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Computex 2019

Das neue Dell XPS 13 2-in-1: Schön, stark – aber auch ein bisschen langweilig

Bei der Computex hat Dell sein Portfolio aktualisiert und dabei auch sein neues XPS 13 präsentiert. Das Convertible ist stärker als sein Vorgänger, aber ohne ganz großes Aha-Erlebnis. 

von Carsten Drees am 28. Mai 2019

Wenn die großen Tech-Unternehmen sich auf den Weg nach Taiwan zur Computex begeben, haben sie meistens ein ganzes Füllhorn an Produkten im Gepäck. Da stellt Dell keine Ausnahme dar und hat auch dieses Jahr jede Menge neue Hardware am Start. Einer unserer Lieblinge seit vielen Jahren ist das Dell XPS 13, welches auch dieses Jahr wieder in einer überarbeiteten, neuen Version angeboten wird.

Das Dell XPS 13 gefällt uns deswegen, weil es sehr leistungsstark und dabei sensationell kompakt ist und einfach klasse aussieht. Dell versteht es hier, jeden Millimeter Platz zu nutzen und Jahr für Jahr verfeinert man diesen Prozess. Das gilt auch für dieses Jahr und die neueste Fassung des XPS 13.

Nachdem es im letzten Jahr lediglich ein Update des Prozessors gab, ist es dieses mal sowohl kompakter als auch (noch) hochwertiger verarbeitet. Eines der Glanzstücke ist wieder das Display, welches optional als 4K Ultra HD+ Panel erhältlich ist und gegenüber dem Vorgänger um sieben Prozent auf 13,4 Zoll Bildschirmdiagonale angewachsen ist, ohne dass das ganze 2-in-1 größer geworden wäre. Das InfinityEdge-Display im 16:10-Format überzeugt durch hohen Kontrast und hohe Helligkeit, ist zudem HDR400- und Dolby Vision-zertifiziert.

Die Kamera befindet sich erneut oberhalb des Displays (was hier ja nicht immer der Fall war) und ist ebenfalls nochmal kompakter geworden in seiner Bauweise. Dafür hat man das Touchpad unter der Tastatur sogar um 19 Prozent vergrößert und das Gehäuse noch hochwertiger angefertigt. Es besteht aus gefrästem Aluminium in Platinsilber und — je nach Modell — mit schwarzem Kohlefaser- bzw. weißem Glasfasergewebe.

Wenn ihr euch durch die Bilder klickt, werdet ihr sehn, dass in Sachen Sexyness echt nicht viel mehr möglich ist und man erneut den Hut vor Dell ziehen muss. Aber das XPS 13 2-in-1 ist sicher kein Blender, denn auch die Leistung stimmt. Dank der mittlerweile zehnten Generation der Intel Core i-Prozessoren bis rauf zum Core i7 steigt auch die Performance gegenüber dem Vorgänger, zudem könnt ihr das Teil mit bis zu 32 GB RAM und bis zu 1 TB SSD ausstatten.

Am Gehäuse mit den Maßen 297 x 207 x 7 bis 13 mm findet ihr folgende Anschlüsse: 2 x Thunderbolt 3 (DisplayPort/power delivery (4 lanes of PCI Express Gen 3), 1 microSD-Kartenslot, 1 3.5 mm Klinkenanschluss für die Kopfhörer-/Mikro-Kombi. Das Convertible bringt etwa 1,3 Kilo auf die Waage und bietet euch zudem einen Fingerabdruck-Scanner, der in den Power-Button integriert wurde.

Was gibt es noch? Bluetooth 5.0, WiFi 6 und einen Akku, der bis zu 16 Stunden durchhalten soll, außerdem wird der Dell Premium Active Pen unterstützt. Aktuell gibt es leider noch keine Informationen zur Verfügbarkeit in Deutschland, ebenso fehlen noch die Preise. In den USA geht es — zumindest das wissen wir schon — bei 999 US-Dollar los, wobei ihr da natürlich einen schwächeren Prozessor als den Core i7 erhaltet und auch kein 4K-Display, versteht sich ja von selbst.

Im Grunde könnte man da jetzt den Deckel drauf machen an der Geräte-Vorstellung, aber ich erwähnte es ja bereits in der Headline und der Einleitung: Wir haben hier ein Spitzen-Device, aber es fehlt das ganz große Highlight, was das Update auch ein bisschen langweilig macht. Das ist vermutlich der Fluch, wenn man ein so hochwertiges Modell im Portfolio hat: Es war von Anfang an schon großartige konzipiert, so dass sich Verbesserungen meist nur im sehr marginalen Bereich abspielen können.

Ich mag auch gar nicht wirklich Kritik daran üben, dass die 2019er-Version so aussieht und ausgestattet ist, wie sie nun mal ist, denn wer hier zugreift, der weiß auch, dass er ein herausragendes 2-in-1 erhält. Aber der Zauber lässt sich eben nicht beliebig wiederholen und während man vor ein paar Jahren noch staunend davor stand und begeistert war, dass man ein so großes 13-inch Display quasi in ein 12-inch Gehäuse klöppelt, haben wir uns an diese Leistung eben mittlerweile gewöhnt.

Aus diesem Blickwinkel betrachtet ist das neue Dell XPS 13 2:in-1 eben keine Produkt-Revolution, sondern eher eine gute gemachte und sinnige Produktpflege. Aber man muss und kann das Rad ja nicht immer wieder neu erfinden und somit ist das jetzt auch Kritik auf wirklich sehr, sehr hohem Niveau.Was haltet ihr denn von der neuen Ausführung? Gibt es etwas, was ihr euch gewünscht hättet bzw. was ihr schmerzlich vermisst?