Die Kamera des Samsung Galaxy S9+ im Touri-Test auf Malta

Samsung hat kürzlich das Galaxy S9 und S9+ vorgestellt, erneut mit verbesserter Kamera. Diese Cam hab ich ausprobieren können - auf Malta bei frühlingshaften Temperaturen.

Beim Mobile World Congress hat Samsung dieses Jahr sein Bömbchen platzen lassen: Das Samsung Galaxy S9 und das Galaxy S9+ wurden vorgestellt. „Bömbchen“ ist aber vielleicht ein wenig hoch gegriffen. Zum einen liegt das daran, dass wir ja im Vorfeld wussten, dass wir die Flaggschiffe der Koreaner dort kennen lernen würden und es zahlreiche Leaks gab, die uns vieles über die beiden Smartphones verrieten.

Zum anderen gibt es nicht wenige, die sagen, dass das Galaxy S9 eigentlich eher sowas wie ein Galaxy S8s ist, wenn wir mal die Namensgebung beim Erzrivalen verwenden, also eher eine Modellpflege als eine tatsächliche Weiterentwicklung der Vorzeige-Reihe. Natürlich hat Samsung mehrere Punkte optimiert, aber in der Tat müssen wir einem Galaxy S8-Besitzer nicht empfehlen, zwingend auf die Neuankömmlinge zu wechseln.

Zu den Verbesserungen gehört die Kamera, wenngleich schon die 2017er-Flaggschiffe mit bärenstarken Cams gesegnet waren. Samsung hat also nochmals eine Schippe draufgepackt und dem Galaxy S9+ zudem eine Dual-Kamera mit Tele-Sensor spendiert, was uns einen 2-fachen optischen Zoom bringt. Lest zu den weiteren technischen Details der Cams den entsprechenden Abschnitt in unserem Galaxy S9-Test.

Samsung selbst ist so zuversichtlich, dass gerade die eigene Kamera bei den Spitzen-Smartphones den Unterschied machen wird und hat daher Journalisten und Blogger auf der Mittelmeerinsel Malta versammelt, damit wir uns dort bei hoffentlich besseren Temperaturen als in Deutschland persönlich von den Kamera-Fähigkeiten überzeugen konnten.

Nachdem wir beim MWC in Barcelona schon mit Regen und zeitweise sogar Schnee leben mussten, war ich zunächst einmal skeptisch, ob es auf Malta besser würde. Die Insel empfing uns zwar mit wirklich angenehm milden 16 Grad, aber noch bedecktem Himmel. Glücklicherweise sollte sich das am nächsten Tag dann ändern, so dass wir tatsächlich dann bestes Wetter zum Fotografieren hatten.

Valletta ist nicht nur Europas Kulturhauptstadt 2018, sondern mit knapp 400.000 Einwohnern auch Europas kleinste Hauptstadt überhaupt und gleichzeitig auch Europas südlichste. Als sind das noch nicht Titel und Rekorde genug, kann sich Valletta auch damit brüsten, komplett als Gesamtmonument in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen worden zu sein.

Es ging uns auch wirklich so, dass wir dort das Gefühl hatten, ständig Geschichte zu atmen — kein Wunder, bei der Tatsache, dass Valletta historisch zu einer der am besten gesicherten Städte der Welt gehört, wie wir Besucher an den vielen Befestigungsmauern und Forts unschwer erkennen konnten.

Ich bin mit meiner Knipskiste, gefangen im Körper eines Smartphones, ganz unbedarft über die Insel marschiert. Soll heißen, ich hab den Pro-Modus sträflich ignoriert und die Fotos ganz banal im Automatik-Modus geschossen. Also so, wie die Kamera vermutlich von bestimmt 95 Prozent der Smartphone-Nutzer eingesetzt wird.

Dabei habe ich Fotos im 4:3-Format geschossen und mit 4.032 x 3.024 Bildpunkten – die maximalen 12 Megapixel also, die die Kamera hergibt. Alternativ dazu habe ich auch das 18,5:9-Format ausprobiert. Da werden 4.032 x 1.960 Pixel erreicht bzw. 7,9 Megapixel. Ich muss zugeben, dass dieses Format für mich recht gut im Landscape-Modus funktioniert beim späteren Betrachten. Sehe ich mir jedoch die 18,5:9-Fotos an, die ich hochkant fotografiert habe, gefällt mir das Format ganz und gar nicht.

