Canon EXPO 2015
Canon EOS M10, Powershot G5 X & G9 X ausprobiert

Kompakt, lichtstark und einfach zu bedienen: Canon präsentiert auf der hauseigenen Expo 2015 drei neue Kameras. Ob Einsteiger oder Fortgeschrittene, für jeden ist was dabei.

Alle 5 Jahre hält Canon eine Expo ab, eine Hausmesse, die nicht nur neue Produkte, sondern auch Zukunftsvisionen vorstellt, die vielleicht nie auf den Markt kommen werden. Auf der diesjährigen Canon Expo hat der japanische Kamerariese unter anderem drei neue Fotokameras vorgestellt: Die neue Canon EOS M10, die Powershot G5X und Powershot G9X. Alle drei sind für ihre Sensorgrößen extrem kompakt, richten sich aber an ganz unterschiedliche Nutzer.

Canon Powershot G5 X: Die Kompakte für Enthusiasten

Canon PowerShot G5 X vorneDie Canon Powershot G5X besitzt einen 1 Zoll Sensor mit einer Aufösung von 20,2 Megapixeln und ein Zoomobjektiv, das von 24mm bis 100mm Equivalenzbrennweite geht. Besonders ist aber das lichtstarke Objektiv, das mit einer Blende von f/1.8 bis f/2.8 auch bei Dunkelheit und vollem Zoom sehr ordentliche Bilder ermöglichen sollte. Doch auch Bokeh Fans freuen sich über die weite Offenblende, den großen Sensor sowie den Neun-Lamellen Blendenverschluss, der eine besonders weiche Hintergrundunschärfe ermöglichen soll. Praktisch dafür ist auch der eingebaute ND-Filter, der euch auch bei Tageslicht ermöglicht, mit Offenblende zu schießen. Der Cropfaktor wirkt sich aber natürlich nicht nur auf die Brennweite, sondern auch auf die Blende aus.

Viele Einstellräder und Tasten

Canon PowerShot G5 X EinstellraederDie Canon Powershot G5X ist der Porsche unter den Kompaktkameras und das merkt man auch an den diversen Rädern und Tasten, die der Nutzer zum Teil auch selbst belegen kann. Auf der linken Seite ein PASM-Moduswählrad, rechts ein Rädchen für die Belichtungskorrektur (ohne kommt mir keine Kamera mehr ins Haus), vorne ein komplett frei belegbares Rad für den Zeigefinger. Kann man noch mehr bei dieser Größe unterbgrinen? Aber sicher! Auch der Ring um das Objektiv lässt sich drehen, womit man die Blende, Belichtungskorrektur, ISO oder Schärfe einstellen kann. Für Schärfe oder Blende hat mich allerdings der klickende Widerstand gestört, diesen kann man wohl auch nicht ausschalten.

Canon PowerShot G5 X kurztest

Scharfer Sucher ohne Schwächen

Canon PowerShot G5 X touschreenErstklassig ist übrigens auch der elektronische Viewfinder, der mit 2,36 Millionen Bildpunkten auflöst und auf der OLED Technologie basiert. Bewegungen werden flüssig und ohne Verzögerung wiedergegeben, Streifenbildung war nicht erkennbar. Vor allem beim Fokussieren im Makrobereich ist die Schärfe hervorragend und das EVF erweist sich als äußerst hilfreich. Auch in der Sonne möchte ich einen Sucher – optisch oder elektronisch – wirklich nicht mehr missen, wobei die Vorteile eines elektronischen für mich klar überwiegen. Wer gerne auf den Bildschirm schaut, der bekommt einen 3 Zoll großen Touchscreen, der mit 1.04 Millionen Punkten auflöst und in den Messehallen ausreichend hell war. Praktisch für Selfies: Der Bilschirm lässt sich ausklappen und bei Bedarf nach vorne drehen. Alternativ dreht man ihn nach oben und kann somit im “Stealth Mode” aus der Hüfte schießen.

Preislich liegt die Canon Powershot G5 X bei 789€, was angesichts der starken Objektiv- und Sensorkombination wirklich in Ordnung geht. Die Sony RX100 III ist zwar minimal günstiger, bietet aber auch einen deutlich geringeren Zoom-Bereich und weniger “Tasten und Räder”.

Canon Powershot G9 X: Klein aber oho!

Canon PowerShot G9 X vorneDie G9 X ist der kleine Bruder der G7 X und damit indirekt auch von der G5 X. Technisch bietet sie eine sehr ähnliche Grundausstattung: Den gleichen, großen 1 Zoll 20,2 Megapixel Sensor, allerdings in einem noch kompakteren Gehäuse. Das Objektiv bietet einen nur dreifachen Zoom und ist auch nicht ganz so weitwinkelig (28mm-84mm). Auch lässt es mit Blende f/2.0-4.9 etwas weniger Licht durch, was für eine Kompaktkamera aber trotzdem sehr gut ist.

