Das neue Apple Macbook und das neue Dell XPS 13 im ultimativen Notebook-Vergleich

Apple hat vor wenigen Tagen das neue MacBook mit 12 Zoll großem Display vorgestellt. Dell beweist mit dem XPS 13, dass auch ein Windows-Notebook äußerst schlank und sexy sein kann. Grund genug, dass wir diese beiden Boliden gegeneinander antreten lassen. 

Ein Beitrag von Nicole Scott: 

Das Dell XPS 13 und das neue MacBook werden sich sicher in diesem Jahr sowohl um die Gunst der Kunden als auch um den Titel zum schönsten Notebook 2015 streiten. Das Dell XPS 13 kommt quasi rahmenlos mit einer Auflösung von 3.200 x 1.800 Pixeln, das MacBook bietet 2.304 x 1.440 Pixel. Das Dell-Notebook kommt mit einem 13,3 Zoll großen Panel, welches durch das absolut schlanke Edge-to-Edge-Design aber kaum größer ist als MacBook, dafür aber deutlich mehr Bildschirmplatz und Pixel bietet.

Als langjährige Fans von Notebooks mit ultraportablem Formfaktor setzen wir uns heute mit einem atemberaubend schönen 12 Zoll MacBook und dem trotz größerem Display ähnlich kompaktem Dell XPS 13 auseinander. Bevor wir uns eindringlicher mit beiden Geräten befassen, blicken wir zunächst einmal auf die technischen Daten:

Macbook (2015)Dell XPS 13 (2015)
OSOS X  YosemiteWindows 8.1
CPUIntel Core M M-5Y702.1GHz Core™ i3-5010U
2.2GHz Intel Core i5-5200
Screen12″ 2304 x 1440 pixels13.3″ 3200 x 1800 pixels
1080p also possible
RAM/Storage8GB RAM, 256GB & 512GB storage4 or 8GB RAM, 230GB storage
GraphicsIntel HD Graphics 5300Intel HD Graphics 5500
WiFi802.11ac Wi-Fi wireless networking; IEEE 802.11a/b/g/n compatible802.11ac Wi-Fi wireless networking; IEEE 802.11a/b/g/n compatible
Camera480p FaceTime camera720p HD webcam
TouchscreenNo$1300 Glossy Touchscreen ($799 Non Touch edition available)
ConnectivityUSB C or USB 3.1 Gen 1 (up to 5 Gbps) which also provides HDMI & Digital AV Multiport by adapters; Native DisplayPort 1.2 video outputUSB 3.0, SDXC card reader, mini DisplayPort, headset jack
FeaturesKeyboard backlit with each key housing individual LEDs
Force Track Pad
Backlit Keyboard
Weight2.03 pounds2.60 pounds
Size11.04 x 7.74 x 0.14-0.5211.98 x 7.88 x 0.33-0.60
Battery39.7 watt hour52 watt hour

Design – klassischer Look für 2015

Das neue MacBook in Gold

Das Macbook Air hat sich seit seinem Launch 2008 nicht großartig verändert. Das neue MacBook nun wirkt wie ein neu gestaltetes Air und Apple lässt es quasi als Klasse zwischen Air und Pro in diesem Jahr neu durchstarten. Dabei ist es dem Unternehmen dank des neuen Intel Core M-Prozessors gelungen, dieses MacBook so schlank zu bauen, dass es schon fast in Tablet-Regionen vordringt.

Dell-XPS-13-3

Dell wiederum hat etwas abgeliefert, was wir bis dato höchstens noch von Fujitsu-Notebooks kannten, die es nicht aus Asien heraus schafften. Das 13,3 Zoll große Display hat einen lediglich 5,2 mm dünnen Rahmen, das Aluminium-Design fühlt sich außerordentlich gut an – einem MacBook Air nicht unähnlich. iFixit fand beim Tear down heraus, dass auch das Innenleben ziemlich ähnlich aussieht. Klappt man das XPS 13 zu, glaubt man, einen 11,6-Zöller vor sich zu haben, erst beim Öffnen merkt man, dass es sich tatsächlich um eine Bildschirmdiagonale von 13,3 Zoll handelt.

Dell-XPS-13-1

In Sachen Design unterscheiden sich die beiden Notebooks durchaus, generell haben wir es hier mit zwei Geräten zu tun, die sehr viele Unterschiede aufweisen und das setzt sich auch unter der Haube fort, wo die im Dell verbauten Core i3-i5 Prozessoren den Intel Core M im MacBook deutlich abhängen.

apple macbook 06

Was die Performance angeht, wird das MacBook nicht als Arbeitstier in die Geschichte eingehen. Der Intel Core M richtet sich an Durchschnittsnutzer, ist also bestens geeignet, wenn ihr Office-Apps laufen lassen wollt oder rudimentär Multimedia nutzen möchtet. Wer aber mit anspruchsvolleren Grafik- oder Videoprogrammen hantiert oder technisch ansprechende Games zocken will, der wird mit einem Intel Core i-Device glücklicher.

