Drei Tastatur-Apps für Android, die du unbedingt ausprobieren musst

"Be toghether. Not the same." lautet die aktuelle Marketing-Kampagne von Google für Android. Dieser Slogan stimmt auch für die Tastatur-Apps: Die meisten Android-Anwender setzen wohl auf irgendeine Art von Wischtastatur kombiniert mit tippen für Korrekturen, viele dürften auch einfach das Keyboard benutzen, das der Hersteller vorinstalliert hat. Es gibt aber tolle Alternativen bei Google Play jenseits der bekannten Größen wie Swype und Swiftkey. Wir stellen euch hier drei eher unbekannte Tastaturen vor, die unbedingt einen Blick wert sind!

In meinem Bekanntenkreis gibt es ein paar Personen, die schwören bis heute auf die klassische Handy-Tastatur mit drei Buchstaben pro Button und T9 als Eingabe (auch als Nokia-Tastatur bekannt ;-). Grund dafür: es lässt sich quasi blind tippen, wenn man sich über die Jahre daran gewöhnt hat. Gute T9-Tastaturen für Android mit deutscher Unterstützung sind aber recht rar, Touchpal X gehört zu den besseren (das nur mal so als Bemerkung am Rande). Wer kein T9-Profi ist, schreibt unter Android mit Wischgesten und einem lernfähigen intelligenten Wörterbuch am schnellsten. Doch auch das ist nicht jedermanns Sache. Häufig sehe ich Personen mit zwei Daumen tippen…

Dieser Artikel stellt dir drei Tastaturen vor, die vieles etwas anders und teilweise auch einfach deutlich besser machen. Jede Tastatur verfolgt dabei einen leicht anderen Ansatz.

Adaptxt: Die beste Tastatur für Android!

Du bist immer noch auf der Suche nach dem ultimativen Android-Keyboard, das all deine Wünsche erfüllt und das neben Tippen und Swypen auch T9 unterstzützt? Dann schau dir mal Adaptxt an. Die Tastatur verfügt über drei besondere Merkmale:

  • Sehr gute Unterstützung für mehrere Sprachen mit einfachem Wechsel
  • Umfangreiche Personalisierungsmöglichkeiten mit Themes und Farben
  • Alle möglichen Eingabearten von T9 bis Swype

Bereits bei der Installation fällt auf, dass die Keyboard-App sehr viele Berechtigungen haben möchte. Das ist deshalb notwendig, weil die Tastatur über alle möglichen Apps und Medien lernt. Sie erstellt Wörterbücher aus deinen E-Mails, Facebook-Chats und Tweets auf deinem Handy. Auch ein bereits vorhandenes Google-Wörterbüch importiert die Keyboard-App. Natürlich nur, wenn du der App den entsprechenden Zugriff in den Einstellungen erlaubst. Von Haus aus liest Adaptxt lediglich die SMS aus. Zudem hält die Tastatur umfangreichen Wörterbuch-Support mit inklusive Spezial-Wörterbüchern für Sport, Medizin, Recht und andere Bereiche als Download bereit. Last but not least macht Adaptxt auch ortsbasierte Vorschläge. Befindest du dich also gerade im Ausland und tippst eine SMS von deinem Urlaubsort, dann stehen die Chancen, dass die Tastatur den Ort auch bei einem deutschen Layout auf Anhieb korrekt schreibt sehr gut.

In den Einstellungen legst du fest, ob das Keyboard von deinen Mails, Tweets und Facebook-Chats lernen darf.
In den Einstellungen legst du fest, ob das Keyboard von deinen Mails, Tweets und Facebook-Chats lernen darf.

Auf den ersten Blick ist Adaptxt nach dem Setup eine Keyboard-App wie jede andere auch. Doch bereits beim ersten Schreiben einer E-Mail wirst du einen Unterschied erkennen. Tippst du zum Beispiel ins Adressfeld oder ein Eingabefeld für ein Passwort, dann erscheint automatisch über den Buchstaben noch eine vierte Reihe für die Zahlen und die automatischen Wortkorrekturen sind ausgeschaltet (macht auch wenig Sinn bei einer E-Mail-Adresse). Wechselst du zu einem normalen Textfeld, dann erscheint die übliche Tastatur und du kannst nach belieben tippen oder swypen (Adaptxt nennt es Glide).

Adaptxt passt sich auf Wunsch automatisch an, wenn du auf deinem Handy oder Tablet ins Querformat wechselst. In den Einstellungen legst du fest, ob du im Hochformat auch die volle Tastatur haben möchtest oder nur das gewohnte T9-Keyboard. Das bringt vor allem auf kleinen Displays einen großen Vorteil. Dass man auch das T9-Wörterbuch pflegt, davon zeugt die Tatsache, dass du damit auch „Adaptxt“ problemlos tippen kannst.

Auf kleineren Displays bietet sich als Alternative das T9-Keyboard im Hochformat an.
Auf kleineren Displays bietet sich als Alternative das T9-Keyboard im Hochformat an.

Sämtliche Einstellungen erreichst du über ein Gedrückthalten der Adaptxt-Taste. Hier wechselst du in den Inkognito-Mod, der keine Wörter speichert und hier findest du auch deine Textschnipsel für Standardphrasen (ATE). Last but not least kannst du die Tastatur farblich komplett deinen Wünschen anpassen, auch eine Handvoll Schriften stehen zur Auswahl.

Die Tastatur selbst ist seit einiger Zeit kostenpflichtig (2,45 Euro). Du kannst dir aber im Play Store die Beta-Version von Adaptxt holen, um sämtliche Funktionen 30 Tage lang ausgiebig testen zu können. Adaptxt gehört definitiv zu den besten Tastaturen bei Google Play, für mich ist es sogar die beste überhaupt.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. :-(

Minuum Keyboard: Das Außergewöhnliche

Schon gewusst, dass du mit dem Minuum-Keyboard das Wort „Lollipop“ schreiben kannst, indem du einfach acht mal auf die gleiche Stelle tippst? Das Minuum-Keyboard ist die mit Abstand kleinste Android-Tastatur. Sie als Geheimtipp zu bezeichnen, ist aber übertrieben, denn die Fachpresse hat ja beim Launch ausführlich über die clevere und kleine Tastatur berichtet.

Inzwischen steht aber beim Minuum-Keyboard nicht mehr die Mini-Tastatur im Vordergrund, sondern die Vielseitigkeit des Keyboards: Wenn du es möchtest, arbeitet sie genau gleich wie jede andere Tastatur, brauchst du etwas mehr Platz, dann wechselst du in den Kompaktmodus, der höchstens 25 Prozent des Displays verdeckt.

Minuum ist kein Fremdsprachengenie, beherrscht aber schon länger auch Deutsch und die am weitesten verbreiteten Weltsprachen. Die Wortvorschläge sind gut, kommen aber bei weitem nicht an die Genauigkeit von Adaptxt heran. Dafür bietet das Minuum-Keyboard unter anderem Emoticons und Minuum erkennt im Unterschied beim Tippen, welche Sprache du schreibst (experimentell). Zudem bietet das Keyboard mit den Rhombus-Themes das coolste Outfit.

Die Minuum-App selbst ist zwar nicht komplett übersetzt, Deutsch gehört aber zu den voll unterstützten Sprachen.
Die Minuum-App selbst ist zwar nicht komplett übersetzt, Deutsch gehört aber zu den voll unterstützten Sprachen.

