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Interaktive Laserprojektion: Bosch erfindet die virtuelle Tastatur neu

geschrieben von Mark Kreuzer

Bosch hat auf dem diesjährigen Mobile World Congress einen neuen Laserprojektor vorgestellt, der jede Fläche zu einem Touchscreen macht. Die laserprojizierten Interfaces bieten Möglichkeiten, die wir bis heute höchstens in Science Fiction Filmen gesehen haben.

Die grundlegende Funktionsweise des Bosch BML050 MEMS-Scanner ist schnell beschrieben: Der kleine Laserprojektor ermöglicht es, ein Farbbild auf jede beliebige Oberfläche zu projizieren. Ein integrierter Scanmechanismus ermöglicht dabei nicht nur die Ausgabe von Bildern, sondern erkennt auch Eingaben „auf“ dem projizierten Bild. Das Bedienkonzept und die damit einhergehenden Möglichkeiten ähneln dem von Sony vorgestellten Xperia Touch Projektor.

Technische Daten BML050

Die kombinierten Wellen von einem roten, einem grünen und einem blauen Laser werden über zwei Mikrospiegel abgelenkt und erzeugen so Zeile für Zeile und Pixel für Pixel das Bild. Dabei ist momentan eine Framerate von 50-72 Hz möglich. Der Vorteil der Laserprojektion liegt zum einem darin, dass das Bild nicht fokussiert werden muss. Das von Bosch vorgestellte Referenzdesign hat eine Helligkeit von 25 Lumen, was im Vergleich zum Sony Xperia Touch mit 100 Lumen Leuchtkraft nicht besonders hoch klingt. In der Demo auf der Messe hatte ich aber zumindest subjektiv das Gefühl, dass durch die Bilddarstellung mittels Laser die Farben und Kontraste der Bosch Technologie deutlich besser aussehen. Zudem lässt sich der Helligkeitswert durch den Einsatz von weiteren Lasern noch erhöhen. Das Bild wird standardmäßig im 16:9 Verhältnis mit 720p übertragen.

Besonders spannend fand ich, dass über eine Photodiode die Reflektion gemessen wird. Dadurch kann das projizierte Bild auch gleichzeitig zur Eingabefläche werden.

Das fertige Referenzdesign ist von der Fläche her mit ca. 46 x 40 Millimetern kaum größer als eine Kreditkarte. Die Dicke von nur 10 Millimetern ermöglicht den Einbau in sehr kleine und mobile Geräte. Der benötigte Platz lässt sich sogar noch weiter verkleinern, in dem man den Projektor mit 24 x 14 x 6 Millimetern von der Steuerlogik trennt. Laut Bosch ist das System wegen des geringen Energieverbrauchs gerade für mobile Geräte optimal.

Die Stückkosten für das BML050 Modul betragen zurzeit ungefähr 150 Dollar. In Anbetracht des Funktionsumfangs bin ich von diesem Preis schwer begeistert. Es ist davon auszugehen das diese Technologie in den nächsten Jahren noch besser und günstiger wird.

Einsatzmöglichkeiten

Für mich persönlich war der MEMS-Scanner eines der Highlights des Mobile World Congress in Barcelona. Bosch hat damit eine Lösung im Baukasten, die anderen Hersteller einfach in ihre zukünftigen Produkte integrieren können. Da es Treiber für die wichtigsten Betriebssysteme gibt, wird die Implementierung ebenfalls recht einfach sein.

Im Prinzip ist der Einsatz in nahezu jedem Bereich möglich. Egal ob im Internet of Things, in Haushaltsgeräten, Tablets, Smartphones oder Robotern – mit dem BML050 lässt sich einfach eine präzise und einfache Benutzerschnittstelle realisieren.

Ab 2017 steht die Technik für erste ausgewählte Kundenprojekte zur Verfügung und ich bin echt gespannt wie die Technik integriert wird. In meinen Augen ist das Technik die uns wieder einen Schritt näher in die Zukunft bringt, die wir aus Science Fiction Filmen kennen.

Über den Autor

Mark Kreuzer