Smart Travel
Breakfast 2.0 – Am iPad bestellen und mit Flugmeilen bezahlen

Im Flughafen Newark in New Jersey kann man in Restaurants mit Flugmeilen bezahlen. Da wundert es nicht, dass die Bestellungen auch gleich via iPad aufgegeben werden.

300 000 oder in Worten: dreihunderttausend! Das ist fuer mich die magische Zahl in diesem Jahr, denn so viele Meilen habe ich dieses Jahr hinter mich gebracht. Wohlgemerkt in diversen Fliegern und auf den verschiedensten Routen, die mich im Schnitt einmal pro Monat den Globus umrunden liessen. Bekloppt oder einfach „Business as Usual“? Vielleicht wollte ich einfach auch mal die „Up in the air“-Erfahrung vom George Clooney machen oder gar meine Business Class Upgrades testen bzw. die von mir beschriebene Strategie anwenden.

Ich fliege… viel und aufgrund der diversen Upgrades auch sehr gerne, denn fuer mich sind diese 10-13 Stunden auf einem Interkontinentalflug sowas wie ein Kurzurlaub. Mal in Ruhe einen schoenen Film gucken, sich Getraenke und „lecker Essen“ bringen lassen oder das „Projekt Inbox Zero“ angehen (um dann relativ schnell zu erkennen, dass es eh nichts wird). Flugreisen haben, die passende Klasse und Fluggesellschaft vorausgesetzt, etwas beruhigendes fuer mich und wenn wir nicht diese bloeden Zeitzonen haetten, wuerde ich wohl noch haeufiger im Flieger sitzen.

Mal abgesehen von diesem fuer Mobile Geeks so wichtigen „Hobby“ (ich habe einfach in den letzten 12 Monaten ordentlich fuer unsere neue Strategie getrommelt, die wir ja kuerzlich mit der Leserhilfe erweitert haben), schaue ich nicht nur welche Gesellschaft ich nehme, sondern auch welche Flughaefen ich anfliege. In New York habe ich da z.B. die Auswahl zwischen JFK und Newark, sowie massig Airlines, die nur das beste von mir wollen aka mein Geld.

Als United Mileage Plus Kunde ist dann natuerlich Newark die grosse Drehschreibe, sozusagen das Wohnzimmer dieser US-Fluggesellschaft und hier schlage ich regelmaessig auf. Das liegt nicht an den mehr als bescheidenen Lounges die United da hingehauen hat (da sind die wirklich um Lichtjahre hinter der Konkurrenz zurueck), sondern einfach an den Anschlussfluegen bzw, die Naehe zu New York. Auch wenn ich mich ansonsten hier nie lange aufhalte (mein einziges Erlebnis an das ich mich erinnen kann, war dass mal Debbie Harry aka Blondie in der Lounge sass und ich sie kaum erkennen konnte), so koennte sich das in Zukunft aendern, denn der Flughafen wurde mal richtig umgebaut… oder sagen wir mal, der wurde smart!

Newark als Smart Airport

Da war ich also wieder. Newark! Auf dem Weg nach San Francisco wollte ich mir noch schnell ein typisches US-Fruehstueck in die Backen schieben. Also das Programm mit Spiegelei, Prime Rib Hash und lecker Bratkartoeffelkes. Plus, der obligatorische OJ… nicht der Simpson, sondern diese orangene Fluessigkeit aus den runden Suedfruechten. Also ab ins Abruzzo, das eigentlich ein italienisches Steakhouse ist, aber auch Fruehstueck macht. Ja und was sehe ich da?

United Newark Restaurants Mileage 3

WTF?! Was machen denn da die ganzen iPads auf den Tischen?

Ich dachte immer noch an irgendeinen Werbegag aus Cupertino (ok, nicht wirklich, denn ganz so guerillatechnisch sind die ja nicht unterwegs), da klickte ich auf den Homebutton und wurde aufgefordert meine Boardkarte einzuscannen:

United Newark Restaurants Mileage 12

Sobald der Barcode dann aufgenommen wurde, kam auch gleich der ganz persoenliche Begruessungsschirm mit meinen Daten:

United Newark Restaurants Mileage 13

Aha, ich fliege also von Gate 73 ab und habe auf jeden Fall noch gut ne Stunde Zeit um genug Kalorien fuer den kraeftezehrenden Flug aufzunehmen. Also gleich mal weiter auf die Speisekarte geklickt:

Alles was das Herz begehrt und sofort bestelltbar… ohne Kellner/in mit 2 Klicks vom iPad. Plus… ich kann mit Meilen bezahlen! Wie geil ist das denn bitte? Auch wenn die Meilen/$ Ratio unglaublich schlecht war (haette ich meine Bestellung fuer 8 Freunde bestellt, dann waere dies mit einem einfachen Flug von Taipei nach San Francisco gleichzusetzen gewesen), musste ich das natuerlich ausprobieren. Also einfach mal drauf los bestellen und warten was da auf mich zukommt:

United Newark Restaurants Mileage 15

#winning! Ehrlich, ich uebertreibe wohl aufgrund der kindlichen Begeisterung die ich beim Anblick dieses Tellers empfand, aber auf einmal wurde mein komplettes bisher bekanntes Restauranterlebnis neu aufgestellt. Ich hab all dies bestellt, ohne auch nur einen Hauch der Interaktion mit den Angestellten. Plus, ich habe dafuer mit einer eigentlich nicht vorhandenen Waehrung bezahlt: Meilen!

Aber damit nicht genug, denn waehrend ich an einer potenziellen Herzscheidewandverfettung arbeitete, surfte ich lustig weiter auf dem iPad und haette dann ueber meine Meilen noch weiter einkaufen koennen:

Natuerlich ohne dabei meinen Abflugplan aus den Augen zu verlieren:

United Newark Restaurants Mileage 8

Haette ich mir hier z.B. neue Kopfhoerer gekauft, dann waeren die mir in den Flieger direkt zum Platze geliefert worden. Abermals bezahlt mit Meilen. Hach… Technology!

Flughafen 2.0 als Meilengrab

So ziemliche alle Restaurants auf dem Flughafen Newark werden an dieses neue System angeschlossen und bieten den Reisenden dann eine willkommene Moeglichkeit ihre Meilen auf den Kopf zu hauen. Bei mir waren das knackige 3360:

UNited OTG Newark

Das ist sowohl fuer United, wie auch fuer die angeschlossenen Restaurants eine durchaus lukrative Nummer, denn die Gerichte und Getraenke sind ueber Meilen unvergleichbar teurer im Vergleich zur Barzahlung. Ein Modell fuer die Zukunft und vor allen Dingen auch fuer Deutschland? Ganz ehrlich? Wuenschen wuerde ich es mir, denn schliesslich habe ich als Kunde ja die Wahl. Cash, Kreditkarte oder Meilen.

Letztendlich ist all dies ja auch nur Mittel zum Zweck. Schmecken muss es mir und genau das hatte es. Mahlzeit!

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