NFC und WLAN ist serienmäßig

Weniger Knöpfe und Räder haben den Vorteil, dass die Kamera extrem schlank geworden ist und nur die wichtigsten Bedienelemente als physische Tasten bereithält – der Rest erfolgt über den 3 Zoll Touchscreen. Dieser lässt sich leider nicht nach vorne schwenken, ihr müsst dafür auf euer Gefühl vertrauen oder die Smartphone App von Canon nutzen. Per WLAN (und NFC) lassen sich nämlich alle drei vorgestellten Kameras mit dem iOS oder Android Smartphone verbinden und somit bequem fernsteuern.

Canon PowerShot G9 X Touchscreen

Für 499€ ist die Canon Powershot G9 X eine sehr kompakte Kamera, die Bilder auch im Dunkeln in guter Qualität aufnehmen kann. Ebenfalls technisch mit der Sony RX100 III vergleichbar ist sie um einiges günstiger und damit die bessere Premium-immer-dabei Kamera.

Canon EOS M10: Günstige Baby EOS M

Canon ist nicht gerade der Vorreiter bei spiegellosen Systemkameras und ihre EOS M Serie wurde in der Vergangenheit eher stiefmütterlich behandelt. So langsam scheint sich das jedoch zu ändern. Nach der Vorstellung der EOS M3 Anfang diesen Jahres, die vor allem den Autofokus verbesserte, folgt nun die EOS M10 mit einem 18 Megapixel APS-C Sensor. Die Baby EOS, wie sie in diversen Gerüchten genannt wurde, ist spürbar kleiner und ist vor allem auf Einfachheit ausgelegt. Der Nutzer erhält somit nur die allerwichtigsten Funktionen als dedizierte Taste, der große Rest wird über den 3 Zoll großen Touchscreen erledigt. Ein fehlender 3,5mm Mikrofoneingang und das Nichtvorhandensein eines Suchers bestätigen den minimalistischen Anspruch der EOS M10.

Canon EOS M10 Kurztest

Kleine Handling-Schwierigkeiten

Canon EOS M10 TouchscreenEinerseits kompakt, andererseits fast schon zu klein liegt die kleinste Spiegellose in mittelgroßen Männerhänden. Mit dem adaptierten 60mm Macroobjektiv war die Gewichtsverteilung extrem Kopflastig, das glänzende Gehäuse hat das Handling nicht gerade einfacher gestaltet. Wer gerne größere Objektive an die M10 adaptieren möchte, dem wird das Gehäuse vermutlich zu klein und zu unergonomisch sein.

Neues 15-45mm Kit-Objektiv

Mit dem neu vorgestellten 15-45mm Objektiv wird das Handling schon deutlich besser sein, nicht zuletzt weil es schön leicht (130g) und kompakt ist. So lässt es sich komplett einfahren, was zwar nicht mit dem Powerzoom der Sonys mithalten kann, jedoch die Kamera trotzdem einfach zu verstauen macht. Leider konnten wir das neue Kit-Zoom nicht ausprobieren, vor allem die Autofokus-Geschwindigkeit und der Geräuschpegel des STM-Motors wären interessant gewesen. Besonders lichtstark ist es aber schonmal nicht, Blende 3.5-6.3 sind maximal möglich. Immerhin gibt es einen einen eingebauten optischen Bildstabilisator, der bei Nachtaufnahmen hilft die Bilder weniger verwackeln zu lassen.

EOS M10_WH FST EF-M 15-45mm f3.5-6.3 IS STM_ (bk) BEAUTY

49 Fokuspunkte bietet der Hybrid-CMOS-AF II Autofokus – genau so viele wie die EOS M3, die jedoch auf eine neuere AF III Generation setzt. Der Autofokus in Verbindung mit dem adaptierten 60mm Macro war eher langsam, auch wenn die Lichtverhältnisse eher schwierig waren. Focus-Hunting war ein klar sichtbares Problem, das bis zum Marktstart hoffentlich noch behoben wird.

EOS M10: Preis & Verfügbarkeit

Für 499€ ist das EOS M10 Kit mit dem EF-M 15-45mm Objektiv ab November verfügbar. Preislich und technisch muss sie sich mit der Sony A5100 messen lassen, die zwar weniger kompakt ist, allerdings einen schnelleren Autofokus und ein lichtstärkeres Kit-Objektiv hat. Die kompakte Größe in Verbindung mit einem APS-C Sensor macht die EOS M10 vor allem für Einsteiger attraktiv, die ihre Kamera immer dabei haben wollen.