Christus-Statue in Rio: Erstes hochauflösendes 3D-Modell dank Drohnen

Die Christus-Statue in Rio de Janeiro ist eine der markantesten Statuen der Welt, aber erst jetzt ist es gelungen, mithilfe von Drohnen ein exaktes, hochauflösendes 3D-Modell dieser Attraktion anzufertigen.

Vor einigen Tagen haben wir uns schon mal mit 3D-Mapping beschäftigt und dass Drohnen dabei wertvolle und notwendige Helfer sind. Im konkreten Beispiel ging es um das Matterhorn, welches dank solcher Drohnen erstmals wirklich exakt vermessen werden konnte. Denn auch, wenn wir zum Mond fliegen können und Lande-Roboter auf 500 Millionen Kilometer entfernten Kometen absetzen: Bis zum heutigen Tag ist es noch lange nicht selbstverständlich, dass jeder Fleck auf diesen Planeten exakt vermessen wurde.

Projeto-Redentor-Aeryon-Scout-Statue

Das liegt schlicht daran, dass die entsprechende Technologie fehlte – und exakt das ändert sich aktuell dadurch, dass kleine Drohnen immer populärer, leistungsfähiger und vielseitiger werden. Drohnen, wie die des Herstellers Aeryon, der in diesem Fall für den Copter verantwortlich ist, die den guten, alten Christus in Rio de Janeiro vermessen haben.  Wie schon bei der Vermessung des Matterhorns sind auch hier wieder die 3D-Mapping-Experten von Pix4D zuständig und als dritter Partner war die Pontifical Catholic University of Rio de Janeiro (PUC) mit an Bord.

Der Aufstieg war im Vergleich zu der Geschichte im letzten Jahr in den Walliser Alpen natürlich einfacher, denn der Corcovado, auf dem sich die Christus-Statue – mit 30 Metern eine der höchsten der Welt – befindet, ist „nur“ 700 Meter hoch und kann zudem per Auto und Zahnradbahn erreicht werden, außerdem auch per Rolltreppe und Aufzug. Die Vorgehensweise war dann wieder ähnlich wie beim Matterhorn-Projekt: Die Drohne umflog das Monument, stieg dafür 19 mal auf zu jeweils 10-minütigen Flügen und schoss dabei 2.090 Fotos. Die wurden dann zusammengesetzt zu einem Netz von 2,5 Millionen Dreiecken, im Endeffekt entstand eine Punktwolke aus 134,4 Millionen Punkten. Das Resultat könnt ihr euch bei Sketchfab oder auch eingebunden in diesen Artikel anschauen.

Corcovado and Christ the Redeemer
by Pix4D
on Sketchfab

Leider gibt es die Datei aber nicht zum Download. Wie James Vincent auf The Verge schon ganz richtig dazu schreibt: Jesus‘ Liebe mag für jedermann erhältlich sein – sein in 3D gescannter Körper ist es anscheinend nicht. Nichtsdestotrotz wieder ein hochinteressantes Projekt, welches uns neben dem ersten wirklich akkuraten und hochauflösenden 3D-Modell des Cristo Redentor in Rio de Janeiro auch wieder einmal beeindruckende Bilder liefert: