Crowdfunding der Woche: ZeTime – Hybride Smartwatch mit klassischem Uhrwerk

Aus der Schweiz kommt ZeTime - eine hybride Smartwatch von MyKronoz, die auf klassische Zeiger setzt und derzeit bei Kickstarter abräumt - unsere Crowdfunding-Idee der Woche. 

Aus der Schweiz kommen unfassbar tolle Uhren – das muss man niemandem erzählen. Schweizer Uhrenhersteller mussten aber auch feststellen, dass man sich der Entwicklung nicht verschließen darf und sich auch mit Smartwatches befassen muss. Auch das geschieht längst – Hersteller wie TAG Heuer sind mittlerweile sehr erfolgreich auf den Zug aufgesprungen.

Es sind aber auch immer wieder Schweizer Konzepte, die damit spielen, die klassischen Uhren mit neuen Technologien zu kombinieren. Smarte Hybrid-Uhren gibt es einige, ZeTime von MyKronoz möchte uns aber derzeit bei Kickstarter dennoch eine neue Idee vorstellen: Eine Kombination aus einer Smartwatch mit entsprechenden Features und Touch-Screen und einer klassischen Uhr mit analogen Zeigern. Wenn ihr so wollt, das Beste aus beiden Welten.

WORLD’S FIRST HYBRID SMARTWATCH WITH TRADITIONAL HANDS AND COLOR TOUCHSCREEN

Die ZeTime verfügt also über ein klassisches Uhrwerk und packt die Zeiger in ein Sandwich zwischen dem TFT-Farb-Display und dem Gorilla Glass, welches den ganzen Spaß schützt. Sehen wir davon ab, dass sich MyKronoz herkömmlicher Uhrwerk-Technik bedient, kommt ihr aber all das geboten, was man von einer rein smarten Uhr erwarten darf.

Ihr könnt also unter vielen Watch-Faces wählen, nach der Verbindung per Bluetooth mit eurem iOS- oder Android-Smartphone könnt ihr euch über WhatsApp-Nachrichten, Emails, Wetter, Kalender uvm informieren lassen, die auf eurem Telefon auflaufen und könnt sogar per Remote-Funktion die Smartphone-Cam steuern. Außerdem fungiert die ZeTime natürlich auch als Fitness- und Schlaf-Tracker, misst also Kalorien, Schritte und zurückgelegte Entfernungen, überwacht euren Schlaf, lässt euch Fitness-Goals definieren und dank Pulsmesser könnt ihr auch euren Herzschlag erfassen.

Wie ihr sehen könnt, setzt MyKronoz dabei nicht nur auf ein herkömmliches analoges Uhrwerk, sondern auch auf ein sehr klassisches Design mit rundem Display, Edelstahlgehäuse und dazu ein 22 mm breites Silikon-Armband, alternativ auch Leder, Carbonfaser und einiges mehr. 12,8 mm ist die Uhr dick, die übrigens auch bis 30 m Tiefe wasserdicht sein soll. Was Letzteres angeht, wartet MyKronoz aber noch auf die entsprechende Zertifizierung.

Die Uhr mit 44 mm Durchmesser verfügt über ein 1,22 Zoll großes TFT-Display mit einer Auflösung von 240 x 240 Pixeln. Wie erwähnt könnt ihr die Uhr per Touch bedienen, zudem findet ihr auf der Seite aber auch eine smarte Krone, mit der ihr eure Uhr bedienen könnt, sowohl durch Druck als auch durch Drehen.

Der Akku wirkt mit 200 mAh knapp bemessen, soll aber beim Nutzen des Touch-Panels bis zu drei Tage durchhalten, nutzt ihr lediglich die klassische Uhr, dann ist von einer Akkulaufzeit bis zu 30 Tagen die Rede. Ob das in der Praxis mit dem Akku tatsächlich alles so passt, werden Tests zeigen müssen.

Gleiches gilt generell für die Funktionalität und die Verarbeitungsqualität der Uhr, denn das erst 2013 gegründete Unternehmen will nicht nur durch Konzept und viele Funktionen überzeugen, sondern auch durch einen erstaunlich geringen Preis. Wer sich beeilt und noch einen Early Bird-Preis bekommt, ist schon mit 139 US-Dollar dabei. Wer später zuschlägt, muss mit 159 Dollar auch nicht wesentlich tiefer in die Tasche greifen.

Kein Wunder also, dass das Ding bei Kickstarter gerade förmlich durch die Decke geht: 50 000 Dollar wollte man eigentlich zusammenkratzen über die Backer, mittlerweile unterstützen fast 9.500 Menschen die ZeTime und spülen dem Schweizer Unternehmen bislang knapp 1,8 Millionen Dollar in die Kasse. Der geringe Preis scheint also zu ziehen und die Unterstützer lassen sich dabei auch nicht von der Investition abhalten, dass die Uhr mit dem proprietären MyKronoz OS der Schweizer kommt und nicht etwa auf Android Wear 2.0 setzt.

Das bedeutet, dass ihr vermutlich nicht mit sonderlich großer App-Unterstützung rechnen dürft. Um die Uhr per Bluetooth (BLE 4.1) mit eurem Smartphone zu koppeln, sind mindestens Android 4.3 oder iOS 8.0 Voraussetzung.

Wer jetzt zuschlägt, wird sich noch bis September 2017 gedulden müssen – in einem knappen halben Jahr wird also erst ausgeliefert. Für das Geld erhaltet ihr eine hybride Uhr, die mit interessantem Konzept aufwarten kann, vom Design einen ansprechenden Eindruck macht und auch günstig zu haben ist. Abstriche müsst ihr wie erwähnt beim Betriebssystem machen, die technische Ausstattung entspricht auch nicht gerade dem High-End-Sektor und zu manchen Dingen – beispielsweise dem SoC – schweigt sich MyKronoz derzeit auch noch aus. Dennoch eine interessante Uhr, was man auch am riesigen Interesse bei Kickstarter ablesen kann.

Quelle: Kickstarter