BlackBerry KEYone Black Edition für 649 Euro vorgestellt

Auf der IFA wurde das BlackBerry KEYone Black Edition vorgestellt - eine leicht überarbeitete Version des bereits bekannten Smartphones der Kanadier. Wir stellen es euch kurz vor.

Wenn ich euch erzähle, dass BlackBerry bei der IFA sein KEYone vorgestellt hat, werdet ihr aus gutem Grund fragen, ob der Autor dieser Zeilen eventuell nicht mehr alle beisammen hat. Immerhin ist das BlackBerry KEYone nicht nur schon seit Ewigkeiten bekannt (es wurde im Februar im Rahmen des MWC in Barcelona vorgestellt), sondern wurde auch von uns bereits ausführlich getestet.

BlackBerry ist zur IFA aber tatsächlich mit einem KEYone angereist, allerdings mit der Black Edition dieses Android-Boliden. Die Hardware ist zu weiten Teilen identisch geblieben, lediglich beim (Arbeits-)Speicher hat man nachgebessert. Zusätzlich haben die Kanadier dieser neuen Variante dem Namen entsprechend auch einen Wunsch der BlackBerry-Fans erfüllt: Nachdem das Original in einer Schwarz-Grau-Kombination veröffentlicht wurde, kommt das KEYone Black Edition in mattem Schwarz. Das sind dann so aus:

Alles andere bleibt dann aber wie gehabt: Auch hier bietet BlackBerry seine bewährte Hardware-Tastatur, auch hier wird wieder ein 4,5 Zoll großes und durch Gorilla Glass 4 geschütztes Display verbaut und auch hier wird der Hobel erneut vom Qualcomm Snapdragon 625 angetrieben. Das Spec Sheet präsentiert sich uns also demnach wie folgt:

Display:4,5-inch IPS LCD Display (1.620 x 1.080 Pixel / 434ppi) im Verhältnis 3:2 mit Corning Gorilla Glass 4
Prozessor:Qualcomm Snapdragon 625 Octa-Core @ 2.0 Ghz
Arbeitsspeicher:4 GB RAM
Speicher:64 GB interner Speicher, via microSD-Karte um bis zu 2 TB erweiterbar
Betriebssystem:Android 7.1 Nougat
Kamera:Hauptkamera mit 12 MP IMX378 Sensor, Frontkamera mit 8 MP
Anschlüsse:USB-Type-C; 3,5 mm Kopfhöreranschluss
Akku:3.505 mAh, unterstützt Quick Charge 3.0
Konnektivität:Wi-Fi(802.11 b/g/n bei 2.4 GHz, 802.11 a/n und ac bei 5 GHz), Bluetooth 4.2, LTE, GPS
Sensoren:Gyroskope, Beschleunigungssensor, Fingerabdrucksensor
Maße:149,3 x 72,5 x 9,4 mm

Wenn wir Punkt für Punkt die technischen Daten des originalen KEYone mit diesem abgleichen, sehen wir also zwei identische Smartphones, lediglich mit den zwei bereits erwähnten Änderungen: Statt 3 GB RAM bietet man jetzt 4 GB RAM auf, der interner Speicher wurde von 32 auf 64 GB verdoppelt und kann natürlich ebenso wie vorher mittels microSD-Karte um bis zu 2 TB erweitert werden.

Alles andere unterscheidet sich nicht vom KEYone: Ihr bekommt also Software auf Basis von Android 7.1 Nougat, dazu den bewährten BlackBerry Hub und natürlich alle Sicherheits-Features, für die das Unternehmen zurecht geschätzt wird. Gleiches gilt für die hochwertige Tastatur und generell für die sehr gelungene Verarbeitung des Geräts auf absolutem Premium-Niveau.

Allerdings war es das dann auch mit “Premium”, denn leider hat man es versäumt, dem KEYone Black Edition auch ein Prozessor-Update zu verpassen und so verrichtet erneut ein Qualcomm Snapdragon 625 seine Arbeit. Das macht er sehr ordentlich, aber eben eher auf Mittelklasse-Niveau. Auch die Sony-Sensoren der Kamera sind exakt die gleichen wie bereits vor einem halben Jahr, ebenso die Kapazität des Akkus, welcher nach wie vor per USB-Typ-C-Stecker geladen wird.

Erster Eindruck

Ein Fazit fällt natürlich nicht viel anders aus als beim ersten KEYone: Ihr bekommt ein wirklich gutes Smartphone, welches allein durch seine Hardware-Tastatur ziemlich konkurrenzlos ist – also zumindest bei denjenigen, die nach wie vor ein Smartphone mit einer solchen wünschen. Der Haken dabei: Alles in allem verkauft uns BlackBerry ein — zugegebenermaßen sehr hochwertig verarbeitetes — Mittelklasse-Smartphone zu einem Premium-Preis.

Das beim MWC vorgestellte BlackBerry KEYone kostete bei Veröffentlichung 599 Euro. Wenn die Black Edition des Smartphones in verschiedenen Märkten (u.a. Deutschland) noch in diesem dritten Quartal in den Handel kommt, lautet die unverbindliche Preisempfehlung allerdings 649 Euro. Die Kanadier haben also nochmal 50 Euro drauf gepackt. Das wird vermutlich diejenigen milde stimmen, die bereits das erste Modell erworben haben und verärgert sein könnten, wenn jetzt eine bessere Variante für den identischen Preis zu haben gewesen wäre, zudem noch in einer spannenderen Farb-Version.

Alle anderen hingegen — ich inklusive — fragen sich allerdings, wie man in Zeiten, in denen man unterhalb von 400 Euro sehr starke Handsets der gehobenen Mittelklasse erwerben kann, einen solchen Premium-Preis ansetzen kann. Die nächste Frage: Wer soll das BlackBerry KEYone Black Edition kaufen? Die Antwort auf diese Frage zumindest dürfte recht einfach sein: Hartgesottene Hardware-Tastatur-Fans, die auf der Suche nach einem sicheren, gut verarbeiteten Android-Smartphone sind.

Wer mehr Infos zum BlackBerry KEYone wünscht, dem legen wir hier jetzt nochmal unseren ausführlichen Test ans Herz:

BlackBerry KeyOne im Test – Wenn Vergangenheit auf Gegenwart trifft