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Audi Virtual Experience: VR im Auto und im Verkaufsraum

Audi macht auf VR: Mit der VR-Brille ein echtes Auto fahren und in der virtuellen Realität den neuen Audi konfigurieren. Wir haben beides für euch ausprobiert.

von Mark Kreuzer am 9. September 2016

Virtual Reality ist ein Thema, an dem man nicht vorbeikommt. Im Alltag aber sind sinnvolle Anwendungen für VR noch eher selten. Beim Audi TechDay Connectivity in München hatte ich die Gelegenheit, verschiedene Ideen, Konzepte und Lösungen anzuschauen.

Audi Virtual Experience – Virtuelles Autofahren mit echtem Auto

Virtual Reality Fahrsimulatoren sind ja nun wirklich nichts Neues. Auf der Gamescom gab es die an fast jeder Ecke, inklusive Hydrauliksessel für ein halbwegs realistisches Fahrgefühl. Audi geht hier noch einen Schritt weiter und bringt VR und tatsächliches Autofahren zusammen. Ihr setzt euch also die VR-Brille auf und fahrt mit einem echten Auto durch die Gegend.

Der Gedanke, mit einer blickundurchlässigen VR-Brille auf dem Kopf Auto zu fahren, ist im ersten Moment sehr seltsam. Natürlich fährt man damit nicht im Straßenverkehr, sondern auf einem leeren Feld. Im Video oben zeige ich euch,wie das Ganze in der Praxis aussieht.

Ich habe die Idee zuerst belächelt, muss aber nach der Testfahrt sagen: ich bin komplett und restlos begeistert. Reales Autofahren in simulierter Fahrumgebung ist genial. Der Gedanke dahinter ist, eine Möglichkeit zu schaffen, die verschiedenen Assistenzsysteme in einer möglich real wirkenden Umgebung erlebbar zu machen. In meinem Fall war das die automatische Personenerkennung mit Bremsassistent.

Während ich durch die virtuelle Stadt fahre, werde ich durch einen Fahrradunfall auf der linken Straßen-Seite abgelenkt. Als nächstes höre ich nur noch einen Warnton, drehe den Kopf wieder in Fahrtrichtung und sehe einen Fußgänger mitten auf der Straße stehe. Unterstützt durch den Bremsassistent kommt der Wagen rechtzeitig zu stehen.

Die Situation war nur virtuell, der Schock aber real! Denn die Vollbremsung und das damit verbundene Gefühl ist ja tatsächlich durch das reale Auto durchgeführt worden. Man hat mit diesem System die Möglichkeit, die verschiedensten Szenarien zu simulieren (solange die Fläche nur groß genug ist). Genutzt wird das System teils schon zur Händlerschulung, damit die Händler ihren Kunden von echten Erfahrungen mit den Assistenzsystemen erzählen können – ohne sich und andere vorher bei der Erprobung im echten Straßenverkehr in Gefahr bringen zu müssen.

Den neuen Audi in der virtuellen Realität konfigurieren

Eine andere Lösung, die Audi bei den Händlern noch dieses Jahr zu ausgewählten Händlern bringen wird, ist die virtuelle Autokonfiguration. Wenn man heute ein Auto kauft, hat man extrem viele Konfigurationsmöglichkeiten. Oft kann man sich aber einfach schlecht vorstellen, wie das Auto in verschiedenen Farben wirkt, wie die gewählten Felgen später am Wagen aussehen, ob weißes Leder mit roten Ziernähten wirklich so cool aussieht wie gedacht etc.

HTC Vive im Audi Virtual Car Konfigurator

Um dieses Problem zu lösen und dem Kunden dabei ganz nebenbei eine besondere Einkaufserfahrung zu bieten, wird in Zukunft beim Audi-Händler eures Vertrauens eine HTC Vive aufgebaut. Als Kunde zieht ihr euch dann während des Gespräches mit dem Händler die Brille an und könnt euren neuen Audi in der virtuellen Realität entsprechend euren Vorstellungen konfigurieren. So könnt ihr euch einen weitestgehend “echten” Eindruck verschaffen. Dabei werden selbst kleinste Details korrekt dargestellt, denn Audi hat die VR-Modelle auf Basis der echten Konstruktionspläne erstellt.

Ich hatte die Möglichkeit, das ausgiebig zu testen. Mein Fazit: Audi integriert VR kundenorientiert in den Verkaufsprozess und setzt Virtual Reality damit wirtschaftlich sinnvoll ein, statt auf Teufel-komm-raus mit einem vermeintlich hippen aber unausgegorenen Konzept auf den VR-Zug aufzuspringen.

Audi Tech Day Connectivity (9)

Ein cooles Detail noch zum Schluss: In der Anwendung von Audi ist die VR-Brille auch mit einer X-Ray Funktion ausgestattet. Ihr könnt euer konfiguriertes Auto also nicht nur von außen betrachten, sondern zum Beispiel auch durch die Karosserie in den Motorraum schauen.

Zum Abschluss des Events haben wir uns noch die neuen Bedienkonzepte für die Audis der Zukunft angeschaut. Denn denkt man mal drüber nach, dann hat die Digitalisierung einiges in den Autos verändert.

Falls euch Video und Blog Eintrag nicht reichen sollte und ihr noch mehr Eindrücke vom Audi Forum am Flughafen in München wollt, dann könnt ihr euch unseren Facebook-Livestream vom Event hier auch noch mal anschauen: