BMW Motorrad Vision Next 100 gibt Ausblick auf Zukunft des Bikes

BMW Motorrad wird im Rahmen der Vision "Next 100" einen Ausblick auf die Zukunft des Bikes geben. Die Automotive Cloud und Motorräder, die V2V mit anderen Fahrzeugen kommunizieren werden die Sicherheit für Biker extrem erhöhen.

von Bernd Rubel am 11. Oktober 2016

Unter dem Motto “Next 100” skizziert BMW bereits seit geraumer Zeit seine automobilen Zukunftsvisionen für die kommenden einhundert Jahre. Die Branche steht mit dem endgültigen Durchbruch von Elektrofahrzeugen vor einem enormen Wandel, zudem werden teil- und vollautonome Fahrzeuge spätestens im nächsten Jahrzehnt unser Straßenbild verändern.

Zusammen mit Audi und Mercedes-Benz hat BMW bereits elementare Veränderungen eingeleitet. Die drei Automobilhersteller haben gemeinsam HERE gekauft, die in kürzester Zeit gemachten Fortschritte sind beeindruckend. Zukünftig sollen die Fahrzeuge untereinander alle verkehrs- und sicherheitsrelevanten Daten austauschen, mittelfristig sollen Verkehrsleitsysteme und andere Elemente die “Automotive Cloud” bilden.

BMW ist unter den drei Herstellern der einzige, der auch Motorräder herstellt. Während bei Mercedes-Benz die Nutzfahrzeuge und Vans einen wichtigen Geschäftsbereich repräsentieren, können die Bayerischen Motorenwerke auf eine lange Bike-Tradition zurückblicken. So ist wenig verwunderlich, dass die Next 100 Initiative der Münchener diesen Bereich ebenfalls berücksichtigt.

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In Los Angeles wird heute ein Bike vorgestellt, das quasi als Blaupause für die Motorräder der Zukunft dienen soll. Während sich wie beim Automobil an der grundsätzlichen Bauweise – zumindest optisch, es bleibt bei zwei Rädern – nur wenig verändern wird, wird die Technologie immer präsenter.

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Ein weiterhin steigendes Verkehrsaufkommen in den Innenstädten könnte die Nachfrage nach wendigen und platzsparenden Zweirädern weiter erhöhen. Gleichzeitig gilt es, noch existierende Hindernisse wie einen nur begrenzt zur Verfügung stehenden Platz für Elektro-Batterien zu überwinden. Bei Reifen und Sensoren ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, ebensowenig beim Zubehör und bei der Sicherheit. Die Automotive Cloud und eine Integration von Motorrädern, die per Vehicle-to-Vehicle Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren können hier einen elementaren Beitrag leisten.

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Glaubt man Branchenkennern, läuft vieles auf einen “elektronischen Schutzkäfig” hinaus, der den Fahrer schützen wird. Das Motorrad weiß, welche Autos, LKW und Gefahrensituationen sich in seiner Umgebung befinden, “warnt” diese oder den Fahrer. Head-Up Displays, optische und akustische Signale, ein Ineinandergreifen von Sensoren – all das wird in der Zukunft normal sein.

Das BMW Vision Next 100 Bike

Optisch orientiert sich das Vision Next mit seinem schwarzen Dreiecksrahmen am ersten Motorrad von BMW, dem R32 von 1923. Es sind keine Lager oder Gelenke sichtbar, dadurch wirkt das Gefährt wie aus einem Guss. In der Seitenansicht verleiht der Rahmen die Wirkung eines “Naked Bikes”.

Der Flexframe besitzt neben den optischen Eigenschaften auch eine tatsächliche Funktion. Seine Biegsamkeit soll Lenkmanöver ermöglichen – aber ohne die heutzutage üblichen Gelenke. Wird der Lenker bewegt, verformt sich der gesamte Rahmen und macht die Richtungsänderung möglich. Je nach Fahrsituation variieren die dafür erforderlichen Kräfte: Lenkmanöver im Stand sind besonders leicht, während der Rahmen bei hohen Geschwindigkeiten eine hohe Steifigkeit bietet. Die Anordnung der Flächen sorgt für einen Wind- und Wetterschutz.

Der an einen klassischen Boxermotor erinnernde Motor sitzt im Rahmen – und ist in der Zukunftsstudie von BMW selbstverständlich emissionsfrei. Je nach Fahrsituation ändert sich die äußere Gestalt: Im Ruhezustand liegt er eng an, sobald die Fahrt beginnt, fährt der Motorblock seitlich aus. Während der Fahrt optimiert er so die Aerodynamik.

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Den integrierten Assistenzsystemen kommt eine zentrale zu: sie sollen im Idelazustand kritische Fahrsituationen so vorhersehbar machen, dass der Fahrer keinen Helm und keine Protektoren mehr benötigt. Das ist eine Zukunftsvision, die irgendwann wahr werden könnte, soll aber hauptsächlich die Zuversicht von BMW in die Systeme symbolisieren.

Die zukünftigen aktiven Assistenzsysteme balancieren in der Vorstellung von BMW das Motorrad während der Fahrt sowie im Stand selbstständig aus. So können die Systeme dem Motorrad in bestimmten Fahrsituationen mehr Stabilität verleihen, ein Umfallen ist dann nicht mehr möglich.

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Der wesentliche Teil des Informationsaustauschs zwischen Fahrer und Fahrzeug erfolgt über den sogenannten “Visor”, eine sichtfeldumschließende Datenbrille. Der Visor projiziert relevante Daten direkt in das Sichtfeld des Fahrers, je nach Fahrsituation. Vier Anzeigenbereiche, die durch die Blickhöhe gesteuert werden gibt es: Je nachdem, ob der Fahrer seinen Blick hebt oder senkt, ändert sich auch der angezeigte Inhalt. Die normale Blickebene zeigt während der Fahrt keine Inhalte und erlaubt damit den absoluten Fokus auf die Strecke. Erst wenn Handlungsbedarf besteht oder der Fahrer gewisse Informationen wünscht wird der Visor aktiv. Ein Blick nach oben ist z.B. ein Blick in den Rückspiegel, ein Blick nach unten zeigt eine Streckenkarte.

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