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Crowdfunding der Woche: Chris, euer smarter Begleiter im Auto

Bei Kickstarter sorgt derzeit "Chris" für Furore. Eine Hardware, die - mit künstlicher Intelligenz ausgestattet - euer smarter Beifahrer im Auto sein möchte.

von Carsten Drees am 6. April 2017

Smart Cars, Connected Cars – das Thema ist so unendlich groß und dennoch habe ich das Gefühl, dass die Möglichkeiten, die die Technik uns bietet, tatsächlich aber bislang erst bei den wenigstens Autofahrern angekommen ist. Telefonieren über das Smartphone mit Freisprecheinrichtung und Navigation – viel mehr ist bei der breiten Masse meiner Meinung nach noch nicht angekommen.

Dafür mag ich aber gar nicht mal unbedingt die Autobesitzer anzählen, die sich nicht den neuen Möglichkeiten öffnen, sondern suche die Schuld auch ein wenig bei der Industrie. Vielleicht sind die neuen Konzepte einfach noch nicht gut genug durchdacht und die Bedienkonzepte noch zu umständlich für einen Autofahrer, der ja möglichst nicht den Blick von der Straße nehmen soll, wenn er eine Nachricht bekommt, Musik auswählt oder einen Anruf annimmt.

Chris: Deutlich mehr als nur ein Navi

Was auch immer die Gründe dafür sind, wieso so wenige Autos bislang wirklich “smart” sind: Chris, entwickelt von German Autolabs und derzeit bei Kickstarter erhältlich, möchte das gerne ändern! Chris ist ein Gerät, welches zunächst einmal ziemlich wie ein Navi aussieht: Ein kleines Device mit Display und Saugnapf, um es an der Windschutzscheibe des Autos anzubringen. Trotzdem hat das kleine Gerät deutlich mehr auf der Pfanne als ein Navi.

Es verbindet sich zunächst via Bluetooth mit eurem Smartphone und eurem Audio-System im Auto, für ältere Systeme gibt es auch die Möglichkeit, sich via UKW-Signal zu verbinden. Ab da ist Chris als euer digitaler Beifahrer quasi schon einsatzbereit, die Installation ist also alles andere als Raketenwissenschaft.

Chris ist nicht nur leicht zu bedienen, der smarte Assistent kann auch in nahezu jedes Auto integriert werden. Chris spricht und zwar derzeit auf Deutsch und Englisch, weitere Sprachen sollen folgen. Logischerweise – wie sich das für eine künstliche Intelligenz gehört – versteht euer digitaler Beifahrer auch eure Sprachkommandos. Mit “Hi Chris” weckt ihr das Device auf und habt dann im wesentlichen vier Punkte, um die sich Chris kümmert:

  • Messaging
  • Telefonieren
  • Navigation
  • Musik

Ihr könnt über Chris zum Beispiel Anrufe annehmen und initiieren, das geschieht – wie die komplette Bedienung von Chris – via Sprache und Gestensteuerung und schließt auch den Zugriff auf die letzten Anrufe und das Adressbuch mit ein. Wenn ihr Nachrichten via WhatsApp, Facebook, SMS oder Email rein bekommt, erhaltet ihr nicht nur die Info, wer euch geschrieben hat, sondern bekommt sie auch auf Wunsch direkt vorgelesen. Ebenso könnt ihr Chris per Sprache eine Antwort diktieren und diese absenden.

Wer Musik hören möchte, kann entweder auf Radio oder lokale Dateien zurückgreifen, oder er bedient sich bei entsprechenden Streaming-Diensten. Unterstützt werden hierbei derzeit Spotify, Google Music und Apple Music. Im Video könnt ihr sehr schön sehen, dass ihr über eine Geste mit der Hand die Möglichkeit habt, die Lautstärke zu regulieren.

Last but not least ist Chris natürlich auch eure Navigation fürs Auto. Dabei könnt ihr euch wie gewohnt via Turn-by-Turn-Navigation zum Ziel geleiten lassen, aber ihr bekommt auch Verkehrs-Updates wie Staus gemeldet und darüber hinaus kann euch Chris auch in Echtzeit interessante Orte vorschlagen, die ihr ansteuern könntet.

 

Hände am Lenkrad, Augen auf der Straße – das geht nicht mit Touchscreens – egal wie groß sie sind. Auch Sprachdialoge decken nicht alle Situationen perfekt ab. Deswegen haben wir Sprache, Gesten und einfache, sofort erkennbare Grafiken zu einer intuitiven und nicht ablenkenden Benutzeroberfläche kombiniert. Damit wird Chris zum idealen digitalen Begleiter für jeden Autofahrer. Patrick Weissert – CPO und Mitgründer of German Autolabs

Updates für Chris erfolgen automatisch und wie bereits erwähnt, sollen sowohl die Unterstützung für weitere Sprachen ausgebaut werden, als auch weitere Messaging- und Musik-Dienste integriert werden. Chris ist somit eine künstliche Intelligenz, die ihr a) kinderleicht ins Auto einbauen und nutzen könnt, die b) kompatibel zu allen Autos ist, c) einfach zu bedienen ist, ohne eure Aufmerksamkeit zu sehr von der Straße zu lenken und d) sogar recht preiswert zu haben ist.

Wer jetzt noch zuschlägt bei Kickstarter, kann Chris nämlich bereits für 179 Euro erwerben. Dazu gibt es natürlich auch das Kabel, den USB-Charger und die Halterung. Aus dieser könnt ihr Chris selbstverständlich jederzeit lösen, wenn ihr das Gerät nicht im Auto lassen wollt. Später im Handel werden für diese smarte Auto-Hardware dann 299 Euro fällig.

Die Nummer läuft für German Autolabs richtig klasse, bereits nach acht Stunden waren die gewünschten 50 000 Euro einkassiert und mittlerweile steht man bei über 153 000 Euro von mehr als 800 Unterstützern. Geplant ist, dass Chris noch in diesem Jahr im Dezember ausgeliefert wird, so lange müsstet ihr euch also noch gedulden, bis der smarte Beifahrer in eurer Karre Platz nehmen kann.

Die Idee hinter Chris ist ja, dass sich Hard- und Software wie ein tatsächlicher Beifahrer benehmen sollen, euch also auf Zuruf unterstützen können, ohne dass ihr den Blick von der Straße nehmt. Das Konzept scheint mir tatsächlich durchdacht zu sein, wenn alles so funktioniert wie im Clip gezeigt. Somit könnte Chris dazu beitragen, dass die Unsitte, während der Fahrt das eigene Smartphone zu bedienen, mehr und mehr von den Straßen verschwindet.

Wenn ihr mich fragt, ist Chris eine tolle Geschichte mit durchdachtem Konzept und meiner Meinung nach dürfte es mehr dieser intelligenten Lösungen fürs Auto geben. Hier ist der Clip, in welchem euch Chris ausführlich vorgestellt wird: