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10 automobile Fakten über Schweden und den Audi S1!

von Jens Stratmann am 29. Dezember 2014

Denke ich an Schweden, dann denke ich unweigerlich an Rentiere, attraktive Blondinen und Schnee. Rentiere habe ich nicht gesehen, die Damen der Schöpfung hatten mich auch nicht mehr interessiert, denn auf dem Schneeberg stand auf einmal ein ganz anderes Objekt meiner Begierde. Ich kann euch nicht einmal sagen was mich mehr beeindruckt hatte: Die Menge an Schnee oder der originale Audi S1.

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Während die jüngere Generation nun wahrscheinlich nur den kleinen (leistungsstarken) Audi A1 im Kopf hat, denke ich allerdings an einen ganz anderen S1. Der hat seinen Namen vererbt. Die Rede ist ganz klar von dem legendären Audi S1! Der kurze Sport quattro S1 ist eine Legende! Gefahren von Walter Röhrl überzeugte das 476 PS starke Rallye-Fahrzeug nicht nur bei der Rallye in San Remo. Das war übrigens im Jahr 1985. Ein paar Jahre später standen für den Pikes Peak dann sogar 600 PS zur Verfügung. Von 0 auf 100 km/h ging es damals in unter 4 Sekunden. Der Grund? Der Audi S1 wog gerade einmal 1000 kg und verfügte natürlich über den quattro-Antrieb.

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Was bedeutet quattro? Hier ist ein Allradantrieb verbaut, die Kraft vom Motor geht also über das Getriebe auf alle vier Räder. Das schafft Traktion in fast allen Situationen und wenn dann die Rad – Reifen Kombination dann doch einmal den Kontakt zur Fahrbahn verlassen, dann hat der Fahrer die Grenzen der Physik überschritten. Dennoch gibt es auch Fahrzeuge mit Front- bzw. mit Heckantrieb welche die Kraft ganz vorzüglich auf die Straße bekommen.

Vom Audi A1 gibt es allerdings leistungsstarke Versionen, die dann ganz gerne mal über die Vorderachse schieben. Aus dem Grund bekam der Audi S1 dann wohl auch ein intelligentes Allradsystem spendiert.

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Unter der Haube vom kleinen Audi S1 sitzt der 2.0 TFSI quattro, handgerissen über ein manuelles 6-Gang Getriebe liegen bis zu 231 PS bzw. 370 Nm an der Kurbelwelle an. Das ist wohl auch der Grund, warum es kein kleines DSG gibt, welches automatisch die Gänge wechselt. Die kleinen, trockenen Doppelkupplungsgetriebe, vertragen nur ein maximales Drehmoment von 250 Nm. Das sieht man beim aktuellen VW Polo GTI ganz schön, während der Handschalter das maximale Drehmoment ausnutzen darf, wurde das Modell mit DSG gedrosselt. Ein DSG steht beim Audi S1 also nicht zur Verfügung.

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Die offizielle Begründung liest sich übrigens etwas anders, da seien die A1 quattro Kunden (den gab es mal kurzzeitig mit 256 PS) so begeistert von der Handschaltung und das DSG hätte ja auch 20 kg mehr Gewicht mit gebracht. Ich glaube ja eher an meine Therorie, dass das kleine DSG einfach technisch nicht gereicht hätte bzw. überfordert gewesen wäre.

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Der Motor zeigt sich drehfreudig und er hängt gut am Gas, das Fahrwerk ist sportlich straff, die Lenkung direkt und die Bremsen sind ausreichend groß dimensioniert um jederzeit die Spaßbremse zu spielen. Von 0 auf 100 km/h geht es im besten Fall innerhalb von 5,8 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h konnten wir in Schweden nicht erreichen.

10 (automobile) Fakten über Schweden: 

01: Die Hauptstadt von Schweden ist? Stockholm! In Göteborg ist Volvo beheimatet, denn ob man es glaubt oder nicht, der Automobil-Export ist für Schweden durchaus wichtig.

02: Schweden ist groß! Schweden ist von der Größe her das drittgrößte Land innerhalb von Europa und dennoch gibt es dort keinen Euro. Bezahlt wird mit Kronen und Öre.

03: Schweden hat über 50 Flughäfen. Wir sind von München nach Östersund geflogen und das ist wahrlich ein kleiner Flughafen. Von dort aus ging es dann zur Copperhill Mountain Lodge in Åre. Ein sehr idyllisches Hotel, viel Holz und sehr gemütlich.

04: Mit einem schnellen Auto in Schweden zu fahren macht keinen Spaß. Das liegt an den Tempolimits. Auf der Autobahn darf man maximal 110 km/h schnell unterwegs sein. Auf der Landstraße sind es 70 km/h bzw. 90 km/h und in der Stadt bewegt man sich wie hier in Deutschland zwischen 30 km/h und 50 km/h. Aufpassen sollte man auf die Polizei und natürlich auf die Einhaltung des Tempolimits. Wer mit 30 km/h drüber erwischt wird (und wie schnell kann das mal passieren?) muss damit rechnen, dass die Polizei das Fahrzeug beschlagnahmt.

