#Brexit – Der interkontinentale Kater wird grausam!

Grossbritanniens Zukunft hat sich mit ueberwaeltigender Mehrheit fuer die Ideale eines gemeinsamen Europas ausgesprochen, aber diese Altersgruppe ist nun einmal nicht wirklich ausschlaggebend in einer ueberalternden Gesellschaft. Der #Brexit kommt und er wird uns noch eine Menge Kopfschmerzen bereiten.

“Weck mich bitte auf aus diesem Albtraum. Menschen seh’n vor lauter Bäumen den Wald kaum.” Ach eigentlich moechte ich den grossartigen Song von Samy Deluxe den ganzen Tag ueber rappeln lassen. So wunderbar passt er zu der aktuellen Situation. Zumal ja auch vor Wochen diverse besorgte Buerger meinten, dass Facebook die Xavier Naidoo Variante aus politischen Gruenden sperren lies. Jap, es ist schon bloed wenn man nicht den gesamten Text kennt und vor allen Dingen nicht den Urheber der Zeilen…

Aber hey, da sind wir schon beim eigentlichen Problem. Kombiniere Angst mit Wut und streue noch eine dicke Prise Populismus oben drauf und schon aktivierst du all die, die sich selber als Verlierer sehen. Menschen, die anscheinend nicht abgeholt wurden und sich irgendwie vernachlaessigt fuehlen. Die da oben! Die haben uns den ganzen Schlamassel eingebrockt. Und wenn man es der eigenen Regierung nicht aufs Broetchen auf’s Sandwich schmieren kann, dann haetten wir ja noch im naechsten Level die EU anzubieten, bevor der Endgegner US of A ins Fadenkreuz der Angstmacher geraet. Wobei letzterer fuer unsere Freunde auf der Insel nicht in Frage kommt… wie sang New Model Army vor 30 Jahren so schoen:

In den letzten 20 Jahren habe ich (zumindest als Zuschauer) an 2 EM-Endrunden teilgenommen. 1996 war ich mit einer bunten Reisegruppe in Manchester, um in Old Trafford Deutschland gegen die Tschechei zu schauen. Haette mir damals jemand erklaeren wollen, dass unsere Freunde auf der Insel sich 20 Jahre spaeter von der EU abspalten wuerden, ich haette es wohl eher auf einen uebermaessigen Guiness-Genuss zurueckgefuehrt.

Jetzt komme ich gerade von der EM in Frankreich und es ist geschehen. “The United Kingdom” hat sich gegen offene Grenzen, gegen die freie Wahl des Arbeitsplatz und Wohnsitzes und gegen ein vereintes Europa ausgesprochen.

All dies, was ich als “Twen” feierte und als evolutionaere Entwicklung fuer eine friedvolle Zukunft des Kontinents ansah, all dies war fuer eine knappe Mehrheit der Briten nicht mehr wichtig. Im Gegenteil, es machte ihnen ganz offensichtlich Angst. Zumindest der Altersgruppe, die sich noch an die “heile Welt” vor dem EU-Eintritt der Briten erinnern koennen:

Brexit Poll

Das heutige Ergebnis wird uns ueber Jahre beschaeftigen, aber wir sollten dabei eines nicht ausser acht lassen… Grossbritanniens Zukunft hat sich mit ueberwaeltigender Mehrheit fuer die Ideale eines gemeinsamen Europas ausgesprochen.

Wer nun im Lager der “Leave”-Jubler darauf hofft, einen Domino-Effekt ausgeloest zu haben, sollte sich nicht zu frueh freuen. Der #Brexit kann auch ganz schnell zu einem Eigentor fuer die Briten werden. Die Schotten haben bereits erklaert (und auch so abgestimmt), dass sie sich eher als Teil der EU sehen und das vorlaeufige Endergebnis koennte durchaus ein neues Referendum anstossen.

Und dann haben wir ja noch Nord-Irland. Sinn Fein strengt bereits ein Referendum an, welches sich dann mit der Wiedervereinigung Irlands beschaeftigen soll.

Der #Brexit koennte also schwer nach hinten losgehen und final eine ganze Menge Kopfschmerzen bereiten.

So oder so… heute ist ein trauriger Tag. Nicht nur fuer die, die an eine europaeische Zukunft glauben.