Drohnen: Die perfekten Drogenkuriere

Kriminelle bestechen oftmals durch ihre Kreativität und sind oftmals unter den "Early Adopters" zu finden bei innovativen Technologien. Wenn es ein Gerät gibt, mit dem man auf unlauterem Weg Geld scheffeln kann, dann könnt ihr davon ausgehen, dass kriminelle Organisationen ein Auge drauf haben und diese neuen (Luft-)Wege zu nutzen verstehen.

Auf Veranstaltungen wie jüngst der CES dürfen wir oft zum ersten Mal einen Blick auf die neuesten Technologien werfen. Da kommen dann Blogger, Journalisten und Analysten zusammen und diskutieren, was es alles zu sehen gab, bevor man sich dann auf den Heimweg begibt und über das Gesehene schreibt. Wir haben ja auch eifrig für euch von der CES berichtet und von einem der Gespräche, die wir vor Ort geführt haben, wollen wir euch jetzt erzählen.

Der geschätzte Edgar, der für unsere .com-Seite schreibt, kommt aus Tijuana und irgendwie kamen wir auf seinen Heimartort zu sprechen. Tijuana ist bekannt für tolles Essen, abwechslungsreiches Nachtleben und nicht zuletzt auch dafür, dass organisierte Kriminalität dort eine große Rolle spielt. Die Grenze zwischen Tijuana und San Diego ist eine der belebtesten weltweit und dort blüht der Drogenhandel. Als wir nun über den Showfloor der CES marschierten, machten wir uns Gedanken darüber, was für Menschen hier wohl herumlaufen, die nichts mit der Industrie zu tun haben. Außer der schreibenden Zunft habt ihr natürlich auch immer sehr viele Geschäftsleute vor Ort, die auf der Suche nach der neuesten Technologien sind, um ihre Unternehmen ein bisschen weiter nach vorne zu bringen. Roland hatte dann aber den interessanten Gedanken, dass sicher auch viele Kriminelle die CES besuchen dürften, darunter sicher auch so mancher aus Tijuana.

tijuana

Drohnen – perfekt als Drogenkurier!

Wunderten wir uns zunächst noch darüber, was er meinte, wurde es uns später dann schnell klar, worauf er hinauswollte: Mit Drohnen ist es ein Leichtes, Drogen von einer Seite der Grenze auf die andere zu befördern – sie sind die perfekten Drogenkuriere. Drohnen sind verhältnismäßig klein und leise, wodurch sie auch ziemlich unauffällig bleiben. Die nicht besonders große Reichweite spielt an einer Grenze wie der zwischen Tijuana und San Diego eine zu vernachlässigende Rolle. Edgar war schon auf Parties, die sprichwörtlich am Grenzzaun stattgefunden haben und man kann sogar erleben, wie Leute diesen Zaun als Netz fürs Volleyball-Spielen missbrauchen.

frontera_volleyball

Die Technik ist bei den Drohnen mittlerweile auch so weit fortgeschritten, dass so ziemlich jeder so ein Ding bedienen kann, der sich ein wenig damit auseinandersetzt und übt. Darüber hinaus können sie ein ordentliches Gewicht transportieren und werden zudem immer günstiger. Gerade der Preis spielt eine wichtige Rolle in diesem „Geschäft“ und mittlerwreile kann man menschliche Drogenkuriere unter diesem Gesichtspunkt durchaus durch Drohnen ersetzen.

Falls das als Anreiz immer noch nicht ausreichen sollte für einen Kriminellen, dann bleibt als Argument immer noch die relative Sicherheit beim Einsatz von Drohnen: Man muss nicht befürchten, dass man geschnappt wird, selbst wenn so eine Drohne mal auffällt. Selbst, wenn die Polizei eine solche Drohne einkassiert, wird man die Person nicht ohne Weiteres ausfindig machen können, die die Drohne gesteuert hat. Und im Vergleich zum menschlichen Kurier wird die Drohne auch nicht „auspacken“ und euch verpfeifen. Das Risiko, ins Gefängnis zu gehen, wird also minimiert – was kann man sich als Drogenhändler denn mehr wünschen?

gopro-drone-2

Egal, ob wir über menschliche Kuriere, Taucher, drogenbepackte Autos oder Boote reden, mit denen üblicherweise Drogen über die Grenze geschafft werden – sie können allesamt der Drohne nicht das Wasser reichen, auch nicht die Kartoffelkanonen, die zuletzt immer beliebter geworden sind, aber deutlich weniger Kontrolle bieten als Drohnen.

2 Wochen später: Die erste Drohne versucht, Drogen von Tijuana nach San Diego zu bringen

Wir verbuchten die Idee mit den Drogen-Drohnen als gleichermaßen raffiniert und irrsinnig – vielleicht war die Vorstellung doch ein wenig zu abwegig? Mitnichten! Wir spulen mal zwei Wochen vor und finden in unseren News-Quellen exakt die Story von einer Drohne, die drogenbepackt in Tijuana abgeschmiert ist – in unmittelbarer Nähe der Grenze zu San Diego!

Screenshot-7

Es handelt sich dabei um einen Hexa-Copter, der mit drei Kilo Crystal Meth beladen war. Wie es scheint, war diese Menge dann doch ein wenig zu viel für die kleine Drohne und so kam es, dass sie nicht in San Diego herunter kam, sondern auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Mexikos Stadt der Sünde.

DSC_0204

Der Absturz wurde von einem Bürger gemeldet und die mexikanischen Behörden haben die Drohne samt Drogen konfisziert. Logischerweise wird der Fall nun untersucht, aber es dürfte alles andere als einfach sein, den Verantwortlichen für diesen ungewöhnlichen Zwischenfall zu finden.

 

Fazit

Wieder einmal betreten wir Neuland und erleben den Beginn einer Ära, in der wir uns daran gewöhnen müssen, dass unbemannte Fahrzeuge und Drohnen nichts Ungewöhnliches mehr sind. Dummerweise werden bahnbrechende neue Technologien nicht immer nur zum Guten verwendet und schon allein deswegen werden sich die Regierungen weltweit damit befassen müssen und auch diese Technologie regulieren. Daran müssen sich dann aber selbstverständlich nicht nur Gangster halten, sondern auch alle anderen, die mit den Drohnen nichts Schlimmes im Schilde führen.

Screenshot-8

Auch, wenn unser ursprüngliches Gespräch auf der Messe rein hypothetisch war: Die Chance besteht definitiv, dass wir beim Blick auf die jüngsten Entwicklungen im Bereich der Drohnen neben irgendwelchen Bossen eines Drogenkartells gestanden haben könnten. Es wird spannend zu beobachten sein, inwieweit die Industrie von solchen Vorfällen betroffen sein wird bzw. wie sie darauf reagiert – schließlich sind die Leute angesichts der Drohnen eh schon verängstigt genug.

Was glaubt ihr, wie die Zukunft der unbemannten Drohnen und selbstfahrenden Autos aussehen wird? Auch wenn es schräg klingt, sind Kriminelle auf eine Art auch Pioniere. Lasst uns in den Kommentaren wissen, wie ihr darüber denkt.