Die verschiedenen auswählbaren Bildgrößen der Hauptkamera beim Galaxy S9+:

  • 4:3 (12 MP) 4.032 x 3.024 Pixel
  • 4:3 (6,2 MP) 2.880 x 2.160 Pixel
  • 16:9 (9,1 MP) 4.032 x 2.268 Pixel
  • 16:9 (3,7 MP) 2.560 x 1.440 Pixel
  • 18,5:9 (7,9 MP) 4.032 x 1.960 Pixel
  • 1:1 (9,1 MP) 3.024 x 3.024 Pixel
  • 1:1 (4,7 MP) 2.160 x 2.160 Pixel

Foto-Safari auf Malta

Nach einem ersten Treffen mit köstlichem Essen (und für mich das in Empfang nehmen des S9+) ging es dann direkt raus auf die Straße — erste Test-Bilder machen. Das Problem, wenn man mit über 20 Kollegen los marschiert: Auf jedem Foto sind andere Blogger und Journalisten zu sehen! Das erging den anderen natürlich nicht besser, der geschätzte Kollege Andreas Floemer von t3n kann da diverse Liedchen von singen ;)

Okay, nachträglich finde ich, dass das Bild von der etwas mitgenommenen Tür durch Andreas deutlich aufgewertet wird ^^

Wir setzten zuerst per Boot über und erreichten unseren ersten Zielpunkt — die Rolling Geeks. Ja, die Bude hieß tatsächlich so und dort kann man sich so eine Art Golf-Karre mieten und genüsslich durch die Gegend juckeln. Das war mitunter eine sehr holprige Geschichte, aber dennoch ein Riesenspaß. Man hat was von der Insel gesehen, bekam vom Band Infos zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten geliefert und hatte natürlich auch die Möglichkeit, unter eher widrigen Bedingungen die Kamera des Smartphones zu testen.

Links in der Galerie seht ihr eines dieser Fahrzeuge, dahinter sind wir dann außerhalb der Stadt in Kolonne unterwegs und rechts heizen wir durch eine der unzähligen Gassen und bekommen ein erstes Gefühl dafür, wie die Kamera des S9+ unter weniger gutem Licht performt.

Unterwegs auf einem wackligen Fahrzeug, also während der Fahrt quasi aus der Hüfte geknipst, zudem bei mäßigem Licht.

Wenn die Tour mit diesen Fahrzeugen etwas offenbaren konnte, dann wohl, dass selbst bei eifrigem Gewackel zumeist noch ordentliche Bilder gelingen. Auf dem Foto oben sieht man schon noch, dass die Bedingungen nicht optimal waren und dementsprechend qualitativ noch Luft nach oben ist, aber für die Kombination für wacklige Fahrt + Schnellschuss aus der Hüfte + widriges Licht halte ich die Aufnahme für absolut vorzeigbar.

Low-Light-Aufnahmen mit dem Samsung Galaxy S9+

Apropos Low-Light: Nachdem wir unsere Rolling-Geeks-Tour beendet hatten, marschierten wir noch ein wenig durch die Stadt zu einer Fähre, die uns wieder zur anderen Seite bringen sollte, wo sich unser Hotel befand. Zu dem Zeitpunkt dämmerte es bereits bzw. war schon fast dunkel. Berücksichtigt diese Info, wenn ihr euch folgendes Bild anschaut:

Als ich vor diesem Haus stand, wirkte es für mich ein wenig wie so ein typisches Spukhaus: Verfallen, augenscheinlich leer stehend — und dazu das mystische Dämmerlicht. Das ist dann jetzt der Punkt, an dem wir über Fluch und Segen von einer guten Low-Light-Cam diskutieren können. Es ist in der Tat erstaunlich, was Samsungs Kamera bei diesem Licht noch herausholt, allerdings sieht das Foto nun so aus, als hätte ich es nachmittags bei bedecktem Himmel fotografiert. Dadurch geht natürlich viel von der Stimmung verloren.

Der Grund ist die neue variable Blende bei den S9-Modellen, die automatisch so umschaltet, dass bei widrigen Bedingungen mehr Licht aufgenommen werden kann. Wenn ihr das umschiffen wollt mit den neuen Samsung-Flaggschiffen, dann bleibt euch immerhin der Pro-Modus: Dort könnt ihr die Blende nämlich auch manuell umschalten.