 

Display – Apples Retina-Display vs rahmenloses Infinity-Display beim XPS 13

mattes Non Touch-Display link, Edge to Edge Glass Touchscreen rechts
mattes Non Touch-Display link, Edge to Edge Glass Touchscreen rechts

Mit dem fast rahmenlosen Infinity-Display hat Dell beim XPS 13 ordentlich einen raus gehauen, schon unabhängig davon, dass man zudem das MacBook auch bei der Auflösung aussticht. Das Dell-Notebook bietet bei 13,3 Zoll eine Auflösung von 3.200 x 1.800 Pixeln, während ihr beim neuen MacBook von Apple mit 2.304 x 1.440 Pixeln bedient werdet, die sich auf 12 Zoll verteilen. Trotz des größeren Panels liegt Dell bei der Pixeldichte mit 276 vs 226 ppi vorne. Das menschliche Auge mag zwar bestimmte Pixeldichten jenseits von 300 ppi nicht mehr unterscheiden können, in diesem Fall sollte das XPS 13 aber als das Notebook mit dem schärferen Display auszumachen sein.

macbook-retina

Natürlich bedeutet das nicht, dass das MacBook-Display nichts taugt – es gewinnt in diesem Fall lediglich nicht das Spezifikationen-Rennen, welches Apple selbst initiierte. Wo Apple allerdings mit OS X gegenüber Windows punkten kann: Es skaliert deutlich besser, als wir das von Windows-Displays kennen. Erst seit Windows 8.1 ist das bei höheren Auflösungen erträglicher geworden.

 

Die Tastaturen – Apple mit wunderschönem Edge-to-Edge-Keyboard

Apple MacBook Hands on 10

Dell hat mit seiner Tastatur einen großartigen Job gemacht. Man braucht nicht lange, um sich an den Druckpunkt und das Keyboard-Design zu gewöhnen. Apple allerdings hievt das Keyboard auf ein völlig neues Level. Die Tasten sind 17 Prozent größer und jede Taste besitzt eine eigene LED. Die Tastatur geht praktisch von Rand zu Rand und wir sind froh, dass sie das tut. Ein ähnliches Design haben wir bei HP auf deren Netbooks gesehen und bedauern immer noch, dass man diese Innovation nicht auch auf andere Modelle übertragen hat. Kudos an Apple dafür, dass man jeden Millimeter Platz ausnutzt.

Dell-XPS-13-12

 

Trackpad: Keine Chance für das Dell XPS 13

Apple MacBook Hands on 16

Das Trackpad des neuen Macbook – und das kann man sagen, ohne es selbst ausprobiert zu haben – wird deutlich besser funktionieren als das auf dem Dell. Das liegt daran, dass das Trackpad des XPS 13 ziemlich enttäuscht. Es ist nicht sonderlich groß, hat einige tote Punkte und ist nicht besonders einfach zu nutzen. Ihr könnt mit einer Zwei-Finger-Geste scrollen, das war’s dann aber auch fast schon. Ihr könnt natürlich arbeiten mit dem Trackpad, eine Freude ist es aber jedenfalls nicht. In der Vergangenheit hat Dell solche Schwächen mit Treiber-Updates korrigiert – aktuell warten wir noch. Apple hingegen hat seinem Keyboard ein Force Touch-Trackpad spendiert, mit welchem ihr Shortcuts ausfühhren könnt, indem ihr bei einem Klick mehr Druck investiert.

 

Performance – Der Vergleich von Äpfeln und Birnen

Wir vergleichen hier zwei unterschiedliche Plattformen, so dass der Vergleich etwas hinkt. Das MacBook kommt dank des Core M Prozessors ohne Lüfter aus und ermöglicht so das superdünne Design. Intel hat viel Arbeit da reingesteckt, damit man viele Aufgaben mit der gleichen Performance wie mit einem Core i-Prozessor ausführen kann, während man deutlich weniger Akku verbraucht. Das ist auch der Grund, wieso es das MacBook auf eine so starke Akkulaufzeit bringt. Die Kehrseite der Medaille: In Sachen Grafik ist der Core M alles andere als ein Kraftwerk.

