BMW i3
Kommentare

BMW: Gelegenheitsschnapper BMW i3

von Robert Basic am 7. Oktober 2018

Durch die drohenden Einfahrverbote und turbulenten Tage in Berlin ist zwar viel Wind und zugleich Ärger aufgewirbelt worden, jedoch ist das große Jammern nicht pauschal angebracht. Wer einen gebrauchten BMW / Mini Diesel (!) besitzt, der mit der Euro Norm 4 oder 5 zugelassen wurde, der kann sich über eine exzellente, im folgenden beschriebene Gelegenheit freuen (die Einschränkungen stehen ganz am Ende, die bitte natürlich aufmerksam lesen), die BMW Umweltprämie+ nennt.

Die Vorbedingung von BMW im O-Ton lautet: „Diese Prämie erhalten alle Halter eines Euro 4 oder Euro 5 BMW oder MINI Dieselfahrzeugs in den betroffenen Städte-Regionen beim Kauf oder dem Leasing eines Neufahrzeugs der BMW Group. Die Umweltprämie+ gilt rückwirkend seit dem 1. Oktober 2018 bis zum Ende des Jahres 2019.

Hierzu ein Beispiel: Wer sich für den topaktuellsten BMW i3 mit um +30% gesteigerter Reichweite (WLTP: 285 -310 km / Alltag: rund 260 km / 120 Ah = 42 kWh Bruttokapazität) interessiert, der muss nicht 38.000 Euro als Basispreis zahlen + Sonderausstattung.

BMW i3

BMW knallt nun im Rahmen des Dieselchaos eine deutlich erhöhte, sogenannte Umweltprämie+ heraus: 6.000 Euro + 4.000 Euro bisherigen Umweltbonus (2.000 Euro jeweils vom Staat und BMW). Macht 10.000 Euro Nachlass auf 38.000 Euro gerechnet = 28.000 nackter Einstiegspreis.

BMW dazu hochoffiziell: „Der in Deutschland angebotene staatliche Umweltbonus beim Kauf von elektrifizierten Fahrzeugen gilt zusätzlich zur Umweltprämie oder der Umweltprämie+. Der Kunde erhält eine staatliche Förderung von 2.000 Euro für reinelektrische Fahrzeuge bzw. 1.500 Euro für Plug-In-Hybrid-Modelle; die BMW Group ergänzt diese staatliche Förderung um denselben Betrag. So erhält der Käufer eines BMW i3 durch Umweltprämie+ (6.000 Euro) und Umweltbonus (2.000 Euro staatliche Förderung + 2.000 Euro BMW Förderung) einen Vorteil von bis zu 10.000 Euro auf das Neufahrzeug.

Das entspricht analog dem Wertverfall eines Neuwagens im ersten Nutzungsjahr um 1/3. Ihr bekommt damit einen Neuen für den Preis eines Einjährigen. Übrigens: Dienstwageninteressenten können selber gut rechnen, ich spare mir daher diesmal die lange Rechenwegsarie, was das Netto/Brutto fürs Gehalt bedeutet, wenn man die 1% oder aber die Fahrtenbuchmethode (Hinweis: mit Kaufwert statt Bruttolistenpreis anzusetzen, Zwinker) wählt. Und für die Firmenbuchhaltung erst recht.

Wer egal wie einen handelsüblichen Rabatt will – es gibt tatsächlich Besserwisser, die meinen einen bekommen zu können – geht per se leer aus. Entweder kauft man den i3 oder nicht zu dem ausgeschriebenen Preis. Oder nimmt die Umweltpämie+ in Anspruch.

BMW i3

Da ich den BMW i3 nach wie vor immer noch für den innovativsten und fortschrittlichsten Elektro-Ansatz halte, kann ich ruhigen Gewissens dieses Modell mit faktisch ausgeschriebenen 28.000 Euro wärmstens als Schnapper empfehlen. Wer unbedingt den i3s (330 – 345 km laut WLTP) haben will, der würde normalerweise als Startpreis 41.600 € hinlegen – die 10.000 €  = 31.600 €.

BMW Plugins

Weiter geht es: BMW bietet bekanntlich Plugin-Hybride an, die ebenso förderfähig im Sinne des Umweltboni sind. Auf der Pariser Autoshow wurde der brandneue BMW 3 vorgestellt. Von dem es ab Sommer 2019 eine Plugin-Variante geben wird, den 330e. Das BaFa listet dieses Modell als förderfähig mit dann 3.000 € statt 4.000 € (auch hier gilt 50:50 BMW/Staat). Somit bekäme der Interessent 9.000 € Nachlass (die +6.000 Euro von BMW gelten ohne Trickserei zusätzlich zur bestehenden Regelung der Umweltbonihöhe: 4.000 für E-Autos, 3.000 für Plugins), was ebenso ein zu erwartender Knaller ist. Denn, es gilt: Das Fahrzeug wird mit deutlich vergrößerter Akkukapazität angeblich auf 60 km rein elektrischer Reichweite kommen. Was BMW generell angekündigt hat, die Reichweiten für alle Plugins deutlich zu vergrößern (auf bis zu 80 km). Desweiteren wird noch der BMW 225xe und 530e in der BaFa-Liste (.pdf) unter den förderfähigen Plugins aufgeführt, aber dazu macht euch selbst schlau. Ich bin kein Hater von Plugins. Das sollte ich dazusagen. Mit entsprechend großer E-Reichweite kann man superb in Kommunen hineinfahrern, insofern das Navisystem mit dem Batteriemanagementsystem klug gekoppelt ist (vorausschauende Planung des Energiehaushalts). Wer demnach bspw. Langstreckenfahrer ist, ist mit einem derartigen System superb bedient.

