Netflix, Amazon Prime, YouTube, ARTE
Halloween Streaming Special: Die besten Horror-Filme und Horror-Serien

Wenn man alle Streaminganbieter auf den Kopf stellt und ordentlich dran rüttelt, fallen diese Filme und Serien raus, die an Halloween angesehen werden möchte. Ob Klassiker, futuristische Thriller, Psychopaten und Poltergeister – wir haben sie alle.
von Jessica Mancuso am 31. Oktober 2016

Liebe Gruselfreunde und Fans der Herzklopfunterhaltung, es ist wieder so weit: Halloween steht vor der Tür und damit die Lust, sich so lange in Horrorfilme zu stürzen, bis man gar nicht mehr unter der Decke hervorschauen möchte. Dafür habe ich in den letzten Wochen allerhand Schrott gesehen, um euch jetzt ein paar Filme zu präsentieren, die ordentlich Gänsehaut Potential bieten. Und damit nicht genug: Für jeden Horrorfan sollte das Passende dabei sein: einfach in die jeweilige Kategorie schauen und inspirieren lassen. Denn wenn eins feststeht, dann, dass Horror viele Gesichter hat.

Mysteriös – Glitch

Fast wäre mir dieses Netflix-Original durch die Lappen gegangen, denn es ist nicht sonderlich bekannt. In der Kurzserie Glitch geht es um eine Kleinstadt namens Yoorana, in der eines Nachts Leichen aus ihren Gräbern wieder auferstehen. Nackt und mit Erde bedeckt bahnen sie sich ihren Weg an die Frischluft und stehen kurze Zeit später recht verwirrt auf dem Friedhof rum.

Ein Polizist wird wegen Lärmbelästigung dahin gerufen, schaut sich um und sieht, dass da einige Menschen in der Dunkelheit herumspazieren. Schnell trifft auch die dort ansässige Ärztin ein und beginnt, Decken zu verteilen und die ersten Verletzungen zu behandeln. Kurzerhand entscheiden die Zwei, die verwirrten Menschen ins Auto zu packen und sie zur Ärztin in die Praxis zu bringen.

Ab jetzt beginnt die große Frage, wer diese Menschen sind und woher sie kommen. Nach und nach kommt raus, dass die Toten sich zwar an nichts Konkretes erinnern können, aber eindeutig vor längerer Zeit gelebt haben und bereits unter der Erde lagen.

Nicht furchteinflößend und nicht gruselig, aber genau das Richtige für diejenigen, die auf Mysteriöses stehen und bereits auf Serien wie »Les Revenants« (2012) und »The Returned« (2015) abgingen. Denn verwirrte Untote gibt es hier auch, und zwar nicht zu knapp.

Die Klassiker

Ich finde, dass ein guter alter Klassiker zu jedem Horrorabend dazu gehört. Also wieso nicht die traditionellen Filme von Edgar Wallace auspacken, die nicht umsonst die letzten Jahrzehnte in unserem Geist überlebten? Ob »Das Gasthaus an der Themse«, »Der Rächer« oder »Das Rätsel der roten Orchidee« – auf YouTube als ganze Filme anzuschauen. Amazon Prime Kunden können eine üppige Auswahl auch direkt beim Streaminganbieter finden.

Richtig oldschool wird es auch mit ein paar Folgen von »The Twilight Zone«, ebenfalls auf Youtube in einer Playlist aufgereiht. Allerdings finden sich hier eher die neueren Folgen aus 2002 und nur wenige aus den 80ern. Die älteren Folgen findet ihr allerdings auf englisch in anderen Listen.

Hitchcocks »Vertigo« (1958) gehört selbstredend zu den Klassikern und ist mein persönlicher alltime Favorit. Der muss mindestens ein mal im Jahr sein und ist zur Zeit auf der Plattform Dailymotion in guter Qualität und auf deutsch zu finden.

 

Atmosphärisch, still und leise

Ein bisschen Psycho ist ja immer – und damit meine ich nicht zwingend den Hitchcock-Film, wobei der um die Jahreszeit auch empfehlenswert ist. Aber nein, es gibt neue Psychopaten in der Stadt!