Aber keine Bange, wenn ihr die Pro-Einstellungen vermeiden wollt: Auch im Automatik-Modus gelingen unglaublich gute Low-Light-Fotos. Bei beweglichen Objekten müssen wir mit ein wenig Unschärfe leben und auch das gewohnte Bildrauschen ist nicht komplett verschwunden, aber Samsung zeigt sehr eindrucksvoll, wie gut die Kameras im Jahr 2018 auch in einem schlanken Smartphone sein können.

Auf den nächsten beiden Fotos seht ihr, dass auf meinen Fotos hin und wieder mal die Begeisterung für geometrische Formen und mein Versagen bei der Ausrichtung aufeinander prallen. Erfreulicherweise kann man etwas schief geratene Fotos bearbeiten uns vernünftig ausrichten, aber für diesen Beitrag wollte ich ausdrücklich nur komplett unbearbeitete Bilder verwenden — seht es mir nach ;)

Diese Treppe auf dem rechten Foto hab ich übrigens drei mal geknipst und das ist die Aufnahme, die am besten gelungen ist. Da vermisse ich ehrlich gesagt ein wenig den Detailreichtum, aber bei der Low-Light-Performance des Galaxy S9+ ist das wohl Jammern auf exorbitant hohem Niveau. Abschließend will ich euch zum Thema Low-Light noch drei Fotos zeigen, die ich in den Katakomben geknipst habe:

Es gibt gleich drei verschiedene Grabsysteme, die auf Malta besichtigt werden können. Die von uns besichtigten Katakomben gehen bis aufs Jahr 350 zurück, wurden zudem im zweiten Weltkrieg als Unterschlupf genutzt. Auf dem linken Bild seht ihr, dass die Gänge weitestgehend ausgeleuchtet sind. Auf den beiden anderen Bildern seht ihr — so ziemlich nichts. Wieso zeige ich sie euch dennoch? Weil man eben doch ein wenig die Umrisse erkennen kann der Räume, in die ich hinein fotografiert habe. Das ist insofern beeindruckend, als das menschliche Auge dort überhaupt nichts sehen konnte. Ich habe ins rabenschwarze Dunkel geblickt, die Kamera des Galaxy S9+ hat einwandfrei ein wenig mehr erkennen können als ich.

Zu Besuch bei Popeye

 

Blick von oben auf die Anchor Bay, rechts im Bild: Die Popeye-Filmkulisse „Sweethaven“

Für den Freitag hatte sich Samsung auch was Tolles einfallen lassen: Wir fuhren mit dem Bus in den Nordwesten der Insel zur Anchor Bay, einer wunderschönen kleinen Bucht, in der das Dorf Sweethaven zu finden ist. Dieses Fischerdorf wurde Ende der Siebziger als Filmkulisse für den Film „Popeye – der Seemann mit dem harten Schlag“ zusammengeklöppelt.

Die Musik-Komödie von 1980 ist für meinen Geschmack komplette Grütze, muss sich also wirklich niemand anschauen. Es war allerdings das Leinwand-Debüt von Robin Williams, der bis dahin lediglich in TV-Serien zu sehen war und damit der Auftakt einer außergewöhnlichen Hollywood-Karriere eines sehr besonderen Schauspielers.

Sweethaven bzw. das Popeye Village steht nach wie vor (auch, wenn es nach zwei Bränden wieder neu errichtet werden musste) und kann besichtigt werden.

Es gibt dort verschiedene Shows, die mich jetzt nicht so besonders vom Hocker gehauen haben, aber allein die Kulisse mit seinen Holzhäusern und vielen Requisiten aus dem Film ist einen Besuch wert.

Man konnte die Hütten auch betreten und auch dort gab es massig Requisiten zu bestaunen. Kollege Popeye hat schon sehr merkwürdig gewohnt, wenn ihr mich fragt. Hier seht ihr übrigens jetzt Bilder, die a) ein wenig die Indoor-Qualitäten der Cam zeigen, zudem hab ich hier das 18,5:9-Format verwendet:

Es sind in dem Dörfchen natürlich auch Popey und Olivia herumgesprungen, aber der heimliche Star in Sweethaven war für mich eigentlich diese Kameradin hier:

Die Kamera des Galaxy S9+ ist auch mit einer „Live Fokus“-Funktion ausgestattet, also dem Portrait-Modus des Geräts. Damit kann der derzeit so beliebte Bokeh-Effekt erzeugt werden, der bei Portrait-Aufnahmen den Hintergrund unscharf darstellt. Ich mit meinem Radiogesicht wollte mich dafür nicht vor die Kamera begeben, aber zum Glück hab ich mit dem lieben Dennis von PC-Welt einen sehr kameratauglichen Ersatz gefunden:

