Crowdfunding der Woche
ChargeWrite: Kugelschreiber, Stylus und Powerbank in einem

ChargeWrite ist ein Stift, den ihr gerade bei Indiegogo erwerben könnt. Er ist ein normaler Kugelschreiber, funktioniert aber auch als Stylus, lädt Smartphones und kann noch ein paar Tricks mehr.

Ich glaub, es war Homer Simpson, der mal zum Thema “Erfindungen” sagte, dass man am besten etwas nimmt, was es schon gibt, und einfach eine Uhr einbaut. Unzählige Erfindungen funktionieren tatsächlich nach diesem Prinzip, dass man ein bestehendes Gerät oder Gadget schlicht um eine Funktion erweitert, was aber auch nichts Verwerfliches sein muss, wie das Unternehmen ChargeWrite derzeit auf Indiegogo beweist.

ChargeWrite bietet einen gleichnamigen Stift an in zwei Varianten und der kann eben mehr, als euch nur als Kugelschreiber zu dienen. Auf den ersten Blick sieht er tatsächlich aus wie ein handelsüblicher Stift, aber allein schon der Name “ChargeWrite” lässt ja darauf schließen, dass neben dem Schreiben zumindest noch eine weitere Funktion inklusive ist.

Im Stift befindet sich also auch noch ein Akku, so dass ihr unterwegs auch noch euer Smartphone mit diesem Kugelschreiber betanken könnt. Praktisch dabei: ChargeWrite verfügt über eine universelle Smartphone-Spitze, mit der ihr den Stift sowohl in einem iPhone oder einem Android-Smartphone einstöpseln könnt. Also egal, ob ihr über einen Lightning- oder Micro-USB-Anschluss vorzuweisen habt – der ChargeWrite passt und kommt ohne Adapter aus. Das Smartphone könnt ihr natürlich während des Ladens weiternutzen. Das sieht eventuell ein bisschen behämmert aus, wenn ihr mit einem Smartphone telefoniert, in dem ein Kugelschreiber steckt, aber es ist allemal besser als ein Smartphone, bei dem der Akku die Grätsche gemacht hat.

Ansonsten ist es zunächst einmal halt ein normaler Ball Pen, den ihr immer mit euch führen und zücken könnt, wenn mal eure Unterschrift gefragt ist. Über einen Drehmechanismus könnt ihr die Schreibspitze rein- oder rausschrauben. Das ermöglicht es euch auch, den Stift als Stylus auf Touchscreens zu nutzen.

Somit haben wir jetzt schon einen Stift, der euch ganz normal auf Papier schreiben lässt, aber auch auf dem Touchscreen genutzt werden kann und euer Smartphone lädt. Das ist aber immer noch nicht alles, was das kleine Multi-Tool auf der Pfanne hat: Ein Screen-Cleaner ist auch noch inklusive, so dass ihr ein verschmutztes Display reinigen könnt und wer sich für die Plus-Variante des Stifts entscheidet, bekommt darüber hinaus auch noch 16 GB Speicherplatz serviert.

Dieser Speicherplatz geht dummerweise aber zu Lasten der Akkukapazität. Konkret bedeutet das, dass ihr im “normalen” ChargeWrite 1.000 mAh geboten bekommt, während es im ChargeWrite+ zwar 16 GB Speicherplatz gibt, allerdings dafür nur 650 mAh.

Das ist ein bisschen schade, dass ausgerechnet im Plus-Modell der Akku deutlich kleiner ist, aber dafür habt ihr eben auch mit diesem Stift immer einen Speicher-Stick am Start, der sich genau so problemlos anschließen lässt wie zum Laden. Apropos Laden – auch dazu könnt ihr ChargeWrite einfach in ein Device oder Ladegerät stecken.

Wer schnell zuschlägt und noch bei den Early Bird-Angeboten zuschlagen kann, bezahlt für die günstigere Variante 29 US-Dollar, versandt wird weltweit. Wer auf ein wenig Akku-Power verzichtet und dafür 16 GB Speicherplatz haben möchte, bezahlt mit 39 US-Dollar einen Zehner mehr – beides meiner Meinung nach sehr anständige Preise für dieses Gimmick.

Dass die Finanzierung zustande kommt, steht bereits jetzt, wo es noch zwei Monate Restlaufzeit gibt, bereits fest: 10 000 Dollar wollte man gern einsammeln und ist bereits jetzt bei deutlich über 30 000 Dollar angekommen. Und noch eine gute Nachricht für die Early Bird-Backer: Die ersten tausend Stifte sind bereits produziert worden! Sehr oft haben wir es bei den Crowdfunding-Geschichten mit Prototypen zu tun. Das bedeutet, dass erst mal noch eine Menge Zeit vergeht, bis ein serienreifes Produkt vorliegt und darüber hinaus natürlich auch noch Schwierigkeiten bei der Produktion auftauchen können, die das Unternehmen zuvor nicht auf dem Schirm hatte. Die können dann zu weiteren Verzögerungen führen oder schlimmstenfalls sogar offenbaren, dass sich ein Projekt überhaupt nicht umsetzen lässt.

In diesem Fall ist also nichts zu befürchten – die ersten tausend Einheiten sind produziert und sollen dementsprechend auch sehr flott – bereits im April 2017 – versandt werden. Vielleicht ist so ein Gadget nicht für jedermann gedacht, weil man a) keinen Wert darauf legt, ein Smartphone per Stylus zu bedienen oder schlicht nicht der Typ Mensch ist, der ständig einen Stift mit sich herum trägt. Solltet ihr aber eh ständig irgendwo einen Kuli in der Jackentasche oder sonst wo mitführen und könnt sowohl Speicherplatz als auch zusätzliche Akku-Power gebrauchen, dann ist der ChargeWrite bzw. der ChargeWrite+ sicher eine Überlegung wert. Hetzen müsst ihr wie gesagt nicht, wenn ihr jetzt über die Anschaffung nachdenkt: Der ganze Spaß läuft bei Indiegogo noch zwei Monate lang.

Wie immer bei unseren Crowdfunding-Stories bieten wir euch natürlich auch an, dass ihr einen Blick auf das Präsentations-Video werft und bei dem musste ich echt ein paar mal schmunzeln zwischendurch. Neben dem üblichen Anpreisen und der ebenso üblichen “Es ist wirklich so simpel”-Begeisterung fürs eigene Produkt sind mir da doch ein paar skurrile Dinge aufgefallen. Das geht schon los mit dieser merkwürdigen Kamin-Szene, aber es gibt auch noch so Gags wie eine klassische Batman-Überblende und einen echt lächerlichen Licht-Reflex auf den Zähnen des Unternehmenssprechers ;) Lasst euch davon aber nicht abschrecken – der Stift selbst macht einen starken Eindruck und zu dem Preis könnt ihr da nicht besonders viel verkehrt machen.

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