Die besten Apps für Surface Geräte aller Art

Ihr besitzt ein Surface Gerät von Microsoft mit Stylus-Support? Dann findet ihr hier ein paar ausgewählte Apps, die genau für die Nutzung mit dem Stift optimiert sind. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.
von Vera Bauer am 29. Oktober 2018

Die Surface Geräte der letzten paar Generationen eignen sich gerade durch die Stylus-Unterstützung ideal für ein papierloses Büro. Aber auch für Studenten macht die Nutzung des Stifts durchaus Sinn, denn Mitschriften lassen sich handschriftlich direkt auf dem Tablet anfertigen und auch PDF’s können auf einfachste Weise mit Hilfe des Stylus bearbeitet werden.

Doch welche Apps eignen sich eigentlich am Besten für die Benutzung mit dem Surface Pen? Wir möchten euch ein paar Apps für Windows 10 vorstellen, die aus dem Surface Pro, dem Surface Laptop, dem Surface Book und dem Surface Go einen digitalen Schreibblock, bzw. Zeichenblock machen. Selbstverständlich sind die Apps auch mit anderen Windows Computern, die einen Stylussupport bieten, kompatibel.

Der digitale Zeichenblock

Um auf einem Surface seiner künstlerischen Ader freien Lauf zu lassen bieten sich gleich mehrere Apps an. Zum einen hat Microsoft seinen Klassiker Paint in einer überarbeiteten Version, die extra für die Stifteingabe optimiert wurde, an den Start gebracht. Zum Anderen gibt es verschiedene weitere Programme von bekannten Herstellern, wie bspw. Autodesk.

Fresh Paint

Fresh Paint Windows 10
Fresh Paint ist die Neuauflage der, bereits im Jahre 1985 (damals noch Paintbrush) eingeführten, Grafiksoftware von Microsoft. Die App ermöglicht es euch mittels Maus-, Touch-, aber natürlich auch Stifteingabe Bilder zu malen. Bei der Erstellung eines Bildes kann zwischen verschiedenen Leinwänden oder Papieren gewählt werden. Entsprechend der Auswahl verhalten sich die Farben unterschiedlich. Gemalt werden kann mit verschiedenen Farben, dabei können Öl-, Aquarell-, und Pastelfarben, aber auch Blei- oder Waxmalstifte gewählt werden.

Fresh Paint unterstützt leider keine Layer, jedoch kann das Bild zwischendurch getrocknet werden um anschließend über zu malen. Jeder Schritt kann aber natürlich auch rückgängig gemacht werden, sodass man sich keine Sorgen machen muss, wenn man sich mal vermalt.

Die App ist kostenlos und hat mit Windows 10 eine Runderneuerung spendiert bekommen. Da sie auf dem Surface standardmäßig vorinstalliert ist, kann sie sofort verwendet werden.

Autodesk SketchBook

Sketchbook Windows 10
Autodesk SketchBook geht einen ähnlichen Weg wie Fresh Paint, ist aber noch stärker auf die Nutzung mit einem Stylus ausgelegt und eignet sich eher für professionelle Skizzen als für Aquarelle. Doch hier spielt SketchBook seine volle Leistung aus.

Die Werkzeugvielfalt ist etwas größer, sodass sich die echten Künstler unter euch sich besser damit zurecht finden werden. Gewählt werden können vom Bleistift, über Kugelschreiber bis hin zum Filzstift alle gängigen Stiftarten.

Wenn man es richtig drauf hat, so kann man mittels verschiedener Ebenen auch Schattierungen und Highlights in die Skizze einbauen und sie so richtig schön kolorieren. Wer schon einmal mit einem Copic-Marker gemalt hat, der wird SketchBook lieben, denn die Ergebnisse sind wirklich überragend.

SketchBook ist kostenlos im Store zu haben und kann in der Basisversion direkt nach der Installation genutzt werden. Um den vollen Funktionsumfang freizuschalten ist aber eine Autodesk Mitgliedschaft nötig. Diese gibt es in zwei Varianten, zum einen die kostenlose Variante, mit der weitere Tools freigeschaltet werden und zum anderen eine Abovariante, mit der alle Funktionen zur Verfügung stehen.

Sketchable

Sketchable Windows 10
Sketchable ist eine weitere App um digitale Zeichnungen anzufertigen. Ähnlich wie bei SketchBook lassen sich verschiedene Stift- oder Pinselarten wählen. Leider steht in der kostenlosen Variante nur der Pinsel zur Verfügung. Weitere Tools müssen per In-App-Kauf erworben werden. Sollte man sich aber dazu durchringen ein paar Euro zu investieren, so lassen sich mit der App wirklich guten Skizzen erstellen, die im Anschluss auch koloriert werden können.

Dank der Ebenen kann man auch nachträglich noch Veränderungen im Hintergrund ergänzen, sodass man sich zu Beginn keine Gedanken über Einzelheiten der Gestaltung machen muss.