Ach, wenn wir schon dabei sind, Kamera-Funktionen mithilfe von lieben Kollegen zu demonstrieren, dann möchte ich euch auch folgendes Video nicht vorenthalten. Dort im Einsatz ist die Superzeitlupe, die jetzt neu am Start ist. Eine Zeitlupen-Funktion gab es zwar vorher schon, jetzt könnt ihr allerdings wirklich einmalige Clips erstellen mit 960 Frames per Second bei einer 720p HD-Auflösung. Der Künstler am Springseil: Fabi von Androidpit.de.

Lasst mich wissen, was ihr von der Zeitlupen-Funktion haltet und ob ihr hierzu weitere Infos wünscht. Wenn ihr mögt, können wir dazu gerne mal ein Tutorial veröffentlichen, denn man hat auch hier verschiedene Optionen und muss schon ein klein wenig experimentieren, damit die bestmöglichen Resultate erzielt werden.

Samsung Galaxy S9+, Sonne und Malta

Nach der Popeye-Nummer ging es zurück nach Valletta, wo wir erneut in einem großartig ausgewählten Restaurant gegessen haben und zwischendurch immer den Innenhof frequentierten, um uns die Sonne auf die buckeligen Körper brennen zu lassen.

Auch, wenn wir schwer begeistert waren von dem Essen, was hier aufgefahren wurde: Der ein oder andere konnte auch hier die Finger nicht vom S9 lassen, um die Cam weiter zu testen.

„Ginfluencer“ Jens Herforth bei der Arbeit :)

Freund, Genussbotschafter des Bieres und Blogger Caschy war übrigens mit von der Partie und ich muss zugeben, dass der Mann ein deutlich besseres Auge für künstlerisch ansprechende Fotos hat. In der folgenden Galerie seht ihr nicht nur ein paar Blümchen inklusive Nahaufnahme, sondern auch Freizeit-Fotograf Caschy bei der Arbeit:

Der Nachmittag und auch der nächste Morgen boten uns noch massig Möglichkeiten, die Kameras des Smartphones bei wirklich gutem Wetter auszuprobieren. Ich möchte aber nicht unerwähnt lassen, dass eben auch beim Galaxy S9+ nicht alles Gold ist, was glänzt. Die Selfie-Cam zum Beispiel gefällt mir zwar, aber gerade abends bei schlechtem Licht kann man erkennen, dass noch deutlich Luft nach oben ist.

Allerdings möchte ich bei folgendem Beispiel-Foto vorwegschicken, dass der verantwortliche Künstler — also ich — zu dem Zeitpunkt schon ziemlich angeklingelt war. Das Bildrauschen allerdings dürfte nicht dem Alkoholpegel geschuldet sein. Ich hoffe inständig, dass sämtliche Protagonisten auf dem Bild in Zukunft noch mit mir sprechen werden, obwohl ich es hier veröffentlicht habe ;)

Ein reines Wimmelbild :D

Bei allem Spott, den dieses Foto und seine Darsteller verdient haben, möchte ich nochmal drauf hinweisen, dass ich gerade bei Low-Light-Selfies immer wieder unschöne Lichtreflexe im Bild habe. Diesbezüglich hat sich seit dem S8 nicht wirklich was getan, da hatte ich mir ein bisschen mehr erhofft.

Aber damit wir nicht mit so einem schlimmen Bild den Artikel beenden, hab ich hier noch ein paar sonnige Fotos zusammengestellt in einer weiteren Galerie. Ich glaube, anhand der Fotos lässt sich erkennen, dass sowohl die Kameras des Galaxy S9+ herausragende Fotos ermöglichen, als auch Malta unbedingt eine Reise wert ist. Ümit und ich haben die neuen Samsung-Flaggschiffe nach wie vor im Test und wenn ihr bestimmte Funktionen oder Beispiele sehen wollt, die die Qualität der Cams demonstrieren, lasst es uns gerne wissen.

Ich bedanke mich abschließend noch einmal bei Samsung und der Agentur Faktor 3, die sich absolut vorbildlich um uns gekümmert haben. Samsung hat uns zudem Flug und Unterkunft spendiert, was aber auch dieses mal natürlich keinen Einfluss hatte auf das Geschriebene.