Corona-Virus: Keine Lust auf Ansteckungsgefahr? – Eine Liste von Essenslieferanten

Sich Essen liefern zu lassen, ist eine gute Möglichkeit, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Welche Services gibt es in Deutschland - eine Liste

von Michael Sprick am 9. März 2020

Food Delivery Services und die Lieferservices der Supermarktketten dürften im Zuge der Corona-Virus-Epidemie an Beliebtheit dazu gewinnen. In diesem Artikel zeigen wir euch, welche Services es in Deutschland gibt. Gesondert listen wir noch einmal die Lieferanten in den größten Städten Deutschlands auf.

On-Demand Lieferanten – mittlerweile ein trauriges Monopol

Bei den Food Delivery Services könnt ihr entweder auf lokale Anbieter oder (kleinere) Ketten setzen. Den bundesweiten Kampf um den On-Demand Lieferservice hat aber Lieferando gewonnen. Hinter dem Anbieter steckt mittlerweile Takeaway.com, der im vergangenen Jahr das deutsche Unternehmen Delivery Hero aufgekauft hat. Das niederländische Unternehmen expandiert weiterhin und hat vergangenen Monat erst den britischen Rivalen Just Eat aufgekauft. Daher habt ihr abgesehen von den Lieferservices der Ketten (McDonalds, Domino’s, Burger King etc.) und den lokalen Services keine anderen Alternativen mehr.

Bei Lieferando erhält man nach Eingabe der Adresse eine Übersicht der Restaurants, die im Umkreis Mahlzeiten ausliefern. Lieferando bietet eine große Auswahl an Mahlzeiten, wie Pizza, Burger und Sushi. Der Mindestbestellwert variiert hierbei von Unternehmen zu Unternehmen, liegt jedoch meist bei ungefähr 15 Euro. Einzelne Zutaten kann man bei Lieferando allerdings nicht bestellen, es werden nur die Speisen aus Restaurants und Imbissen im Umkreis ausgeliefert. Vor allem in großen Städten gibt es eine breite Auswahl an Restaurants, bei denen Essen bestellt werden kann.

Bringmeister

Das erste deutsche Unternehmen, das Lebensmittellieferungen anbot, war Bringmeister. Das Unternehmen liefert bereits seit 1997 an Privathaushalte und gehört heute zur Edeka-Gruppe. Bei Bringmeister habt ihr die Auswahl aus einem breiten Sortiment, teilweise auch mit Bioprodukten. An einer Online-Theke könnt ihr bequem Wurst und Käse bestellen. Momentan liefert das Unternehmen im Großraum Berlin, sowie München Lebensmittel aus, der Mindestbestellwert liegt hierbei bei 40 Euro.

Hellofresh

Das Unternehmen stellt, nach Eingabe der Anzahl der Personen, Essenspräferenzen (vegetarisch, klassisch etc.) und der Anzahl der Mahlzeiten pro Woche, Rezepte für Gerichte zusammen und verpackt die Lebensmittel in bestimmten Mengen in eine Box. Diese wird dann an den Kunden geschickt. Da die Rezepte bereits beiliegend sind, steht der Zubereitung, der meist einfach zu kochenden Mahlzeiten nichts im Wege. Als Kunden von Hellofresh habt ihr hierbei den Vorteil, dass ihr euch keine Gedanken um Zutaten und mögliche Gericht-Ideen einfallen lassen müsst.

Etepetete

Etepetete ist ein Startup aus München und gleicht am ehesten Hellofresh. Es liefert euch eine Gemüse- oder Obstbox in wöchentlichem oder zweiwöchentlichem Rhythmus. Ihr habt dabei die Auswahl zwischen verschiedenen Größen, Rohkost, einer “Retterbox” und noch mehr. Das Angebot ist bundesweit. Das Besondere an Etepetete ist, dass es sich bei der Ware um Obst und Gemüse handelt, das vom regulären Handel als zu unförmig abgelehnt wird. Ein Projekt gegen Lebensmittelverschwendung. Der Lieferservice ist deutschlandweit verfügbar.

Ähnliche Alternativen

Alternativen zu Hellofresh und Etepetete sind Freshorado und Marleyspoon. Letzterer konzentriert sich etwas mehr auf die Abstimmung mit bestimmten Rezepten. Auf Obst hat sich der Lieferdienst Trübenecker konzentriert.

Amazon Pantry & Amazon Fresh

Auch bei dem Versandgiganten Amazon hat man mittlerweile die Möglichkeit, Lebensmittel und Knabbereien bequem online zu bestellen. Unter der Kategorie Amazon Pantry findet ihr eine große Auswahl an Lebensmitteln, wie zum Beispiel Nudeln, Soßen und Milch. Nachteil hierbei ist allerdings, dass ihr bei Amazon Pantry Prime-Mitglieder sein müsst.