Hush

Hush (auf deutsch: Still) ist zur Zeit auf Netflix verfügbar und wird von vielen Leuten hochgepriesen. Mich persönlich hat der Film nicht zu 100% abgeholt, was aber mehr daran lag, dass ich unter Horror nicht Thriller mit Psychopathen verstehe. Doch wer auf atmosphärische Filme steht, der sollte sich diesen feinen Streifen nicht entgehen lassen.

Die Hauptfigur wohnt in einer Blockhütte im Wald und ist zudem taubstumm. So entgeht ihr vorerst, dass ein Psychopath um ihr Haus tigert und ihr mit einem Messer und einer Armbrust bewaffnet an die Gurgel möchte. Dementsprechend still und leise ist dieser Streifen, der nur selten von Sprechepisoden unterbrochen wird. Dass Dialoge nicht im Mittelpunkt dieses Films stehen, ist durch die Hauptfigur schon von vorneherein gegeben und das macht ihn angenehm ruhig, obwohl die Situation alles andere als ruhig ist. Eine tolle Diskrepanz zwischen leisen Tönen und Herzklopf-Atmosphäre.

 

The Invitation

Will und Eden waren einst ein glückliches Ehepaar, bis sie ihren Sohn durch einen tragischen Unfall verloren. Eden, die nicht mit dem Verlust leben konnte, verschwand plötzlich und taucht nun zwei Jahre später mit ihrem neuen Ehemann wieder in der Stadt auf. Nun plant sie ein aufwendiges Wiedersehen mit ihrem Ex und dem gemeinsamen Freundeskreis – die Einladung wird von allen angenommen.

Es beginnt ein kurioses Wiedersehen zwischen Trauer, falscher Fröhlichkeit und gespielter Höflichkeit. Nur Will scheint das Ganze abzustoßen; erkennt er in dieser Einladung etwas Groteskes, das ihn fortan nicht mehr loslässt. Doch was ist real? Spielen ihm seine Sinne bloß einen Streich und er sieht Gespenster, wo keine sind? Oder verfolgen die Gastgeber doch ein skurriles Ziel? Es beginnt ein spannendes hin und her zwischen Wahrheit und Paranoia, Freundschaft und Falschheit. Zu finden auf Netflix.

 

Futuristischer Horror – Trepalium

In »Trepalium – Stadt ohne Namen« geht es um eine futuristischen Thriller in Kurzserie, der zur Zeit auf Netflix verfügbar ist. Der Horror besteht hierbei allerdings bloß in der Zukunftsvision, dass 80% der Menschheit arbeitslos ist und diese von den arbeitenden 20% der Bevölkerung durch eine Mauer abgeschieden lebt.

Ein horrender Blick in die Zukunft, wenn man sich vorstellt, dass eines Tages die Arbeit als so wichtig erachtet wird, dass danach entschieden wird, ob ein Mensch es überhaupt wert ist, weiterhin am Leben gelassen zu werden. Wobei man sagen könnte, dass das ein Blick in unsere Zukunft sein könnte, wenn wir weiterhin alles auf die Banken und die Wirtschaft setzen; diese Serie also vielleicht doch bereits den ist-Zustand kritisiert und die Dystopie vor den Folgen dessen warnen soll.

Denn die Serie hat durchaus etwas Gegenwärtiges, denn die sogenannten Solidaritätsarbeiter, die zum Arbeiten auf der anderen Seite der Mauer geduldet werden, erinnern an das ewige Problem der Gastarbeiter oder aktuell an das der Flüchtlinge:
Während die Präsidentin „Wir schaffen das!“ heraus posaunt, krächzen die Reichen lauthals „Die nehmen uns unsere Jobs weg!“
Doch das ist nur einer der möglichen Blickwinkel.

Grundsätzlich ist diese Kurzserie empfehlenswert für all diejenigen, die »Die Tribute von Panem« oder »Black Mirror« schon gerne geschaut haben.

 

Übersinnlich – von Geisterhand und Dämonen

Das ist mein persönliches Lieblingsgenre, wenn man von »Horror« spricht. Das Unerklärliche, das Unsichtbare und doch Präsente. Am Besten, wenn man die Geister und Dämonen gar nicht sieht. Zu meinen absoluten Lieblingen gehören daher auch die Filme »The Others« (ebenfalls auf Netflix abrufbar) und »Blair Witch Project« – aber solche Perlen sind selten und schwer zu finden. Nichtsdestotrotz war ich froh, auf Netflix und Prime die nachfolgenden Filme gefunden zu haben.

Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel

Das sogenannte Witchboard fasziniert seit Ewigkeiten uns Sterblichen, die gerne daran glauben möchten, dass man Kontakt mit dem Jenseits aufnehmen kann. Wie bei ähnlichen Spielchen wie z. B. dem Gläserrücken wird aber stets empfohlen, diese Türen nicht zu öffnen, die man später nicht wieder schließen kann. Und darum geht es auch in diesem Film.

Die Freundinnen Laine und Debbie haben als Kinder ein solches Ouija-Brett und versuchen, einen Geist heraufzubeschwören. Dabei schwören sie sich, dieses Brett niemals allein zu bedienen. Es vergehen viele Jahre und die mittlerweile Jugendlichen haben das Brett so gut wie vergessen, da findet Debbie ein solches auf dem Speicher ihres Hauses und versucht sich allein daran. Wenige Stunden später wird sie tot am Kronleuchter hängend aufgefunden. Alles sieht nach Selbstmord aus, nur ihre Freundlin Laine will das nicht wahrhaben und durchsucht ihre Sachen, bis sie mit ihren Freunden darin übereinkommt, sie mit Hilfe des Witchboards zu kontaktieren, um Antworten zu bekommen. Es beginnt ein Spuk, der stark an Final Destination erinnert. Jetzt auf Netflix verfügbar.

Mirrors

Der ehemalige Polizist Ben, der aufgrund eines Alkoholproblems seinen Dienst quittieren musste, nimmt einen Job als Nachtwächter in einem ehemaligen Kaufhaus namens Mayflower an. Sein Vorgänger ist kürzlich verschwunden und so tritt er kurzerhand in den Dienst.

Bei seinem ersten Rundgang alleine bemerkt Ben Handabdrücke auf den unzähligen Spiegeln des Kaufhauses, die nun beginnen, ihn zu faszinieren. Nach und nach tauchen merkwürdigen Gestalten in ihnen auf und er muss feststellen, dass es sich um jene Menschen handelt, die vor 5 Jahren dem großen Feuer des Mayflowers zum Opfer fielen. Es beginnt ein Kampf zwischen Realität und Hirngespinsten, Diesseits und Jenseits. Was wollen diese Geister von ihm? Oder hat er in Wirklichkeit bloß Halluzinationen von den Medikamenten, die ihn beim Entzug unterstützen sollen?
Mirrors findet ihr momentan sowohl bei Amazon Prime als auch auf Netflix. Teil 2 ist allerdings nur über Amazon Video verfügbar, was mich etwas geärgert hat – wenn es einen zweiten Teil gibt und man ist schon Fahrt, dann möchte man den auch geboten bekommen. Und zwar ohne zusätzliche Kosten.

 

Nach wahren Begebenheiten

Nur noch wenige Tage in der ARTE-Mediathek verfügbar ist die Miniserie »Unsichtbare Besucher« (The Enfield Haunting), die sich mit einer wahren Begebenheit beschäftigt, die sich im England der 70er Jahre ereignete.

Im Haus einer Familie geschehen seltsame Dinge: Wände werden angemalt, Möbel verschieben sich und Murmeln fliegen durch den Raum. Erst wird davon ausgegangen, dass das 11-jährige Mädchen Janet auf diese Art zu verarbeiten versucht, dass ihr Vater die Familie vor einiger Zeit verlassen hat. Doch als Experten der paranormalen Welt von der Mutter Peggy dazugerufen werden, wird schnell klar, dass Janet das Opfer des ungebetenen Besuchers und keinesfalls die Strippenzieherin ist.

Harry Potter Fans aufgehorcht: Der Forscher Maurice Grosse wird von Krätze (Timothy Spall) gespielt. Nur ein Grund, wieso es mir dieser Dreiteiler besonders angetan hat.

Nice to know: Die Vorkommnisse aus Enfield dienten zuletzt auch als Grundlage für den Horrorfilm »Conjuring 2«, in der sich Dämonenjäger dem sogenannten Enfield-Poltergeist annehmen.

 

Jetzt seid ihr gefragt: Habt ihr gute Empfehlungen, die zur Zeit legal streambar sind? Dann ab damit in die Kommentarspalte, denn ich möchte meinen Grusel-Horror-Marathon definitiv weiter fortsetzen.