Einschränkungen?

  1. Wer die Kohle eh nicht hat, für den ist kein Fahrzeug von BMW ein Schnapper, ob mit oder ohne Umweltprämie+
  2. Die Umtauschprämie gilt natürlich nur für die von der Bundesregierung auserkorenen Förderregionen. BMW dazu: „Als Intensivstädte gelten nach Definition des Bundes die Städte mit Messstellen-Abweichungen von über 25% gegenüber dem EU-Luftqualitätsgrenzwert, der bei 40 Mikrogramm pro m³ liegt (Abweichung in µg/m³): München (+38), Stuttgart (+33); Köln (+22), Reutlingen (+20), Düren (+18), Hamburg (+18), Limburg a.d. Lahn (+18), Düsseldorf (+16), Kiel (+16), Heilbronn (+15), Backnang (+13), Darmstadt (+12), Bochum (+11), Ludwigsburg (+11). “
  3. Der Zeitraum ist spannend aber nicht unendlich: „Diese Prämie erhalten alle Halter eines Euro 4 oder Euro 5 BMW oder MINI Dieselfahrzeugs in den betroffenen Städte-Regionen beim Kauf oder dem Leasing eines Neufahrzeugs der BMW Group. Die Umweltprämie+ gilt rückwirkend seit dem 1. Oktober 2018 bis zum Ende des Jahres 2019.“
  4. Wer sich keinen Neuen von BMW leisten will, kann immer noch auf Gebrauchte zurückgreifen, die entweder Plugins oder i3-Modelle sind oder aber die Euro 6 Norm erfüllen. Einschränkung: BMW bietet dann statt 6.000 Euro eine reduzierte Prämie von 4.500 Euro für gebrauchte BMW-Modelle. Hinweis: Der Umweltbonus der BaFa kann allerdings nur einmalig genutzt werden. Sollte demnach der Vorbesitzer des BMW i3 höchstwahrscheinlich den Umweltbonus (4.000 Euro) in Anspruch genommen haben, bekommt ihr für diesen Gebrauchten nicht nochmalig den Umweltbonus i.H.v. 4.000 ausgezahlt. Ihr bekommt „lediglich“ 4.500 Euro angerechnet (was je nach Wertentwicklung immer noch top sein kann). Das Gleiche gilt für gebrauchte Plugins: Dort gab es einmalig 3.000 Euro für den Erstkäufer. Ihr bekommt diesen Bonus ebenso wenig nochmalig ausgezahlt.
  5. Natürlich will sich BMW nicht lumpen lassen, damit fröhlich günstig eingekauft und im Ausland verkauft werden kann: “Halter von BMW oder MINI Dieselfahrzeugen mit Abgasnorm Euro 4 oder Euro 5, die ihr mindestens 12 Monate auf sie zugelassenes Fahrzeug bei einem BMW oder MINI Händler in Zahlung geben, können bei Vorlage einer Berechtigung zur Teilnahme an den initiierten Programmen in den betroffenen Städte-Regionen eine Umweltprämie+ erhalten”.
  6. Wer keinen gebrauchten BMW hat, geht leer aus. Also alle Benzfahrer, Audifahrer, etcpp. werden von BMW abgewiesen.
  7. Das Gleiche gilt für Besitzer eines alten BMW Modells mit der Euro Norm 1, 2 oder 3. Oder ihr habt einen gebrauchten BMW-Benziner, dann geht es in die herkömmlichen Verhandlungen über. Eine Umweltprämie+ gibt es seitens BMW nicht.
  8. Da Ende 2019 der elektrische Mini rauskommt, könnte es noch sein, dass Vorbesteller von der Umweltprämie+ profitieren. Da müsst ihr euch erkundigen.
  9. Klar, wer jetzt zufällig günstig (?) einen BMW/Mini Diesel mit der Euro-Norm 4/5 bekommt (Kauf / Überschreibung), hat die im Punkt 5. genannte Mindestgrenze von einem Jahr bis zum Ablauf der Umweltprämie+ Ende 2019 überschritten. Wenn Ende 2019 eben 31.12.2019 bedeutet. Das ist aber eine reine Rechnerei, was die Vorteile gegenüber dem temporären Kauf angeht. Zumal ihr in einem bezugsberechtigten Gebiet den alten BMW zugelassen haben müsst bzw. ihr dort gemeldet sein solltet (Erstwohnsitz / Zweitwohnsitz?), je nachdem was für die Bezugsberechtigung gilt.

So, genug getrommelt gegen die Jammerei. BMW-Interessenten in den passenden Stadtgebieten und dem Umland könnten bei passendem Budget richtig viel Spaß haben. Das Einzige was mich ärgert (oder norddeutsch „das Einzigste“) ist? Ich bekomme keine Händlerprovi für diese Empfehlung. Ob sich nun andere außerhalb der 14 Stadtregionen ärgern? Ist nicht mein Problem, thats life. Auch andere Anbieter haben schöne Elektrotöchter, schaut bei electrive.net nach: So haut Renault bundesweit den Zoe für 13.900 € raus.