Diese kommenden Indie-Games solltet ihr auf dem Schirm haben

Gerade beim Mobile-Gaming sollte man die kleinen Spiele im Auge behalten. Hier verbirgt sich für kleines Geld oft genauso viel Spaß wie in den großen Blockbustern.

Wir waren auf der Gamescom und da gibt es neben großen Blockbuster-Spielen, abgefahrenen Technikgadgets und jeder Menge VR-Kram natürlich auch die kleinen Spiele, die man gerne mal übersieht. Für alle, die keine Zeit hatten in der Indie Booth vorbeizuschauen, oder die Ecke mit den eigenständigen Entwicklern aus aller Welt einfach übersehen haben, haben wir hier noch einmal die drei interessantesten, kleinen Titel für iOS und Android zusammengefasst, die ihr auf jeden Fall bis zum Release im Auge behalten solltet.

Cubiverse

Cubiverse ist ein Projekt von neun Leuten aus München, die das Ganze in ihrer Freizeit entwickeln. Das Spielprinzip nimmt sich die Facetten eines Zauberwürfels zum Vorbild. Unser kleiner Cubinaut steht auf einer würfelförmigen Welt, auf der wir ihn zurück zu seinem Raumschiff bringen müssen.

cubiverse screenshot

Der Gute kann dabei aber nicht über die Kanten des Würfels laufen. So müssen wir durch geschicktes Drehen der einzelnen Reihen, genau wie bei einem echten Zauberwürfel, die Hindernisse aus dem Weg schieben, damit der Cubinaut zum nächsten Planeten starten kann. Nebst Knuddelgrafik punktet Cubiverse mit immer schwieriger werdenden Levels.

Elemente wie Baumstämme, die uns nur zwei Seiten zusammen drehen lassen oder tödlich heißes Feuer, das wir mit Regenwolken bekämpfen müssen, erschweren uns den Weg zur Rakete von Level zu Level mehr. Ich habe nur ein paar der Anfangslevels ausprobiert, und bin mit jetzt schon nicht sicher, ob ich es schaffen werde alle 50 Levels zu lösen

Bevor ein Level ins Spiel kommt, wird es übrigens mit Lego zusammengebastelt, nicht auf einem Zauberwürfel, wie man es vielleicht erwarten würde. Scheint aber zu funktionieren, denn nach dem Anspielen auf der Gamescom wirkt Cubiverse wie das perfekte Spiel für zwischendurch. Wäre es nicht schon wichtig genug unsere lokalen Studios zu unterstützen, soll Cubiverse voraussichtlich Anfang 2017 vollkommen kostenlos für iOS und Android erscheinen.

Tiles & Tales

Ich will ehrlich sein, nach dem Trailer zu Tiles & Tales hatte ich wenig Lust auf die Präsentation. Ein weiteres Free2Play Puzzlespiel im Candy Crush Stil mit Bezahlinhalten? Und das soll innovativ sein? Doch in der dreiviertel Stunde, die ich reinspielen und mir vom Entwickler persönlich alles erklären lassen konnte, haben sie mich vom Gegenteil überzeugt.

Tiles & Tales Screenshot

Zuallererst: Das Gameyplay ist komplexer als es im ersten Trailer den Anschein hat. Ähnlich wie im Spiel 2048 schieben wir die Kacheln auf dem Spielfeld zusammen. Je nach Level müssen wir etwa Schwerter sammeln, um den Gegner zu erledigen oder Schlüssel für eine Kiste. Klingt jetzt im ersten Moment nicht so spannend, wird aber im Laufe des Spiels extrem kniffelig und fordert deutlich mehr Strategie als erwartet.

Nach einer vorgegebenen Anzahl an Zügen ist die Runde dann vorbei und wir geben dem Feind mit den gesammelten Schwertern auf die Rübe. Mit dem Gold, das wir für unser Vorankommen bekommen, können wir unseren Charakter verbessern. Zum Beispiel mit Features die die Werte unserer Spielsteine von Beginn an erhöhen oder unseren Angriff dauerhaft stärken.

Tiles & Tales Puzzle Adventure
Tiles & Tales Puzzle Adventure
Entwickler: Trilith - EGG
Preis: Kostenlos+

Neben dem wirklich anspruchsvollen Gameplay hat mich aber am meisten begeistert, dass die Bezahlinhalte vollkommen optional sein werden. Wir können Bonus-Items kaufen oder neue Helden freischalten. Wir müssen jedoch niemals Echtgeld für Spielzeit oder neue Levels ausgeben. Auf eine Paywall die die Anzahl an Spielrunden zeitlich begrenzt, wird bewusst verzichtet. Eine weitere geniale Funktion ist das Cross-Play.

Wenn wir mit unserem Account eingeloggt sind, sollen wir zwischen allen Plattformen auf denen wir Tiles & Tales spielen (etwa Facebook im Browser und als App auf dem Smartphone), auf den gleichen Spielstand zugreifen können. Lange lässt die Mischung aus Knobelspiel und RPG auch nicht mehr auf sich warten, bereits im letzten Quartal dieses Jahres soll Tiles & Tales für Android, iOS und als Facebookspiel verfügbar sein, nachdem es bislang noch nicht in allen Versionen in allen Ländern spielbar ist.

Hidden Folks

Suchspiele nach dem Vorbild der »Wo ist Walter« (Where’s Waldo?) Bücher sind im Internet gerade total im Trend. Ob man die Katze im Suchbild voller Eulen oder den Panda im Meer aus Schneemännern finden soll, je kniffliger desto öfter werden diese Bilder geteilt. Auf der Gamescom hat sich ein winziger Stand genau dieses Prinzip zu Eigen gemacht.

Hidden Folks Banner Screenshot 02

Hidden Folks ist eine Ansammlung an animierten Suchbildern in denen wir vorgegebene Motive rauspicken müssen. Besonders schwierig wird das Ganze, da die Bilder ausschließlich kleinteilige Bleistiftzeichnungen in schwarz-weiß sind. Viele der zu findenden Personen unterscheiden sich lediglich durch ihre Armhaltung oder eine winkende Animation von den anderen Männchen im Suchbild.

Um das Spiel etwas interaktiver als die üblichen Bilderrätsel zu gestalten, verstecken sich die gesuchten Figuren oft noch hinter Büschen oder gar in Zelten, die wir durch Antippen öffnen. Da wir da nicht von Anfang an draufkommen können, geben uns die Figuren Hinweise, was sie zuletzt unternommen haben. Für Bonus-Gegenstände verstecken sich die Tipps sogar direkt im Level.

Nachdem ich am Stand von Hidden Folks nach einigen einfachen Levels ungefähr zehn Minuten an einem schier endlos scheinenden Bild verzweifelt bin, klärte mich einer der Entwickler auf, dass dieses Level eigentlich nicht dazu gemacht wurde, gelöst zu werden. Am Tag zuvor hatte wohl jemand rund eine Stunde damit verbracht es zu lösen. Allein aus diesem Grund, bin ich heiß auf den Release Anfang 2017. Mein Ehrgeiz ist geweckt, auch wenn Android-User erstmal in die Röhre schauen. Hidden Folks wird für iOS und Steam erscheinen.