Doch zurück zu Lollipop: Minuuum treibt die Worterkennung auf die Spitze: Du tippst einfach ungefähr auf den gewünschten Buchstaben und das Keyboard setzt dann daraus die sinnvollen Wörter zusammen. Das funktioniert recht gut! Falls es einmal doch nicht klappen sollte, hast du zwei Möglichkeiten: du ziehst den Balken mit den Wortvorschlägen nach oben, um zum kompletten Layout zu wechseln oder du hältst deinen Finger gedrückt, bis einzelne Buchstabenvorschläge erscheinen.

Schreibst du Lollipop, erscheint automatisch auch das zugehörige Emoji in der Auswahlliste.
Schreibst du Lollipop, erscheint automatisch auch das zugehörige Emoji in der Auswahlliste.

Je nachdem, wie du dich gewohnt bist, kannst du mit dem Minuum-Keyboard recht schnell praktisch bild tippen, weil du weißt, wo sich die einzelnen Buchstaben befinden. Die Emoticons findest du über die Taste mit dem AT-Zeichen und dem Stern. Ohne etwas Übung klappt der Wechsel zum innovativen Keyboard allerdings nicht. Gut, dass es deshalb seit einiger Zeit auch eine Testversion der App gibt. Die Vollversion kostet 3,56 Euro.

Minuum Keyboard + Smart Emoji
Minuum Keyboard + Smart Emoji
Entwickler: Whirlscape
Preis: 3,40 €

Google Handschrifteingabe: clever schreiben

Eine Tastatur-App, die meiner Meinung nach etwas zu kurz kommt, ist die Handschrifteneingabe von Google. Wer beim Tippen nicht besonders geschickt ist und es auch nicht besonders eilig hat, der bekommt hier ein sehr intuitiv zu bedienendes „Eingabegerät“. Geschrieben wird einfach mit dem Finger auf dem Display. Dabei können die Buchstaben nacheinander, nebeneinander oder übereinander platziert werden und auch Emoticons und diverse andere Zeichnungen wandelt die Handschrifteingabe von Google automatisch in die passenden Computerbildchen um. Besonders schnell schreiben lässt sich mit der Handschrifteneingabe per Stift. Hier kommt der Vorteil voll zum Zug.

Neben Deutsch und Englisch unterstützt die Handschrifteneingabe praktisch alle Sprachen, die Google auch bei der Spracheingabe anbietet (aktuell sind es 82 Sprache). Der Wechsel erfolgt einfach über einen Fingertip auf das Icon mit der Weltkugel.

Die besten Ergebnisse erreicht die Tastatur mit dem Cloud-Support. Hier ist es schon fast egal, wie schrecklich deine Handschrift ist ;-) Aber auch ohne die Unterstützung aus dem Internet ist die Erkennungsrate erstaunlich hoch.

Du kannst praktisch schreiben wie du willst, Google erkennt alles, was Sinn macht...
Du kannst praktisch schreiben wie du willst, Google erkennt alles, was Sinn macht…

Wie bei der Google-Tastatur wechselst du auch hier über das Gedrückthalten der Eingabetaste in den Emoij-Modus. Hier kannst du nun nach Belieben zeichnen, um daraus Emoticons zu basteln.

Zeichnen statt suchen. Über eine Zeichnung findest du das gewünschte Emoticon deutlich schneller.
Zeichnen statt suchen. Über eine Zeichnung findest du das gewünschte Emoticon deutlich schneller.

Wenn du noch nie von der Google Handschriftenerkennung gehört hast, dann probiere die gratis App unbedingt mal aus. Es macht einfach Spaß, mit dem Finger wie in echt zu schreiben, und du verhinderst zugleich, dass du zum analogen Analphabeten wirst…

Google Handschrifteingabe
Google Handschrifteingabe
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Be together. Not the same.

Welche Tastatur-App benutzt du und warum findest du sie besonders gut? Tippst du noch oder schreibst du gar nicht mehr sondern benutzt die Spracherkennung? Lass es uns in den Kommentaren wissen, welches für dich die perfekte Lösung ist, um unter Android längere Texte oder Kurznachrichten zu verfassen.