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“Cooler als Uber” – BMW will autonomen Taxi-Service anbieten

Autonome Taxis? Genau das will BMW in Zukunft anbieten koennen oder sagen wir mal besser einen Service mit dem man Diensten wie Uber Konkurrenz machen kann

von Sascha Pallenberg am 5. Dezember 2016

Die Bayerischen Motorenwerke legen los und werden 2017 gut 40 Fahrzeuge in Muenchen testen, die ueber Funktionen zum autonomen Fahren verfuegen. Das teilte Klaus Buettern, seines Zeichens BMW Vice President und verantwortlich fuers autonome Fahren bei den Bayern, den Kollegen von Reuters mit.

“Es werden natuerlich ausgebildete Testfahrer hinter den Lenkraedern sitzen” erklaert Buettner und gibt uns damit einen umfangreichen Blick auf die zukuenftige Strategie BMWs, die nun ganz offensichtlich die Handschuhe ausgezogen haben und in den Ring der Taxi-Services steigen wollen. Uber, Lyft, Juno, Didi… die Liste der Software- und Techstartups in dieser Branche wird immer laenger. Wobei wir eher feststellen muessen, dass diese Firmen ueberhaupt erst den Markt definiert haben, von dem BMW nun auch ein Stueckchen abhaben moechte.

Jetzt ist diese Industrie fuer BMW sicherlich keine Unbekannte. Mit DriveNow hat man bereits vor Jahren ein erfolgreiches Produkt, auch in Deutschland, herausgebracht und mit ReachNow startet man nun in Brooklyn, Portland und Seattle durch. Wobei ich da ganz ehrlich anmerken muss, dass ich immer noch nicht so ganz die Unterschiede zwischen den beiden Systemen verstehe.

Richtig spannend wird es aber eh erst, wenn man die naechste Stufe zuendet und die betrifft dann ganz klar das autonome Fahren. Eine Entwicklung, die auch den Ubers und Lyfts dieser Welt nicht entgangen ist.

Ride hailing is nothing more than manual autonomous driving. Once you dispense with the driver you have a license to print money. Tony Douglas, Head of Strategy for BMW's mobility services

Um es einfach zu sagen… diese Mobilitaets-Services warten nur darauf, dass sie sich endlich der Fahrer entledigen koennen. Zuvor hauen sie aber Milliarden in die Entwicklung des Marktes, der Infrastruktur und natuerlich in Werbung. Was BMW wiederum gefaellt:

Someone else spent the money to educate the market and then we came in with a cool product. We will not be the largest, but we can be the coolest Tony Douglas

Genau dann koennen die Muenchener naemlich den grossen Hebel ansetzen. Im Gegensatz zu Uber stellen sie die Autos auch noch her und koennten in Zukunft eine riesige Flotte an Premium-PKWs auch logistisch begleiten. Ein Umstand, der sich auf das Geschaeftsmodell und final die Finanzen auswirken koennte.

Ueber und Lyft betreiben keine eigene Taxi-Flotte. Wenn man diese aber besitzt und auch noch koordinieren kann, dann koennen wir Angebote erstellen, die diese Unternehmen so nicht abbilden koennen. Stellen sie sich zum Beispiel einen massgeschneiderten Car Sharing Dienst fuer eine einzelne Gemeinde vor. Harald Krueger, BMW CEO

helmut-kruegerBMW hat die Zeichen der Zeit erkannt und wir sollten nicht unterschaetzen, was die Bayern da in den naechsten Jahren auf den Markt bringen koennten. Derartige Mobilitaets-Services wuerden auch die Nutzung von PKWs mit Brennstoffzellen foerdern und gerade hier gehoert BMW zu den Technologiefuehrern. Unsere Quellen sprechen bereits von Prototypen mit Reichweiten zwischen 1500 und 2000 Kilometern, was die Infrastruktur-Frage beantworten wuerde.

Man stelle sich ein autonomes Taxi der Zukunft vor, welches eine komplette Woche innerhalb einer Stadt unterwegs ist. Rund um die Uhr, hunderte Kilometer am Tag. Und zum Wochenende faehrt es einfach ins Logistikzentrum in einem Vorort, wird gewartet und aufgetankt. Automatisch.

Alles nur eine Frage der Zeit!