Die Unersaettliche – Marissa Mayer killt Yahoo und macht dann Kasse

Marissa Mayer ist nicht nur der CEO von Yahoo, sie ist vor allen Dingen auch ein weiteres Musterbeispiel dafuer, wie Manager ohne Performance Kasse machen.

Nutzt hier eigentlich noch jemand Yahoo? Und kann sich noch irgend einer an die Werbespots der 90er erinnern, mit diesem Yahoooooooo Jingle?

Ja, lange ist es vorbei. Der Konzern nur noch ein Schatten seiner selbst und eine Startseite, die mich irgendwie an diese „wir muessen alles anbieten, was das Internet zu bieten hat“-Zeit von vor 20 Jahren erinnert. Wofuer steht denn Yahoo ueberhaupt noch? Mir faellt da auf die Schnelle irgendwie gar kein treffendes Synonym mehr ein.

In den Zeiten von Algorithmen sind die haendisch gepflegten Webkataloge so up to date wie ein Dinosaurier, der kurz vor dem Einschlag des Meteoriten in einer nie dagewesenen Mutation aus dem Ei schluepft. Bereit die Welt zu uebernehmen, die schon dem Untergang geweiht ist.

Wie man ein Ruder nicht herumreisst

Alles sollte besser werden mit Marissa Mayer, diesem Wunderkind von Google und die endlich mal (und das war verdammt wichtig) die „Women in Tech“-Fahne bis an die Konzernspitze eines globalen Unternehmens trug. Schlimm genug, dass bei all diesem Hype immer wieder Carly Fiorina von HP vergessen wurde, aber das mal nur als kleine Randbemerkung.

Nun denn. Marissa uebernahm das Kommando bei Yahoo, kaufte in einer Tour interessante Plattformen (u.a. Tumblr) und gab sich dem Anschein, als wolle man das Ruder kraeftig rumreissen. Aber was blieb nach der Einkaufstour? Vor allen Dingen ein steigender Aktienkurs im 1. Jahr ihrer Regentschaft, der sich bis zum August 2013 nahezu verdoppelte. Vermeintlich Mayers Verdienst. Schnickschnack! Der wilde Ritt nach oben lag einzig und allein an der Investition in Alibaba und der ganze Traum loeste sich dann waehrend des IPOs der Chinesen in Wohlgefallen auf. Die Alibaba-Aktien fielen und Yahoo wollte so schnell wie moeglich die Papiere loswerden – inkl. dem Versuch, Steuern auf den Verkauf zu vermeiden.

Nun, das hat alles nicht wirklich geklappt. Im vorletzten Quartal musste Yahoo den hoechsten Verlust der Dekade bekanntgeben und das obwohl man sich gerade wieder von 2500 Angestellten getrennt hat. Inzwischen arbeiten nur noch 9400 Menschen bei Yahoo. Das waren selbst vor 10 Jahren mal doppelt so viele.

Aber geht es wirklich um die Performance der Aktie und wie profitabel eine Firma ist, wenn sie fuer einfach nichts mehr steht? Wo ist die Yahoo-Vision fuer die Zukunft? Eine amateurhafte Startseite, die inzwischen Banner von Googles Doubleclick ausspielt und deren Websuche von Microsofts Bing durchgefuehrt wird?

Mayer hat gekauft, gefeuert und immer wieder neue Strategien angetestet. Mit ein Grund, warum viele im Top-Management ihre Koffer packten und bei der Konkurrenz anheuerten.

Die Kasse klingelt

Und genau das laesst sie sich auch noch fuerstlich entlohnen. Wie der Guardian vorrechnete, koennte sie bis zu $137 Millionen eincashen. Noch knackiger wird es aber wenn Yahoo aufgekauft wird, wovon auszugehen ist, und Mayer den Gang der meisten Angestellten antritt – aka gefeuert wird. Dann winken weitere 55 Millionen US-Dollar.

Und jetzt stellt euch mal gerade ganz genuesslich die Gesichter der Manager in Wolfsburg vor, die in der schwersten Stunde des Konzerns noch auf ihre Boni pochen. VW-Aufsichtsratchef Poetsch liess sich gar 20 Millionen Euro garantieren oder um es auf den Punkt zu bringen:

„Der Oberkontrolleur der Kontrolleure bekommt 20 Mios dafuer, dass er die nicht richtig kontrollierenden Kontrolleure, nicht richtig kontrollierte.“

Marissa Mayer reiht sich hier ganz offensichtlich nahtlos ein.

Unglaublich!