Bezüglich der Grafik könnt ihr mal bei den Kollegen von Notebookcheck vorbeischauen, die die Intel HD 5300 Grafik mal sehr ausführlich unter die Lupe genommen haben. Die Erkenntnis: Wenn ihr neuere Spiele zocken wollt oder grafikintensive Arbeiten erledigen müsst, sollte man sich eher für die Core i-Serie im MacBook Air oder für das MacBook Pro entscheiden. Beide liefern diesbezüglich die deutlich bessere Performance. Hier ist ein Ausschnitt aus der Analyse bei Notebookcheck::

Je nach Modell liegt der maximale GPU-Takt zwischen 800 und 900 MHz, der durch die niedrige TDP jedoch nicht dauerhaft gehalten wird. In längeren Benchmarks ist die HD 5300 darum kaum schneller als die ältere HD 4000 oder HD 4200, die bei gleicher Performance aber deutlich mehr Energie benötigen.

Das bedeutet, dass die HD4400 Grafik aus dem 2014er Macbook Air die oben besprochene HD 4000 oder HD 4200 in der Leistung abhängt. Daraus muss jetzt nicht resultieren, dass die durchschnittlichen Nutzer zwangsläufig enttäuscht sein werden, ganz große Sprünge kann man bezüglich der Grafik jedoch nicht machen.

Dell hat sich für Core i3- bis Core i5-Prozessoren entschieden, wobei man beim Core i5 den Arbeitsspeicher auf 8 GB ausbauen kann. Wenn ihr mehr über die Benchmark-Resultate wissen wollt, wir haben bereits über unsere ersten Eindrücke des XPS 13 und die Benchmark-Tests geschrieben.

 

Apple macht der Industrie Beine mit USB-C

So mancher schien bei der MacBook-Vorstellung nicht ganz glücklich mit Apples Entscheidung bezüglich des Anschlusses, aber USB-C gehört die Zukunft und wie so oft ist Apple dort als erster angelangt. Das versetzt das Unternehmen aus Cupertino in die Lage, die Zahl der Ports zu verringern, da ihr mit dem USB-C-Anschluss mehrere Möglichkeiten habt. Das Dell XPS 13 kommt mit zwei USB 3.0-Ports, einem SD-Karten-Slot, DisplayPort und auch einem Kensington Lock. Ihr habt also jede Menge Anschluss-Möglichkeiten.

Dell-XPS-13-4

Ein einzelner Anschluss für alles – das ist möglich mit dem USB-C-Port. Bis zu 5 Gbps Übertragungsgeschwindigkeit ist damit drin und ermöglicht dadurch HDMI & Digital AV Multiport ebenso wie nativen DisplayPort 1.2 Video Output. Dafür werdet ihr die – nicht ganz günstigen – Adapter nutzen müssen, aber zumindest theoretisch müsste das auch mit jedem anderen USB-C-Connector funktionieren.

usb-c

 

Preise und abschließende Gedanken

Fühlt ihr euch pudelwohl in Apples Ökosystem, dann werdet ihr euch tendenziell auch eher für das MacBook entscheiden. Man verzichtet auf einen SD-Karten-Slot

Da kein SD-Karten-Steckplatz oder freier USB-Port zur Verfügung stehen, werden wohl nur Menschen, die bereits die Apple Cloud nutzen, mit dieser Konfiguration/Lösung glücklich. Oder man ist der Benutzer-Typ sein, der stets all seine Adapter mit sich führt bzw. ausschließlich mit anderen Mac-Benutzern zu tun hat.

Was die Preise angeht, bietet euch Dell den XPS 13 in Deutschland ab 999 Euro an mit einem Core i5 und einem matten Full HD-Display ohne Touchscreen. 1.300 Euro werden für die hochauflösenden Modelle fällig, somit befindet sich das XPS 13 dann preislich auf Augenhöhe mit dem MacBook. Dafür bekommt ihr ein kompromissloses Device mit vielen Abschlüssen. Beim MacBook werden Mobilität, das neue, verbesserte Keyboard und ein starkes Design in die Waagschale geworfen.

Einen wahren Sieger kann man somit ohne Weiteres nicht küren, da es stets damit zusammenhängt, welche Dinge ihr mit den Notebooks erledigen wollt. Vermutlich wird der Windows-Nutzer ebenso in seinem Ökosystem bleiben wollen wie derjenige, der im Apple-Universum unterwegs ist – ein großartiges Gerät kommt ihr in jedem Fall, egal ob man sich für das neue MacBook oder das Dell XPS 13 entscheidet.

 

Im Original veröffentlicht von Nicole Scott auf Mobilegeeks.com, übersetzt und editiert von Carsten Drees