Audi Q8 Konzept – Traum und Wirklichkeit

Bei dem in Detroit vorgestellten Audi Q8 hatten die Designer freie Hand. Leider werden es nicht alle gezeigten Elemente in das Serienmodell schaffen. Wir geben einen ersten Einblick darauf, was Traum bleibt und was Wirklichkeit werden könnte.
von Mark Kreuzer am 11. Januar 2017

Das Schöne an einer Automesse wie der in Detroit ist, dass viele Autohersteller versuchen, sich gegenseitig mit Konzeptautos zu übertreffen. Der Audi Q8 concept soll die Lücke zwischen Oberklasse und SUV schließen. Bei der Gestaltung des Innenraums hatten die Designer freie Hand. Dabei sind einige sehr interessante digitale Details entstanden von denen es leider nicht alle in das im Jahr 2018 kommende Serienauto schaffen werden.

Beim Blick von außen auf den Q8 concept fällt auf, dass der Wagen über keine Türgriffe verfügt. Die Öffnung der Türen erfolgt über Touch-Sensoren die das Audi-Emblem darstellen. Sobald die Tür die Berührung der Hand erkennt, springt sie leicht auf und schwingt in einen definierten Öffnungswinkel. Die Idee, Türgriffe durch einen Touch-Sensor zu ersetzen gefällt mir sehr gut. Leider ist diese Lösung aber nicht gesetzeskonform und wird deshalb wohl leider vorerst ein Traum bleiben.

Die digitale Herangehensweise an den Q8 concept spiegelt sich auch im Innenraum wieder. Besonders erwähnenswert sind dabei die zentralen Bedien- und Anzeigeflächen. Diese sind in das so genannte Black Panel integriert – ein schwarzes, hochglänzendes Band, eingefasst von einer Aluminiumspange. Im ausgeschalteten Zustand ist der Bildschirm unsichtbar in die Fläche eingebettet. Ist das Display in Betrieb, fügt es sich perfekt in die Designlinie ein.

Klassische Knöpfe oder Schalter muss man im Q8 concept lange suchen. Fast alle Funktionen werden über Touch-Displays gesteuert. Die größte Stärke dieses Prinzips laut Audi ist die direkte, schnelle und intuitive Bedienung. Jede Funktion wird direkt dort angewählt, wo der Fahrer sie auch sieht. Zur Steuerung des Infotainments und der Fahrzeugeinstellungen dient das zentral in der Schalttafel positionierte MMI-Display.

Der schräg verlaufende Bereich der Mittelkonsole integriert ein Display für die Klimatisierung. Erkennt die Sensorik im Sitz, dass der Beifahrer an Bord ist, blendet der Touchscreen die Klimatisierung für ihn ein. Ist der Fahrer alleine unterwegs, steht diese Funktion nicht zur Verfügung. Ein weiterer Touchscreen ist für die Lichtfunktionen reserviert.

Das im Q8 concept gezeigte Bedienkonzept ist zukunftsweisend. Durch den konsequenten Einsatz von Touchdisplays wirkt das Interieur noch aufgeräumter und moderner. Das Serienmodell des Audi Q8 wird wahrscheinlich nicht so radikal digital sein. Dennoch geht der Trend zu Touchscreens im Innenraum und in einer nicht zu weiten Zukunft werden Autos ohne mechanische Schalter und Taster vermutlich Realität werden.

Bei dem Antrieb des Q8 concept greift Audi auf Technologie zurück, die so bereits im Serieneinsatz ist. Als Verbrennungsmotor dient ein 3.0 TFSI, der 245 kW (333 PS) leistet und maximal 500 Nm Drehmoment liefert. Die E-Maschine generiert 100 kW Leistung und 330 Nm. Zusammen mit einer Trennkupplung ist sie in die Achtstufen-tiptronic integriert. Das Gesamtsystem kommt auf 330 kW und 700 Nm Drehmoment. Damit beschleunigt der Audi Q8 concept in 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und weiter bis 250 km/h Spitze.

Die im Heck platzierte Lithium-Ionen-Batterie besteht aus 104 prismatischen Zellen. Mit 17,9 kWh Kapazität ermöglicht sie bis zu 60 Kilometer elektrische Reichweite, die Gesamtreichweite mit dem TFSI-Motor beträgt bis zu 1.000 Kilometer. Eine Vollladung mit 7,2 kW Leistung dauert etwa zweieinhalb Stunden. Der Antrieb des Q8 concept ist wahrscheinlich das realistische an der ganzen Studie und wird in einer sehr ähnlichen Form Einzug in das Serienmodell finden. Ich hoffe aber auch, dass Audi sich nicht zuviel Zeit lässt mit der Realisierung der anderen Technologien da diese durchaus vielversprechend aussehen.