Im Vergleich zu SketchBook ist man hier nicht an einen Account gebunden, sondern muss lediglich den Kauf über den Store tätigen.

StaffPad

Die App ist zwar kein digitaler Zeichenblock, allerdings wird hier auch der kreative Teil des Gehirns gefordert. StaffPad ist eine Anwendung für Musiker, die auf natürliche handschriftliche Art und Weise Noten schreiben wollen. Per Surface Pen macht es diese App unglaublich einfach, Musik zu komponieren, da sie handgeschriebene Noten in Echtzeit erkennt und diese in eine Partitur umwandelt. Sobald man mit dem Schreiben eines Liedes fertig ist, kann man sich sein Werk sogar anhören, da die App auch ein gesamtes Orchester an Musikinstrumenten bietet. Ist man zufrieden, kann man sich die Notenblätter ausdrucken oder sie als MP3 abspeichern bzw. teilen.

So viele Funktionen, wie die App auch bietet, umso teurer ist sie natürlich auch. Im Microsoft Store kann man sie für 69,99 Euro kaufen.

Digitaler Notizblock

Neben der künstlerischen Schiene lässt sich das Surface (Pro) 3 auch als Notizblock-Ersatz nutzen. Auch hier spielt Microsoft wieder mit und liefert mit OneNote eines der beliebtesten digitalen Notizbücher für die Windows Plattform. Aber natürlich gibt es auch weitere Hersteller, wie Wacom, die Apps mit Stiftunterstützung anbieten.

Microsoft OneNote

OneNote Windows 10
OneNote ist das digitale Notizbuch schlechthin. Es lassen sich verschiedene Notizbücher anlegen um in diesen mehrere Seiten zu erstellen. Mittels Stifteingabe lassen sich dann handschriftliche Notizen anfertigen. Aber natürlich kann auch die Tastatur zur Eingabe genutzt werden. Dank des übersichtlichen Interfaces lassen sich schnell Checklisten erstellen. Auch Bilder einfügen klappt im Handumdrehen.

Bei der Stiftauswahl kann zwischen verschiedenen Farben gewählt werden und auch ein Textmarker-Modus steht zur Verfügung. Der Surface Stylus ist übrigens mit einem Knopf versehen, der auf Druck sofort OneNote startet. Somit kann man das Tablet auch aus dem Standby holen und sofort mit der Aufzeichnung loslegen.

Dank Multiplattformunterstützung lassen sich die so erstellten Notizen auch auf Android, iOS Geräten und auf dem Windows Phone anzeigen und bearbeiten. OneNote ist standardmäßig vorinstalliert, kann aber natürlich auch im Microsoft Store heruntergeladen werden.

Bamboo Paper

Bamboo Page Windows 10
Bamboo Paper überzeugt durch die Einfachheit der Bedienung. Nach dem Starten kann man eigentlich direkt loslegen und seine Gedanken aufzeichnen. Dabei lässt sich die Papierart, auf der notiert wird, anpassen. Um bei den eigenen Notizen den Überblick zu behalten, stehen viele verschiedene Farben zur Auswahl. Dank der Zoomfunktion lassen sich zudem auch ganz feine Linien zeichnen. So kann außerdem auch mehr Text auf die Arbeitsfläche gebracht werden.

Über die Cloud-Funktion oder die sozialen Netzwerke lassen sich die Notizen direkt teilen. Optimiert wurde die App zwar für die Touchpads von Wacom, jedoch lässt sie sich auch mit dem Surface Stift wunderbar nutzen. Im Microsoft Store ist die Anwendung kostenlos erhältlich.

Nebo

Nebo ist eine weitere Notizapp, die speziell für Windows 10 und den Surface Pen entwickelt wurde. Wer viel mit mathematischen Formeln zu tun hat, wird hier sofort fündig. Man kann beispielsweise interaktive Gleichungen und Diagramme erstellen, die App erkennt diese auch handschriftlich. Wer eher auf einen geordneten Text abfährt, wird jedoch auch bedient. Es lassen sich Titel verfassen, der Abstand von Absätzen festlegen oder auch Aufzählungszeichen setzen, um alles schön und ordentlich zu halten. Außerdem wird die Handschrift dabei in Echtzeit in Maschinenschrift und mit einer sehr hohen Trefferquote umgewandelt.

Für den einfachen Zugriff auf alle Notizen unterwegs, können Nebo-Dokumente in jedem beliebigen Browser, der Mail-App oder in Microsoft Word geöffnet werden. Nebo kostet im Microsoft Store aktuell 7,99 Euro.

Dokumente handschriftlich bearbeiten

In unserer digitalen Welt werden PDF-Dokumente zunehmend mehr. Gerade in der Uni werden Skripte heutzutage fast ausschließlich als PDF verteilt. Um in der Vorlesung die Mitschriften zu ergänzen war fast immer gezwungen sich die, teils mehrere hundert Seiten langen, Dokumente auszudrucken. Mit dem Surface (Pro) 3 lassen sich dank des Stiftes aber die Notizen direkt in die PDF schreiben. Dazu stehen mehrere Apps zur Verfügung.