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05: Mehr Licht = Mehr Sicherheit! Deswegen muss man in Schweden auch Tagsüber mit Abblendlicht fahren. Tut man das nicht, dann kostet das schnell mal 50-60 Euro. Mehr Licht bietet nun übrigens auch der Audi S1. Die Xenon-Plus Scheinwerfer bieten mehr Licht als herkömmliche Halogen-Scheinwerfer bei weniger Energieverbrauch. Die LED-Rückleuchten sorgen für einen leuchtenden Abschluss. Hier möchte ich die Instandsetzungskosten im Schadensfall kritisieren, während die Halogen Lichttechnik kostengünstig zu ersetzen ist, sorgen die Xenon und LED Lichttechnik schnell für richtige große Löcher in die Haushaltskasse. Während es den VW Polo GTI z.B. mit LED-Scheinwerfer gibt, setzt Audi hier auf die bewährte Xenon-Technologie.

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06: Kindersicherheit hat Priorität! In Schweden gibt es eine Kindersitzpflicht für Kinder bis zu einem Alter von 8 Jahren. Die Gurtlängen vom Audi S1 z.B. sind lang genug um Kindersitze und Babyschalen zu montieren. Der Beifahrer-Airbag lässt sich optional abschalten.

07: Alkohol am Steuer? Das wird auch in Schweden teuer, wer mit einem Alkoholgehalt von mehr als 0,2 Promille erwischt wird, darf nicht nur in Schweden kein Auto mehr fahren, er ist auch vermutlich einen Monatslohn los. Da lohnt sich doch eher die Fahrt mit dem Taxi, oder? Als Taxi eignet sich der Audi S1 nur bedingt, denn hinten geht es schon richtig eng zur Sache wenn vorne zwei Erwachsene sitzen.

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08: Wir leben in der gleichen Zeitzone. Also Deutschland und Schweden haben die gleiche Zeitzone, man muss die Uhren also nicht umstellen. Umstellen muss man sich etwas bei den Öffnungszeiten der Läden und wer dort mit der Kreditkarte bezahlen möchte, der wird auch recht häufig nach der PIN gefragt. Wer die nicht kennt kommt zwar ggf. auch mit Ausweis und Unterschrift weiter, doch das klappt auch nicht immer. Der Kofferraum vom Audi S1 ist mit einem Volumen von 210 Liter sowieso nicht der beste Freund von einer ausgiebigen Shopping-Tour.

09: Spritkosten in Schweden? Die Benzin und Kraftstoffkosten sind fast auf unserem Niveau, teilweise sogar etwas günstiger. Da fällt es dann weniger auf, dass man den NEFZ-Verbrauch vom Audi S1 kaum erreichen kann. Bei unserer Testfahrt in Schweden war dieses sowieso nicht möglich bzw. messbar, doch man kann sich denken, dass der Turbo-Motor gerne durstiger wird, wenn man durch das Fahrpedal den Fahrspaß steigert. Man soll den neuen Audi S1 mit ungefähr 7 Liter Super auf 100 km fahren können, das sind Werte da konnte der alte S1 nur von Träumen. Die 7 Liter hat er vermutlich schon beim Startvorgang durch die Brennräume gejagt (leichte Übertreibung).

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10: Es wird nicht gehupt! In Schweden wird nicht gehupt! Klingt komisch, ist aber so. In Schweden verhält man sich leise und ruhig. Da wird ein S1 durch sein Klangbild zu einem Lärmstifter und das obwohl die Auspuffanlage sich noch wahrlich zurückhält. Wer in Schweden unterwegs ist und von hinten eine Lichthupe bekommt, soll sich nicht bedrängt werden. Der heranfahrende möchte nur zum Ausdruck bringen, dass er gleich ein Überholvorgang starten möchte. Wer dann ggf. etwas Platz macht, der kann sich ggf. über ein “Dankes-Blinken” freuen.

Schweden ist sexy! Der S1 übrigens auch, auch wenn mein automobiles Herz eher für den Namensspender schlägt mag ich den kleinen Giftzwerg, auch wenn ich ihn mir persönlich nicht vor die Tür stellen würde, da er mir einfach zu klein ist – aber für die Zielgruppe, die mit dem Platzangebot zurecht kommt, ist der S1 ein Spaßbringer und ein wenig Spaß muss doch manchmal schon sein, oder?

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Weniger Spaß macht es vermutlich die Rechnung zu begleichen, denn neben den monatlichen Fix-Kosten wie Versicherung und der jährlichen KFZ-Steuer kommen die variablen Kosten wie Verschleiss, Kraftstoff und Wartung zu dem Kaufpreis hinzu. Der Kaufpreis? Der dürfte über 30.000 Euro liegen. Viel Geld für ein kleinen kompakten Flitzer, oder? Der alte S1 war leider nicht zu kaufen… vermutlich ist das wohl auch besser so, denn der würde mir vermutlich die Haare vom Kopf fressen.

Ihr habt Lust auf mehr? Mehr Schweden? Fliegt hin! Mehr Audi S1? Auch kein Problem, hier haben wir noch eine kurze Video-Vorstellung von dem potenten Kleinwagen.