrzeuge her, die tatsächlich von der potentiellen Kundschaft nachgefragt werden und nicht in lächerlich niedrigen Stückzahlen als Exoten durch die Metropolen cruisen.

Schon im März 2016 konnten wir ein aufschlussreiches Interview mit Audis CEO Rupert Stadler führen, im Juni folgten dann konkrete Pläne. Bis zum Jahr 2025 sollen elektrische Autos bei Audi einen Anteil am Gesamtumsatz von 20-30 Prozent haben. Das ist eine ordentliche Ansage, zumal wir hier über einen Zeitraum sprechen, der sich über maximal ein bis zwei Fahrzeug”generatiönchen” ohne reine Facelifts erstreckt.

Audi wird wie andere Hersteller mittelfristig auf einen Batterie-Baukasten setzen, das sich in eine bestehende Modellpalette integrieren lässt. Eine stetig wachsende Auswahl an reinen Elektromodellen, die das ohnehin schon breite Portfolio der Autohersteller noch weiter strecken und damit die Kosten in die Höhe treiben würden, ist nach einer Übergangsphase kaum zu erwarten. Später wird es je nach Fahrzeugklasse weiterhin Ausführungen mit Verbrennermotoren geben, die dann von einem Hybrid-Modell und einem rein elektrischen Modell ergänzt werden. Schlussendlich entscheidet dann der einzelne Käufer, ob die je nach Ausführung zur Verfügung stehende Reichweite und andere technische Daten den individuellen Anforderungen gerecht werden.

Roadmap: Audis Elektrofahrzeuge im Überblick

Audi Q6 e-tron

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Der Audi e-tron quattro concept ist bestätigt und dürfte wohl spätestens 2018 als Audi Q6 e-tron auf den Markt kommen. Sofern die Analysten mit ihren Befürchtungen zu Produktionsverzögerungen beim Tesla Model 3 recht behalten, könnte der Wagen bei den US-Amerikanern zu ernsten Sorgenfalten führen, denn die bisher vorliegenden technischen Daten zum Q6 lesen sich wie eine Kampfansage. Preislich positioniert das Modell irgendwo zwischen dem Modell 3 und dem Model S, schließt also eine Lücke zwischen Mittel- und Oberklasse.

Die Reichweite des Audi Q6 e-tron soll bei circa 500 Kilometern liegen, die Audi nicht nur auf dem Papier, sondern in der täglichen Praxis erreichen will. Durch den Wegfall der Auspuffanlage ist der Unterboden komplett geschlossen, spezielle Aerodynamik-Elemente in der Frontpartie verringern den Luftwiderstand und sorgen – trotz der Bauweise als SUV – für einen cw-Wert von 0,25. Die Batteriemodule sind zwischen den Achsen, unterhalb der Fahrgastzelle, untergebracht, was für einen tiefen Schwerpunkt und gute Fahreigenschaft sorgen soll.

Audi City Car

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Schon 2019 könnte Audi einen Kleinwagen bringen, der dem erst kürzlich aktualisierten BMW i3, dem VW e-UP!, dem Nissan Leaf, dem Opel Ampera-e oder den neuen Elektro-Smarts Konkurrenz machen soll. Der bisher namentlich noch nicht in die Modellpalette integrierte Wagen dürfte sich dann auch technisch an diesen beiden Fahrzeugen orientieren, mit der schon aus der Größe resultierenden Einschränkung bei der Reichweite.

Audi Q4

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Der Audi Q4 könnte einer der ersten Audis sein, in dem das neue Elektro-Baukastensystem des VW-Konzerns zum Einsatz kommt. Das SUV-Coupé platziert sich -wie der Name schon sagt – zwischen dem Q3 und Q5 und dürfte ab 2020 elektrisch über unsere Straßen rollen.

Audi C e-tron (A9)

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Mit einem Blick auf die Konkurrenz von BMW und Mercedes-Benz liegen die Pläne für einen Audi A9 wohl seit geraumer Zeit in den Schubladen der Ingolstädter. 2020 könnte es soweit sein: dann rechnet man mit einem viertürigen Coupé mit 400kW Elektroantrieb,

Audi City

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Elektroantriebe in Kleinwagen lassen auch Platz für Experimente. Mit dem Audi City – nicht zu verwechseln mit dem Audi City Car, siehe oben – könnte Audi einen reinen Stadt-Flitzer bringen, der nach Belieben vorwärts, “rückwärts” und quer fährt, wenn es die Situation oder Parklücke erfordert.

via autobild.de

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