Pimp your Smartwatch – Bandwechsel bei der Motorola Moto360

Ein einfacher Wechsel des Armbandes kann bei der Apple Watch eine Preisunterschied von mehreren Hundert Euro ausmachen. Aber nicht nur bei der Apple Watch können die Armbänder getauscht werden - an schätzungsweise 95% aller Smartwatchs ist dies problemlos und ohne großen Aufwand möglich. Wie es bei der Motorola Moto 360 funktioniert möchte ich euch zeigen und erklären, was ihr bei einem Wechsel des Uhrebandes braucht und auf was ihr achten solltet.

Das richtige Band finden

Zuerst müsst ihr herausfinden, welche Stegbreite eure Smartwatch hat. Dies könnt ihr leicht selbst messen, indem ihr die Breite des Armbandes direkt am Gehäuse messt – bei der Moto360 sind es zum Beispiel 22mm.
Als nächstes müsst ihr zumindest eines der Bänder lösen. Normalerweise sind die Bändern mit sogenannten Federstegen mit dem Gehäuse verbunden. In den seltensten Fällen (wie bei der Pepple Steel) sind diese verschraubt. Wenn ihr Glück habt, ist das Armband auch mit kleinen Riegeln versehen mit der ihr das Armband einfach lösen könnt (wie z.B. bei der Withings Activité Pop oder Basis Peak).
Habt ihr das Band entfernt, schaut euch einmal die Enden an da es hier verschiedene Ausführungen gibt. Am weitesten verbreitet sind Armbänder mit einem geraden Abschluss oder mit einer Aussparung in der Mitte. Die Moto360 benötigt ein Armband mit eben dieser Aussparung. Eine riesige Auswahl an unterschiedlichen Uhrenbändern findet ihr zum Beispiel auf amazon.

Das richtige Werkzeug

Werkzeug braucht ihr eigentlich nicht, es funktioniert auch sehr gut mit einem dünnen Küchenmesser. Wer es etwas professioneller Möchte kauft sich bei ebay oder amazon ein Federstegbesteck kaufen.

Los geh´s

Bandwechsel Motorola Moto360 - Federstege öffnen
So müsst ihr euer Werkzeug ansetzen um den Federsteg zu öffnen

Halt! Denkt bitte dran, dass nicht alle Smartwatchs ein kratzfestes Glas haben und legt ein weiches Tuch darunter!
Drückt das Armband ein wenig zur Seite bis ihr den Steg seht. Fahrt vorsichtig mit dem Werkzeug zwischen Band und Gehäuse und schiebt den Federsteg zur Seite. Mit ein wenig Druck könnt ihr so den Federsteg öffnen und das Band abnehmen.
Nehmt nun die Federstege aus dem original Band und setzt sie in euer neues Armband ein. Setzt das Band an und schiebt die eine Seite des Federsteges in das dafür vorgesehen Loch. Danach drückt ihr mit eurem Werkzeug den Steg zusammen und lasst die andere Seite vorsichtig in das Loch gleiten. (3,2,1…jetzt lachen)

Kleiner Tipp: Solltet ihr euch für ein zweiteiliges Band entscheiden, die Schnalle zeigt immer nach oben.

Fertig!

Herzlichen Glückwunsch, ihr habt nun erfolgreich das Armband gewechselt.

Motorola 360 mit Metallarmband

Weitere Tipps:

  • Solltet ihr euch (wie ich) für ein geschlossenes Armband entscheiden, denkt bitte daran, dass ihr keine normale Qi-Ladematte mehr für die Moto360 verwenden könnt, da die Rückseite nicht mehr aufliegt
  • Seid vorsichtig mit eurem Werkzeug, über jeden Kratzer ärgert man sich
  • Es kann sein, dass ihr das Band selbst noch einmal kürzen müsst, hier gibt es verschiedene Techniken die von Band zu Band unterschiedlich sind (Glieder entfernen, Schnalle ändern…)
  • Bevor ihr ein Foto der Uhr macht, putzt sie, Fettfinger auf dem Glas gehen gar nicht. :-)

BONUS: Wir machen aus der Moto360 eine Taschenuhr

Wo steht geschrieben, dass eine Smartwatch immer am Handgelenk getragen werden muss? Genau aus diesem Grund möchte ich euch zeigen, wie ihr aus der Moto 360 eine Taschenuhr machen könnt. Alles was ihr dazu braucht ist der Steelconnect M-Hook.

Steel Connect M-Hook Adapter

Im Prinzip funktioniert es wie bei einem Armband, nur setzt ihr anstelle des oberen Armbandes diesen kleinen Adapter ein. Ein passender Federsteg wird von Steelconnect gleich mitgeliefert.

Der Adapter passt perfekt in die Aussparung und wird mit dem Federsteg fest verankert. An dem Ring könnt ihr nun einen Kette befestigen und die Moto360 als Taschenuhr tragen. Allerdings geht euch die Pulsmessung dadurch flöten, da der optische HR-Sensor nicht mehr auf der Haut aufliegt.
Was mich ebenfalls ein wenig stört, ist dass es für die Unterseite nicht noch einen zweiten Einsatz gibt, der die Aussparung für das Armband schließt.
Alternativ kann die Uhr nun auch als Schmuckstück um den Hals getragen werden. Gerne auch nach dem Motto „Gold ist Best

Moto 360 in Gold

Ein von Carsten Knobloch (@carstenknobloch) gepostetes Foto am

So dick wie bei Flavor Flav trägt es sicherlich nicht auf.

So wie ich es hier beschrieben habe funktioniert es bei fast allen Smartwatchs. Federstege raus – Band wechseln und fertig. Ich hoffe meine kleine Anleitung hat euch gezeigt wie einfach es eigentlich ist eure Uhr für wenige Euro zu individualisieren. Früher oder Später werden auch die Zubehörhersteller auf den Zug aufspringen und Uhrenbänder in allen erdenklichen Varianten auf den Markt bringen. Alternativ könnt ihr z.B. bei steelconnect euch schon heute Adapter für die Pebble Steel oder die Moto360 bestellen um „normale“ Uhrenbänder zu verwenden. Die aktuelle Kickstarter Kampagne für einen Armband-Adapter für die Apple Watch scheint allerdings nicht gefundet zu werden. Man darf also nur auf die Zubehörhersteller hoffen, dass schnell passende Armbänder für die Apple Watch in den Handel kommen, da hier anscheinend auf einen Klemmmechanismus gesetzt wird (normal wäre ja zu einfach).

Zum Abschluss noch eine weiteres Bild von einer Uhr an der ich ebenfalls das Armband bereits gewechselt habe: Meine Withings Activité Pop.

Activite Pop

Jetzt seid ihr an der Reihe, ich will eure gepimpten Uhren in den Kommentaren sehen!

Disclaimer: Ich / Wir übernehmen keine Haftung falls beim Bandwechsel etwas schief geht. Falls ihr zwei linke Hände habt oder nicht ganz sicher seid, geht zu einem Juwelier. Der kann euch ggf. beraten und Uhrenbänder wechseln/kürzen. Das mir niemand kommt und sagt ich hätte ihn nicht gewarnt!