Drawboard PDF

Drawboard PDF Windows 10
Drawboard PDF ist die wohl umfangreichste App, mit der PDF’s bearbeitet werden können. Die Funktionen reichen vom einfachen markieren von Textstellen bis zum handschriftlichen Notieren an jeder beliebigen Stelle. Dank automatischem Zoom, der in Presets zuvor festgelegt werden kann, passt sich die Seite perfekt an die Bedürfnisse an. Auch die Seitenansicht lässt sich beliebig anpassen, so kann man sich eine Seite, oder auch zwei Seiten nebeneinander anzeigen lassen. Beim Scrollen kann je nach Belieben gewählt werden zwischen endlosem Scroll-Modus oder dem seitenweisen Scrollen.

Drawboard PDF kostet 4,99€ und lohnt sich meiner Meinung nach für jeden der viel mit PDF’s zu tun hat.

PDF Touch

Touch PDF Windows 10
PDF Touch bietet neben den Grundfunktionen auch die Möglichkeit Notizen mit dem Surface Stift zu erstellen. Außerdem kann Text in verschiedenen Farben markiert werden, unter- und durchstreichen ist auch möglich. Leider kann man zusätzlich aber keine Kommentare per Tastatur hinzufügen und gemachte Notizen lassen sich im Nachhinein nicht mehr löschen oder bearbeiten.

Für 2,99€ bietet PDF Touch im Vergleich zum Drawboard wesentlich weniger Funktionen ist aber immerhin 2€ günstiger. Wer also nur ab und an mal eine PDF mit Notizen versehen möchte und diese nicht mehr bearbeiten will, der kann beruhigt zu PDF Touch greifen. Allen anderen empfehle ich jedoch eher Drawboard PDF zu nutzen.

PDF Annotator (x86 Anwendung)

PDF Annotator ist im eigentlichen Sinne keine App und kann (derzeit) nicht über den Windows Store bezogen werden. Dennoch möchte ich euch PDF Annotator vorstellen, denn der Funktionsumfang ist ähnlich wie bei Drawboard PDF. Zusätzlich dazu können Tools genutzt werden um Linien, Pfeile etc. zu zeichnen. Genau dieser Punkt macht PDF Annotator zu meiner ersten Wahl in Sachen PDF Bearbeitung, denn in einem technischen Studium sind Skizzen das A und O jeder Vorlesung.
Herunterladen könnt ihr PDF Annotator über die Webseite des Herstellers.

Der Preis beträgt 69,95€. Vorerst lässt sich das Programm für 30 Tage testen. Studenten sollten sich unbedingt mal an der Uni erkundigen, ob es nicht eine Lizenz zur freien Verfügung gibt.

Xodo

Dieser schöne PDF-Reader und -Editor hat einen großen Funktionsumfang und ist noch dazu völlig kostenlos. Man öffnet also einfach eine PDF-Datei und schon kann es losgehen. Überall kann man seine Notizen hinterlassen, die wichtigsten Punkte markieren und als neue Datei abspeichern. Text lässt sich sowohl handschriftlich mit dem Surface Pen als auch per Tastatur einfügen, was besonders nützlich ist, wenn man Formulare digital ausfüllen möchte. Dazu kann man außerdem noch Bilder und Kommentare einfügen, Dokumente direkt aus der App heraus drucken und ein Nachtmodus ist auch vorhanden.

Es gibt eine Multiplattformunterstützung, womit man ein Dokument erst am PC und später auf dem Windows-Smartphone weiterbearbeiten kann. Ob dieses Feature bald auch für iPhone- und Android-Geräte kommt, ist fraglich. Im Microsoft Store ist die Anwendung kostenlos erhältlich.

Digitale Zusammenarbeit

Ein Projekt im Team zu stemmen, ist meist keine leichte Aufgabe. Microsoft hat aber ein paar Apps in petto, die die Zusammenarbeit erleichtern können. Dabei macht es keinen Unterschied, ob das Team real zusammenkommt, oder sie über eine größere Entfernung kommunizieren. Auf digitalem Weg ist das überhaupt kein Problem mehr.

CollaBoard

Für diejenigen unter euch, die häufig an Teamprojekten beteiligt sind, ist CollaBoard eine hilfreiche App. Natürlich kann man sie auf seinem Surface-Gerät nutzen, noch besser macht sie sich aber auf einem Microsoft Hub, da die App quasi ein digitales Whiteboard zur Verfügung stellt, an dem mehrere Benutzer in Echtzeit mitarbeiten können. Mit der Integration von Skype und der Kompatibilität mit PDF, Bildern, Videos und vielem mehr kann das Whiteboard wirklich zum zentralen Drehpunkt eines Projekts werden und auch über eine größere Entfernung einzelner Teammitglieder hilfreich sein. Eine kostenlose Testversion ist für 30 Tage verfügbar, und danach kann man die App für verschiedene Monatsraten kaufen.