Frische Lebensmittel, die gekühlt werden müssen, und Obst und Gemüse findet ihr dagegen bei Amazon Fresh.  Dazu zählen Fleisch und Fisch, aber auch Eier, Tiefkühlprodukte sowie Fertig- und Tiefkühlgerichte. Da das Angebot auch allerlei andere Haushaltswaren, Getränke, Bio- und vegange Produkte anbietet, könnte man Amazon Fresh gut als Delivery-Supermarkt bezeichnen. Auch dieser Service erfordert eine Pime-Mitgliedschaft. Zusätzlich kostet der Service aber 7,99 Euro/Monat. Unter dem Bestellwert von 40 Euro zahlt ihr noch einmal für die Lieferung 3,99 Euro. Ein Service, der sich für Dauernutzer lohnt, die Großeinkäufe über den Service erledigen wollen. Derzeit ist der Service nur in Berlin, Potsdam, Hamburg und München verfügbar.

REWE

Auch bei Supermärkten hat man teilweise die Möglichkeit Lebensmittel online zu bestellen, REWE bietet diesen Service nahezu überall an, über die Internetseite wird nach Eingabe der Postleitzahl, eine Vielzahl an Produkten angezeigt, die online bestellt werden können. Anschließend könnt ihr wählen, ob die Lebensmittel für euch im lokalen Markt zur Abholung bereitgestellt werden sollen, oder bequem  nach Hause geliefert werden. Dieser Service ist in Großstädten wie Berlin, Hamburg, Köln, München und Frankfurt, aber auch in kleineren Städten verfügbar. Bei REWE Online Bestellungen gibt es keinen Mindestbestellwert, jedoch regional variierende Versandkosten, diese entfallen erst ab einem Mindestbestellwert von 75 Euro.

Get Now

Get Now ist ein Partnerservice von Metro. Ihr gebt einfach eure Postleitzahl ein und schon wisst ihr, ob der Service für euch verfügbar ist. Falls ja habt ihr die üblichen Supermarkt-Produkte zu Verfügung, die euer örtlicher Metro zu bieten hat. Der Service ist einzigartig. Get Now besitzt keine eigenen Lagerhäuser. Stattdessen gehen die Angestellten für euch im Metro einkaufen. Ist euer gewünschtes Produkt nicht verfügbar, wird dafür ein Ersatzprodukt gekauft. Get Now greift dabei niemals auf günstigere Produkte zu, sondern auf teurere. Klasse ist daran, dass ihr für das Ersatzprodukt nichts drauf zahlt. An sich ein Klasse-Service, der sich aber natürlich preislich niederschlägt. Die Preise liegen teils erheblich über den gängigen Supermarktkosten und man zahlt auch noch Lieferkosten. Zurzeit entfallen diese lediglich für Ärzte in der Corona-Krise.

Sir Plus

Sir Plus ist vom Prinzip her ähnlich wie Etepetete, geht aber noch einmal ein ganzes Stück weiter. Hier wird nicht unförmiges Gemüse und Obst gerettet, sondern Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben. Bei vielen Lebensmitteln, die ein solches MHD haben, ist ohnehin jedem klar, dass sie schlecht verderben: Nudeln, Mehl, verschiedene trockene Pulver. Andere verlieren vielleicht über einige Zeit etwas an Aroma wie Tee oder Kaffee. Ihr findet bei Sir Plus noch ein viel größeres Sortiment aus Konserven, Soßen, Süßigkeiten und Getränken. Ihr könnt euch auch bereits zusammengestellte Pakete schicken lassen.

Der Händler besitzt eine eigene Qualitätssicherung, die mit Labortest die Genießbarkeit der Lebensmittel überprüft. Das Ganze geht nicht nur gegen Lebensmittelverschwendung, sondern ist auch ressourcenschonend. Zudem gehen ein Teil der Einnahmen an Wohltätigkeitsorganisationen. Derzeit werden in Kooperation mit der Welt Hunger Hilfe Mahlzeiten für Schulkinder in Burundi besorgt. Sir Plus-Supermärkte gibt es derzeit nur in Berlin, es wird aber deutschlandweit geliefert.

Easy Meal

Ein Konzept, das in dieser Liste bisher gefehlt hat, ist Easy Meal. Hier findet ihr Mahlzeiten, die bestimmten Lebensstilen angepasst sind. Also für Sportler, für Leute, die ihre Muskeln aufbauen oder ihr Gewicht reduzieren möchten. Es gibt aber auch Pakete für Veganer und Vegetarier. Die Pakete umfassen drei (mit zwei Snacks) bis 5 Mahlzeiten. Auch für Büroarbeiter gibt es eine Mahlzeit mit einem Snack für rund 10 Euro. Das sollte im Home-Office genauso gut klappen. Bisher gibt es Easy Meal nur in Berlin.

Keine Panik! – für wen dieser Artikel geschrieben ist

Ich hoffe, dass euch dieser kleine Service weiterhilft. Panik möchte ich mit diesem Artikel nicht schüren. Und ja, ich gehe noch selbst in den Supermarkt und habe dies auch in Zukunft vor. Für die meisten jungen Menschen wie mich ist das Virus ohnehin ungefährlich. Gerade wenn man die üblichen Sicherheitsvorkehrungen beachtet, richtig Händewaschen, sich nicht ins Gesicht fassen, Abstand zu Mitmenschen halten, wenn möglich, hat man derzeit gute Chancen, sich nicht anzustecken. Aber vor allem ältere und vorerkrankte Menschen haben guten Grund, sich Sorgen zu machen. Für diese Menschen und vielleicht auch für etwas faule und viel beschäftigte Menschen ist dieser Artikel geschrieben :)