Smarte Uhr im Baukastensystem
Blocks: Modulare Smartwatch jetzt bei Kickstarter

Die modulare Smartwatch Blocks ist jetzt bei Kickstarter gestartet und hat ihr Ziel bereits jetzt erreicht. Im Baukastensystem kann man zusätzliche Elemente für Akku, NFC und vieles mehr anbringen und so die smarte Uhr jederzeit nachrüsten.

Schon 2013 schickte sich das britische Team von Blocks Wearables an, eine Smartwatch zu entwickeln, die aus einem Core-Element besteht und der man dann verschiedene Komponenten hinzufügen kann, so das man im Endeffekt eine Smartwatch erhält, die genau auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt ist.

Bereits vor einem Jahr berichteten wir über die Blocks Smartwatch, nachdem nämlich der Einzug ins Make it Wearable-Finale von Intel erreicht wurde, der seinerzeit mit einem Preisgeld von 50.000 Dollar vergütet wurde. Ein Jahr später ist die Entwicklung nun scheinbar so weit voran geschritten, dass man einen Verkaufsstart ins Auge fassen kann und somit bei Kickstarter um Käufer buhlen kann. Das lässt sich auch direkt gut an, denn schon jetzt hat man dort eine Summe von etwa 450.000 Dollar erreicht – also jetzt schon deutlich mehr als die erforderlichen 250.000 Dollar, die man angestrebt hat.

Aktuell befindet sich Blocks noch in der Prototyp-Phase, d.h. es gibt einen funktionierenden Prototyp, darüber hinaus noch einige Design-Prototypen. um Ergonomie und Materialien auszuprobieren. Bereits Ende Dezember möchte man aber Test-Einheiten im finalen Design fertiggestellt haben. Das wäre auch ratsam, denn der Zeitplan ist ziemlich eng gesteckt: Wer jetzt Geld investiert auf Kickstarter, soll die fertige Uhr, die von Compal (Taiwan) gefertigt wird, bereits im Mai nach Hause geschickt bekommen.

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Was genau ist die Blocks Smartwatch und was macht sie so besonders?

Zunächst einmal ist Blocks eine mehr oder weniger handelsübliche Smartwatch. Für 195 Dollar bekommt man das auch so voll funktionstüchtige Core-Modell, welches mit einem Armband, aber ohne zusätzliche Komponenten daher kommt. Die Uhr plus vier Module eurer Wahl gab es als Early Bird für 250 Dollar, mittlerweile müsst ihr aber bereits 275 Dollar berappen, wenn ihr die ausbaufähige Uhr euer eigen nennen wollt.

Dafür würdet ihr dann eben nicht nur das Core-Gerät bekommen, sondern auch vier der fünf anfangs zugänglichen Module, als da wären:

  • ein Akku-Modul – verspricht 20 Prozent zusätzliche Akkuleistung
  • ein Heart-Rate-Modul – ein Pulsmesser
  • ein GPS-Modul
  • ein NFC-Modul
  • ein „Adventure“-Modul – das Element für Outdoor-Fans, um Höhe, Luftdruck und Temperatur anzeigen zu können

Das sind die Module, die ihr kinderleicht und in Sekunden anklippen könnt an das Core-Gerät und zwar im Plug-and-Play-Stil, ohne dass ihr dafür die Uhr neu starten müsstet. Auch verschiedene Armbänder wird es geben, wobei in den kleinsten Varianten wohl lediglich drei Module verbaut werden können.

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In der nächsten Phase plant man Module für eine SIM-Karte, einen Fingerabdrucksensor, ein LED-Modul und ein Modul mit einem programmierbaren Button. Für die Zukunft sind darüber hinaus Module angedacht zum Messen der Luftqualität, eine Speichererweiterung, eine Kamera und sogar auch ein Stress-Level-Element. Die letzten Beispiele sollen aufzeigen, dass quasi alles umsetzbar ist, was Entwicklern in den Sinn kommt und dafür sucht man möglichst breite Unterstützung von Third Parties. Dafür hat man schon vor der Veröffentlichung des Module Development Kit nach eigenen Angaben 1.500 Entwickler ins Boot holen können, die Interesse bekunden und führt auch Gespräche mit großen Tech-Unternehmen.

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Für diese 3rd Party-Module soll zukünftig ein Blocks Store entstehen, über den dann andere Hersteller ihre eigenen Module für die Blocks Smartwatch anbieten können. Ähnlich wird es sich übrigens auch mit den Apps verhalten: Viele Basic-Apps wie Kalender, Notizen, Voice Memo, Akkuanzeige und vieles mehr entwickelt man selbst für die Blocks Smartwatch, die auf eine angepasste Version von Android Lollipop setzt und nicht etwa auf Android Wear. Spätestens einen Monat vor dem Release will man ein Entwickler-Kit fertig haben, so dass man auch hier auf Unterstützung von dritter Seite hoffen darf – immer das Interesse der Developer vorausgesetzt, versteht sich.

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Es bleibt abzuwarten, wie robust das System mit den zusätzlichen Modulen sein wird – selbst Google mit seinem Project Ara muss aktuell erkennen, dass man diese Schwierigkeit nicht unterschätzen darf. Während aber ein Ara-Smartphone noch nicht genug Halt bietet, dass die einzelnen Komponenten einen Sturz überleben, muss man sich zumindest bei einer am Arm getragenen Uhr wohl nicht viele Gedanken machen, dass sie plötzlich herunterfällt.

Wem das alles zu viel ist und wer einfach einen Underdog auf dem Wearables-Markt unterstützen möchte, kann das für die oben erwähnten 195 Dollar tun und erhält dann bereits eine Smartwatch mit 1,34 Zoll großem LCD-Display, die direkt einsatzbereit ist und über Funktionen wie Activity Tracker, Benachrichtigungen vom Smartphone, haptisches Feedback, Bluetooth, WLAN etc verfügt. Verbinden könnt ihr die Uhr übrigens mit jedem iPhone ab 4s mit iOS 8 und Android ab Version 4.0. Der 400 mAh Akku soll für eineinhalb Tage reichen und angetrieben wird die Blocks Smartwatch von einem Snapdragon 400. Dazu gibt es 512 MB RAM und 4 GB Speicherplatz.

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Die Uhr wird es in drei Farben – Onyx Black, Marble White und Sunrise Red – geben, zudem ist sie IP67-zertifiziert, ihr könnt sie also kurzzeitig bis zu 1 Meter tief ins Wasser tauchen, ohne dass sie Schaden nimmt. Vor Regen müsst ihr euch also keine Sorgen machen. Blocks Wearables strebt aber sogar eine IP68-Zertifizierung an, so dass ihr die Uhr sogar mit zum Schwimmen nehmen könnt.

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Ihr müsst euch natürlich auch darüber im Klaren sein, dass ihr hier nicht die preiswerteste Uhr erwerbt: Mit 195 Dollar muss man sich bei dem Kern-Modell bereits mit schlagkräftiger Konkurrenz auseinandersetzen und setzt man auf die zusätzlichen Elemente, was euch aktuell 285 Dollar plus Versand kostet, seid ihr auch schon fast in den Gefilden, in denen Samsung mit der Gear S2 liegt und in denen auch die günstigsten Apple Watch-Modelle zu haben sind.

Von daher wird es spannend sein zu sehen, ob sich Blocks Wearables mit dieser modularen Uhr eine Nische auf dem stetig wachsenden Smartwatch-Markt sichern kann – wir werden es jedenfalls weiterhin beobachten und drücken den ambitionierten Briten die Daumen.

Quelle: Kickstarter via TechCrunch